Anzeige

Kundgebung „Pro Rettungshubschrauber – Eine Region steht auf“: Am 22. Januar 2011 um 14:00 Uhr in Nördlingen

Warum ist die Stationierung eines Rettungshubschraubers in Nordschwaben oder Südmittelfranken notwendig.

Es gilt das gesprochene Wort


Zu der heutigen Kundgebung begrüße ich von Seiten des Landkreises und als Veranstalter besonders den Fraktionsvorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion Herrn Georg Schmid, den Hausherrn, Herrn Oberbürgermeister Hermann Faul, Herrn Landrat Schwemmbauer aus dem Nachbarlandkreis Ansbach, Herrn Ulrich Lange unseren Bundestagsabgeordneten, Herrn BRK-Kreisvorsitzenden und meinen Landratsstellvertreter, Herrn Franz Oppel, sowie Herrn Westphal stellvertretender Landrat aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Ebenfalls begrüße und bedanke ich mich ganz herzlich bei den Damen und Herren der Hilfs- und Rettungsorganisationen für das zahlreiche Kommen und der damit verbundenen Unterstützung unserer heutigen Kundgebung.

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Bürger,

Meine Damen und Herren worum geht es uns heute?

Es geht nicht um die Frage, dass wir einfach auch einen Rettungshubschrauber haben wollen.

Es geht nicht um die Frage, dass wir die Stationierung eines Rettungshubschraubers einfach blockieren. Falls die Staatsregierung, wie es in der Bedarfsanalyse des Innenministeriums dargelegt, sich zu der Stationierung des Rettungshubschraubers im Landkreis Donau-Ries entschlossen hätte, würde dieser vielleicht schon fliegen.

1. Es geht uns um die Sicherheit und notärztliche Versorgung unsere Bürger in Nordschwaben und im angrenzenden Mittelfranken.

2. Es geht um die Hilfs- und Rettungsdienste, um Sie. Sie leisten unglaubliches, Jahr ein Jahr aus, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Wochenende für Wochenende. Für diese Leistung möchte ich mich besonders bedanken. Hinzu kommt, dass vieles im Ehrenamt geleistet wird unter großem persönlichem Einsatz. Damit Ihr Einsatz durch eine rechtzeitige Behandlung der Patienten in den geeigneten Kliniken für die Betroffenen möglichst optimal fortgesetzt werden kann, muss der weiße Fleck der Unterversorgung mit einem Rettungshubschrauber entfernt werden.

3. Es geht um eine schnelle Hilfe und Rettung unserer Bürger. Sich hierfür einzusetzen, sehe ich als eine Verpflichtung und als Auftrag durch unsere Bürger an mich als Landrat des Landkreises Donau-Ries.

In der durch Steuergelder finanzierten Bedarfsanalyse, die von Fachleuten für das Bayerische Innenministerium erstellt wurde, ist die flächendeckende Versorgung von sogenannten Tracer-Patienten (Schlaganfall, Herzinfarkt, Schädel-Hirn-Trauma) innerhalb des vorgegebenen Prähospital-Zeitintervalls in Nordschwaben und Südmittelfranken nur durch die Etablierung eines Luftrettungsstandortes in unseren Regionen erreichbar.

Im Rahmen der Anhörung wurde bereits vor der Sitzung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Augsburg (ZFR), die am 21. Januar 2011 stattfand, der vorgefertigte Bescheidsentwurf für einen Rettungshubschrauber in Augsburg zugesandt, in dem auf Seite 4 lediglich noch ein „Passus zum Ergebnis der Stellungnahmen“ und die „Würdigung nach Eingang der Stellungnahmen“ eingefügt werden sollte. Auf Seite 5 wird bereits vor Eingang der Stellungnahmen eine abschließende Würdigung der auf die Standortwahl relevanten Aspekte einseitig zugunsten des Standortes Augsburg durchgeführt. Dort steht, dass „die Würdigung der für die Standortwahl relevanten Aspekte ergeben hat, dass die Errichtung einer Rettungshubschrauberstation in der Region Donauwörth im Ergebnis hinter die Notwendigkeit, einen Rettungshubschrauber am Klinikum Augsburg zu stationieren, zurücktreten muss.“ Die dort weiter vorgebrachten Argumente für einen Standort in Augsburg können mich nicht überzeugen. Im Großraum Augsburg stehen bodengebundene Rettungsmittel zur Verfügung, die aufgrund der räumlichen Nähe das Klinikum Augsburg in der erforderlichen Zeit erreichen können. Außerdem ist die Landung eines Hubschraubers im Stadtgebiet von Augsburg oftmals überhaupt nicht möglich.

4. Daher fordere ich nochmals, falls Augsburg den Hubschrauber unbedingt bekommen muss, dass eine andere Lösung für Nordschwaben und Südmittelfranken gefunden wird.

Aber ich weise auf folgendes hin:
Bei einer Stationierung des Hubschraubers in Augsburg werden erhebliche Mehrkosten entstehen, denn die bestehenden Lücken in der Luftrettung bei uns müssen geschlossen werden. Entweder muss ein anderer Rettungshubschrauber seinen Standort verlegen oder es muss ein zusätzlicher Rettungshubschrauber für diesen Bereich bereit gestellt werden.
Bei dieser Entscheidung muss auch hervorgehoben werden, dass in Deutschland mehr als 50 Prozent der Hubschrauber nicht an einem Klinikum stationiert sind. Außerdem muss das notwendige Einsatzpersonal nach dem Bescheidsentwurf zusätzlich dauerhaft am Hubschrauber stationiert sein.

Daher gehört der Hubschrauber zu den Patienten.

Falls der Rettungshubschrauber in Donauwörth stationiert würde, hätte der Rettungshubschrauber aufgrund der Bedarfsanalyse rund 1600 Einsätze im Jahr, was einer Auslastung von 42,2 Prozent entspricht. Dies sind 5 Einsätze pro Tag. Aufgrund dieser Zahlen wird deutlich, wie wichtig ein Rettungshubschrauber hier für unsere Bürgerinnen und Bürger ist.

In einem persönlichen Gespräch mit Ministerpräsident Seehofer wurde mir zugesichert, dass die Planungen für die Stationierung des Rettungshubschraubers im Rettungsdienstbereich Augsburg mit hoher Priorität für den Standort Augsburg fortgesetzt werden, allerdings unter der Bedingung, dass die „weißen Stellen“ in Nordschwaben und Südmittelfranken anderweitig geschlossen werden können. Eine derartige Lösung ist mir bisher aber noch nicht aufgezeigt worden.

Trotz wiederholter schriftlicher Nachfragen hat man es bis heute nicht für nötig befunden uns mitzuteilen, wie die Versorgungslücke im Landkreis geschlossen werden soll. Der lapidare Hinweis, dass sich das Staatsministerium des Innern dafür einsetzen wird, dass es weitere Verbesserungen in der Versorgung unserer Region mit Leistungen der Luftrettung geben soll, evtl. durch die Stationierung eines grenzüberschreitenden Rettungshubschraubers in Baden-Württemberg ist ein Schlag ins Gesicht!

Wenn jetzt der Rettungshubschrauber in Augsburg stationiert wird, ohne dass für uns eine Lösung aufgezeigt wird, dann gibt es hierfür auch in den nächsten 10 Jahren keine Lösung!!

Das kann und werde ich als Landrat des Landkreises Donau-Ries nicht akzeptieren. Das ist keine Blockadehaltung von mir, sondern die berechtigte Sorge um die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger.

Daher bin ich äußerst unzufrieden darüber, wie mit den berechtigten Anliegen unserer Bürger, endlich auch flächendeckend in den Einsatzradius eines Rettungshubschraubers einbezogen zu werden, umgegangen wird.

Ich bin enttäuscht, wenn uns jetzt aus Augsburg Blockadehaltung vorgehalten wird und dortige Politiker wütend um sich schlagen.

Wir gefährden keine Menschenleben, sondern sind in Sorge um die Menschen in unseren von einem Rettungshubschrauber unterversorgten Regionen.

Meine Damen und Herren,
„damit der weiße Fleck in unseren Regionen verschwindet, brauchen wir keine Wut-Politiker, sondern Sachpolitiker, damit der Hubschrauber fliegt und nicht die Politiker rotieren.“

Ich danke Ihnen allen, dass Sie sich zusammen mit uns für eine optimale Luftrettung unserer Bürgerinnen und Bürger einsetzen und bitte nun den Fraktionsvorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion, Herrn Georg Schmid ums Wort.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.