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Musik ist mein Leben

MENSCHEN EINER STADT:
Interview mit Walter Pfeifer, Stadtkapellmeister und Leiter der Werner-Egk-Musikschule

Im nächsten Jahr feiert die Werner-Egk-Musikschule Donauwörth ihren 30. Geburtstag, nachdem 2005 die Stadtkapelle ihren runden 50ger festlich begangen hat. Wolfgang Leitner sprach für die WZ mit dem Dirigenten und Musiker, der beiden Einrichtungen der Stadt als Leiter vorsteht, über die Bedeutung der Musik als “Kultur- und Bildungsmotor in der Stadt”, nämlich Walter Pfeifer.

WZ: “Die Werner-Egk-Musikschule, deren Leiter Sie sind, feiert im nächsten Jahr ein großes Jubiläum. Sie selbst sind zugleich Stadtkapellmeister: Walter Pfeifer - das ist für die meisten Donauwörther ein Synonym für die Donauwörther Stadtkapelle. Wie sieht ihr persönlicher Weg zur Musik aus? 'Musik ist mein Leben' - könnte dieses Motto auch für Sie gelten?”

Walter Pfeifer [W. P.]: “Ja, sicher! Aber wie hat es angefangen? Als Kind sollte ich eigentlich Akkordeon lernen, ich selber war als Bub definitiv mehr für Fußball - tja, der Kompromiss sah dann so aus, dass ich - aufgewachsen bin ich ja in Gundelfingen - im dortigen Spielmannszug kleine Trommel und später in der Jugendkapelle Klarinette erlernte. Und dann? Ich besuchte das Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg (heute: Musikhochschule Nürnberg mit Augsburg als Zweigniederlassung). Es folgten meine Lehr- und Wanderjahre, in denen ich u. a. eine Band gründete, in mehreren Kapellen dirigierte, und seit 1. März 1978 bin ich Dirigent in Donauwörth.”

WZ: “Neben der Stadtkapelle gibt es auch das Jugendvororchester, und nicht minder bedeutend: die Werner-Egk-Musikschule mit einem vielgestaltigen Angebot, das weiterhin unaufhörlich zu wachsen scheint - wie ich als Journalist mich selber immer wieder überzeugen darf ...”

W. P.: “Die Musikschule eröffnet Jugendlichen und Kindern facettenreich Zugangsweisen zur Musik: da ist der Instrumentalunterricht mit der ganzen Bandbreite der Blas- und Streichinstrumente, und auch Gesangsunterricht (Klassik und Moderne) soll zukünftig angeboten werden. Sie erinnern sich an unser Rock-Pop-Openair-Konzert auf der Freilichtbühne: die Resonanz des Publikums war derart positiv, dass ich beim Oberbürgermeister den Vorschlag einbrachte, ob unser Unterricht - orientiert an der Nachfrage selbstverständlich - um den Gesangsunterricht doch erweitert werden könnte. Armin Neudert zeigte sich zustimmend.”

WZ: “Gibt es an der Musikschule signifikant Trends und Tendenzen? Etwa dass bestimmte Musikinstrumente bevorzugt, andere eher gemieden werden?”

W. P.: “Klar! Im Schuljahr 2007/08 besuchten 350 Schülerinnen und Schüler die Donauwörther Musikschule, fast ein Viertel (24%) kommen aus den umliegenden Gemeinden, Bäumenheim, Tapfheim, Kaisheim, Harburg etc.
41 Kinder (bis sechs Jahre) besuchen den Elementarunterricht, Primar- und Sekundarstufe I sind es 81 bzw. 141 z. B. (also im Alter 7 bis 10 und 11 bis 14 Jahre), aber auch Erwachsene kommen zu uns, um Musik zu lernen, ältester “Schüler” ist etwas über 60.
Aber zu Ihrer Frage: Unterricht am Klavier: 64, Block- und Querflöte: 33 und 38, E-Gitarre und Gitarre: 23 und 21 ... . Dann gibt es noch Ensembleunterricht und Grundfächer. Aber auch andere Instrumente sind repräsentiert, etwa Posaune, Trompete, Keyboard, Zither, Violine, Cello, Saxophon und Schlagzeug - ein wirklich weites Spektrum an Musikinstrumenten, an denen ein kompetentes Lehrerkollegium unterrichtet.”

WZ: “Ja, u. a. lernte ich viele der Musiklehrer/-innen auch bei anderen Gelegenheiten schon kennen, sei es beim "Jeki-Projekt", Inselfest, auf Konzerten, engagierte Lehrkräfte und auch Musikschüler, die Faszination an Musik und Musik selber machen wecken.

Ein bayernweit einmaliges Projekt ist zweifellos das JeKi-Projekt an den Donauwörther Grundschulen, an dem viele ihrer Lehrkräfte teilnehmen, in Zusammenarbeit mit der Donauwörther Sparkasse (auch als Sponsor), initiiert von Oberbürgermeister Armin Neudert, Landrat Stefan Rößle und Direktor Johann Natzer (die WZ berichtete).
Vorbildlich und zukunftsweisend stellt sich auch die musikpädagogische Früherziehung für die Kleinen und Kleinsten dar, mit Singen und Sprechen, elementarem Instrumentalunterricht, Bewegung und Tanz, Musikhören und Musiklehre - eine wirklich kreative Quelle für Bildung und Erziehung, die weit über Musik als Fach hinausweist und -wirkt, ein pädagogischer Motor ... . Das Schuljahr hat wieder begonnen, und wir hoffen, dass möglichst viele Eltern dieses Angebot nützen! Zurück zu Ihnen als Dirigent der Stadtkapelle: Wie sieht Ihr Jahreslauf aus? Zuletzt sah ich sie auf dem Schwäbischwerder Kindertag, Sie spielen aber auch zu anderen festlichen Anlässen?”

W. P.: “Ja, die Stadtkapelle, aber auch einzelne Ensembles aus der Musikschule. Etwa auf den Kulturtagen im Oktober, auf dem
Reichsstraßenfest, aber auch auswärts: Heuer waren wir in Ludwigshafen am Bodensee. Wiederholt besuchten wir unsere Partnerstadt Perchtoldsdorf (Österreich). Wir spielten bereits in Prag und Brünn, und was ich persönlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge miterlebe: immer wieder heißt es für junge Musiker aus der Stadtkapelle Abschied nehmen, nach Salzburg, München, Wien, London, ja sogar nach Australien.”

WZ: “Könnte man sagen: Musikschule und Stadtkapelle sind eine Talentschmiede?”

W. P.: “Ja, gewiss! Denken Sie doch an die Bläserprüfung (D 1, D 2, D 3), an den Solo-Duo- und Kammermusik-Wettbewerb. Der Allgäu-Schwäbische Musikbund (ASM), zu dem auch die Stadtkapelle gehört, bietet da vieles an. Ebenso andere Projekte “Jugend musiziert” etwa. Immer wieder werden junge, talentierte Musiker aus unseren Reihen ausgezeichnet, etwa Julia Mayershofer, Peter Kubenka, Martina Schön, Katrin Ziegler - um nur einige zu nennen.”

WZ: “Das ist auch mein Eindruck: Musik und Menschen blühen auf, in der Musikschule, in der Stadtkapelle, in den einzelnen Ensembles und Bands, und last but not least: im Jugendvororchester. Ideen werden hier nicht nur diskutiert - sie werden auch umgesetzt! Das Angebot wächst ständig weiter - und mit ihm die Beliebtheit Ihrer Schule.
Herr Pfeifer, vielen Dank für dieses Interview.”

Info: Werner-Egk-Musikschule Donauwörth, Jennisgasse 8.
Tel.: (0906) 23 743 (Schulleiter Walter Pfeifer als Ansprechpartner) oder
Tel.: Martina Rieger, Verwaltung im Rathaus (0906) 789-141
Auch jetzt nach Schulbeginn sind Anmeldungen noch möglich, ebenso kompetente, individuelle Beratung.

Foto: Walter Pfeifer im Konzertsaal der Werner-Egk-Musikschule Donauwörth
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1 Kommentar
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Wolfgang Leitner aus Donauwörth | 18.09.2008 | 12:19  
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