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Die zweite Chance genutzt - Erfolgreiche Ausbildung und Integration auf dem Arbeitsmarkt

Laura Kreis im Kolping-Bildungszentrum
 
Laura Kreis mit Kolping-Ausbilder Josef Werner
Laura Kreis (26) aus Wittislingen ist Bau- und Metallmalerin. Sie ist es gerade – die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer fand Anfang Juli statt - geworden. Das wäre nicht unbedingt eine Zeitungsmeldung wert, wären nicht Lauras Lebens- und Ausbildungsweg ein wenig anders, ein wenig schwieriger verlaufen als gewöhnlich. Laura hatte in der Grundschule Probleme mit dem Lernen, hatte wenig Freude am Unterricht und bekam entsprechend schlechte Zeugnisse. So besuchte sie ab dem fünften Schuljahr eine Förderschule. Kleinere Klassenstärken und intensivere pädagogische Betreuung führten dazu, dass Laura der Schulbesuch immerhin wieder Spaß machte. Sie schloss die Förderschule erfolgreich ab, fand jedoch keinen Ausbildungsplatz. Die Arbeitsagentur brachte die damals 15jährige Laura daraufhin in einem Förderlehrgang für die Berufsvorbereitung im Kolping-Bildungszentrum Donauwörth unter. Dort hatte sie Gelegenheit, sich in verschiedenen Berufsfeldern zu versuchen und diese kennen zu lernen. Nach Hauswirtschaft, Holz und Metall, fand sie bald ihre eigentliche Neigung zum Malerhandwerk heraus. Ihr gefiel die kreative Seite dieses Berufes. Entsprechend startete Laura ein Jahr später – wieder mit Unterstützung der Arbeitsagentur – eine Ausbildung als Bau- und Metallmalerin im Kolping-Bildungszentrum. Im Jahr 2002 jedoch wurde Laura schwanger. Sie musste die Lehre im zweiten Ausbildungsjahr abbrechen. Für mehrere Jahre kümmerte sie sich ausschließlich um ihr Kind, dem bald noch ein zweites folgen sollte. Irgendwann kam es zur Trennung vom Vater der Kinder. Laura musste jetzt für den Lebensunterhalt ihrer kleinen Familie sorgen und wandte sich wieder an die Arbeitsagentur. Sie suchte aber auch Rat bei ihren früheren Ausbildern von Kolping. Bald wurde klar: Der Sinnvollste Weg wäre es, die begonnene Ausbildung fortzusetzen und abzuschließen. Die Arbeitsagentur gewährte die Förderung, die Handwerkskammer war mit einer Wiederaufnahme der Ausbildung im zweiten Lehrjahr einverstanden. Nach sechs Jahren, im September 2008, und mit Hilfe einer Tagesmutter für die Kinder, ging es für Laura also beruflich weiter. Sie lernte viele Facetten des Malerhandwerks nicht nur in den Kolping-eigenen Werkstätten, sondern viel mehr auch unter ganz realistischen Arbeitsbedingungen bei zahlreichen Einsätzen für externe Kunden kennen, die die vom Kolping-Bildungszentrum gegründete Kolor GmbH ständig durchführt. Der Besuch der Kolping-Berufsschule und ergänzender Förderunterricht im Bildungszentrum rundeten das Ausbildungsspektrum auch im Theoriebereich ab. Zusätzlich absolvierte Laura diverse Praktika bei verschiedenen Maler-Unternehmen. Eines davon war die Lackiererei Haselmeier in Ziertheim. Dort fiel die Praktikantin durch ihr fachliches Geschick und ihre freundliche, engagierte Art sehr positiv auf. Und so kommt es, dass Geschäftsführer Armin Haselmeier ihr nach bestandener Gesellenprüfung einen Arbeitsplatz als Industrielackiererin angeboten hat. Laura ist stolz darauf, bei einem so renommierten Unternehmen untergekommen zu sein. Sie ist aber auch dankbar für die Unterstützung, die sie bei Kolping bekommen hat. Als sie ihre Ausbildung wiederaufgenommen habe und vor dem Hintergrund ihrer neuen Lebensumstände, habe sie vieles mit anderen Augen gesehen und stärker zu schätzen gewusst, berichtet Laura im Gespräch. „Ich bin froh, dass ich noch einmal eine Chance bekommen habe und mich und die Kids jetzt durchbringen kann.“
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