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Wie viel darf eine Mietwohnung kosten?

Diese Frage nach der Höhe der Mietkosten ist vor allem dann wichtig, wenn der Landkreis die Miete im Rahmen von Hartz IV oder Grundsicherung bezahlt. Wie alle Kommunen in Deutschland muss der Landkreis Donau-Ries den Spagat schaffen, einerseits bedürftigen Bürgern eine adäquate Unterkunft zu finanzieren, andererseits aber die Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Deshalb will die Landkreisverwaltung nun ermitteln lassen, wie hoch die so genannten angemessenen – und damit vertretbaren – Unterkunftskosten im Kreisgebiet sind.

Dazu hat der Landkreis die Nürnberger Unternehmensberatung Rödl & Partner engagiert. Sie soll ein schlüssiges Konzept erarbeiten, das mathematisch-statistischen und wissenschaftlichen Kriterien genügt. Daraus wird anschließend der künftige Mietspiegel abgeleitet, der die durchschnittlichen Kosten für relevante Wohnungen im Landkreis abbildet. Aus diesen Daten können die Mitarbeiter des Jobcenters und des Sozialamtes ersehen, ob die Unterkunftskosten im jeweils vorliegenden Fall angemessen sind. Aber auch für viele andere Bereiche, vor allem auch für die Städte und Gemeinden im Landkreis sowie auch für Vermieter kann das Ergebnis sehr hilfreich und informativ sein.

Mithilfe der Bürger benötigt


In das Konzept fließen viele unterschiedliche – stets aber anonymisierte – Daten ein. Um die durchschnittliche Miethöhe möglichst genau abzubilden, ist der Landkreis Donau-Ries auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. In den kommenden Wochen wird er deshalb eine Vielzahl von Mietern, Vermietern und Baugenossenschaften anschreiben, um über einen Fragebogen Informationen zur jeweiligen Miethöhe zu erhalten. Der Fragebogen wird auch über die Internetseite des Landkreises Donau-Ries www.donau-ries.de zur Verfügung gestellt um für die Teilnehmer eine vereinfachte Beantwortung zu ermöglichen und die Rücklaufquote zu erhöhen.

Es werden keine personenbezogenen Daten gesammelt. Lediglich Wohnungsdaten werden benötigt. Je höher die Beteiligung der Befragten an den Rückantworten ist umso qualifizierter wird der Mietspiegel für den gesamten Landkreis Donau-Ries. Aus dem Mietspiegel erwartet sich die Verwaltung umfangreiche Informationen über das Wohnungsanbot, das Preisgefüge und über angemessene Mietkosten im Allgemeinen und speziell auch für Leistungsberechtige in den Sozialleistungssystemen.

Bislang galt für die Beurteilung der Angemessenheit der sog. „Mietrichtwert“. Eine Änderung der Erfassung wird nun nötig, da das Bundessozialgericht das bisherige Verfahren als nicht mehr ausreichend erachtet. Es fordert ein nachvollziehbares Konzept nach wissenschaftlichen Standards. Dieses soll für den Landkreis Donau-Ries bereits Mitte 2013 vorliegen.

Bei der Umsetzung der neuen Regelung geht der Landkreis völlig neue Wege: Nachdem das Projekt abgeschlossen ist, wird das Landratsamt über eine spezielle Software die Daten regelmäßig aktualisieren. Damit kann der Landkreis seinen Mietspiegel eigenständig auf dem neuesten Stand halten und muss nicht – im Gegensatz zu anderen Landkreisen und Kommunen – in ein, zwei Jahren erneut ein Unternehmen beauftragen, das Konzept fortzuschreiben.
Ansprechpartner für Fragen und weitere Informationen beim Landratsamt Donau-Ries sind Frau Schilling (Tel. 0906-74301) und Herr Zimmermann (0906-74145).
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