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Kernkraftwerk Gundremmingen - Bundesministerium bestätigt hohes Maß an Sicherheit

Anlässlich einer Informationsveranstaltung am 3. Mai 2011 im Landratsamt Donau-Ries erklärte der anwesende Vertreter der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (KGG), dass die Reaktoren auch Sicherheit gegen einen Absturz großer Verkehrsflugzeuge bieten würden. Der kurz darauf erschienene Bericht der Reaktorsicherheitskommission (RSK) kam zu dem Ergebnis, dass zwar die Anforderungen aus den Lastannahmen gemäß RSK-LL (Phantom) erfüllt werden, doch im Hinblick auf den Absturz von zivilen Flugzeugen weitere Nachweise zur Bestätigung erforderlich seien.

Aufgrund dieser Diskrepanz hatte Landrat Stefan Rößle das KKW Gundremmingen um eine ergänzende Stellungnahme gebeten. Mit Schreiben vom 9. Juni 2011 wurde seitens des Kernkraftwerkes mitgeteilt, dass zwar die Anlage in Gundremmingen gegen den Anprall einer schnellfliegenden Militärmaschine vom Typ Phantom ausgelegt sei, ingenieurmäßige Berechnungen aber zu dem Schluss kommen, dass diese Auslegung auch große Verkehrsflugzeuge abdeckt.

Da seitens der Landkreisverwaltung diese unterschiedliche Bewertung nicht nachvollzogen werden konnte, hat sich Landrat Rößle mit Schreiben vom 24. Juni 2011 an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gewandt, mit der Bitte um Klärung, wie die Äußerungen seitens des Kernkraftwerks, insbesondere unter Berücksichtigung des Berichts der RSK aus dortiger Sicht gesehen werden.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit teilt nun mit Schreiben vom 23. Januar 2012 mit, dass die RSK bereits 1981 in den „RSK Leitlinien für Druckwasserreaktoren“ für das Ereignis „Flugzeugabsturz“ sicherheitstechnische Anforderungen für den Bau und den Betrieb von Kernkraftwerken spezifiziert. Diesen Anforderungen liegt der unfallbedingte Aufprall einer schnellfliegenden Militärmaschine vom Typ Phantom zugrunde. Bei allen deutschen Kernkraftwerken, die nach der 13. Novelle des Atomgesetzes weiterbetrieben werden, wurden die RSK Leitlinien in Bezug auf den Flugzeugabsturz angewendet, so dass auch im internationalen Vergleich ein hohes Maß an Sicherheit gegen diesen extremen Lastfall erreicht wird.

Erst nach den Ereignissen vom 11. September 2001 wurden in Deutschland auch terroristisch motivierte Abstürze von zivilen Luftfahrzeugen auf Kernkraftwerke hinsichtlich der möglichen Wirkungen betrachtet. Ingenieurtechnische Abschätzungen kommen dabei zu dem Ergebnis, dass davon ausgegangen werden kann, dass ein solches Szenario aufgrund der vorliegenden Auslegung beherrscht werden kann. Es liegen aber keine gutacherlich überprüften Nachweise dafür vor.

Vor diesem Hintergrund ist die Aussage der RSK zu verstehen, die
festhält, dass keine Auslegung gegen den Aufprall mittelgroßer und großer Verkehrsflugzeuge vorliegt. Eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen den Absturz von Verkehrsflugzeugen ist zu erwarten.

In dem Schreiben des Kernkraftwerks Gundremmingen wird richtigerweise darauf hingewiesen, dass die RSK in ihrer Stellungnahme nur diejenigen Erkenntnisse aufgenommen hat, für die gutachterlich überprüfte Nachweise vorliegen. Nur auf der Grundlage solcher Nachweise kann die Aufsichtsbehörde eine belastbare sicherheitstechnische Beurteilung treffen. Insofern widersprechen sich, wie das Bundesministerium abschließend zusammenfasst, die Aussagen des Betreibers und der RSK keineswegs.
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