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Insolvenzberatung auch für Ausländer

von links: Schuldenberater Wolfgang Böswald und Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner, Koordinator der Bera-tungsstelle im Fachbereich GOSA – Gemeindeorientierte Soziale Arbeit.
Die Insolvenzberatungsstelle der Caritas berät Menschen im Landkreis, die überschuldet sind. Hier ist es besonders wichtig, so berichtet Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner, dass sich die Menschen möglichst früh und rechtzeitig an uns oder eine andere Beratungsstelle wenden. Zu einer sog. („Privat“) Insolvenz nach InsO (Insolvenzordnung) kommt es, so der Schuldenberater und Dipl. Sozialpäd. (FH) Wolfgang Böswald, wenn keine außergerichtliche Einigung möglich ist und die Schulden aus eigenen Einnahmen und Vermögen in angemessener Zeit nicht mehr zurückgezahlt werden können. Das Verfahren, so Gaertner und Böswald, ist kompliziert und deshalb ist es notwendig, Schritt für Schritt gemeinsam zu einem korrekt ausgefüllten Antrag zu kommen, der dann an das Amtsgericht gestellt wird. Alle Gläubiger müssen aufgelistet und angeschrieben werden und das Einkommen und Vermögen wird in dem Verfahren offen gelegt. Die Arbeit lohnt sich aber, denn nach 7 Jahren ist man, wenn alles korrekt läuft, dann schuldenfrei. Es soll die Menschen davor schützen, dass sie nicht mehr 30 Jahre pfändbar sind und bereits nach kurzer Zeit von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen verschont werden. Manche Schulden jedoch wird man nicht los, so Gaertner, z. B. die aus einer Straftat und damit verbundene Bußgelder, was auch richtig ist.

Insolvenzverfahren auch für ausländische Bürger/innen

Wichtig für ausländische Mitbür-ger/innen ist: Das Insolvenzverfahren wird dort eingeleitet, wo man seinen Hauptwohnsitz begründet und umfasst alle zum Eröffnungszeitpunkt bestehenden Schulden - auch Schulden, die im europäischen Ausland begründet wurden. Sehr häufig haben unsere Klienten Schulden in Lichtenstein oder der Schweiz, die regelmäßig von der Restschuld befreit werden.

Zwangsvollstreckungsmaßnahmen sind während des laufenden Insolvenzverfahrens nur für neu entstandene Schulden (also nach Eröffnung) möglich. Das Gleiche gilt für die Zeit nach erteilter Restschuldbefreiung. Dabei ist egal, wo diese Schulden begründet wurden, erklärt Schuldenberater Böswald.

In der gemeinsamen Wirtschaftszone Europa wird ein deutsches Insolvenzverfahren genauso anerkannt, wie Deutschland ein Insolvenzverfahren, das in Frankreich o. ä. anhängig ist anerkannt. Es soll auch einen gewissen Insolvenztourismus geben, weil in manchen Ländern das Insolvenzverfahren wesentlich kürzer ist, berichtet Gaertner. Das heißt der deutsche Staatsbürger kann nach Frankreich ziehen, muss dort einen Hauptwohnsitz begründen und dort das Insolvenzverfahren durchführen lassen. Nach 3 Jahren ist er dann schuldenfrei. Hauptwohnsitz bedeutet aber auch den damit verbundenen gewöhnlichen Aufenthalt. Sonst gibt es Schwierigkeiten!

Wenn das Insolvenzverfahren dann beantragt ist und läuft ist der vom Amtsgericht bestellte Treuhänder gefragt, der das gerichtliche Verfahren durchführt und sowieso alle Schulden nochmals zu prüfen hat – im Inland und im Ausland.

Ehrenamtliche Berater/innen gesucht:

Die Schuldenberatungsstelle sucht derzeit wieder ehrenamtliche Berater/innen. Sie sollten eine pädagogische und/oder kaufmännische Ausbildung haben und sich das Arbeiten mit und am Menschen vorstellen können. Informationen gibt es direkt bei der Leitung: Martin Gaertner, Tel. 0906-705956-51. Vorabinformationen gibt es unter www.caritas-donau-ries.de
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