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Pflegeeinsätze zum Erhalt der biologischen Vielfalt der Heide-Flächen im Landkreis Donau-Ries

(Foto: Heide-Allianz)
 
(Foto: Heide-Allianz)
Donauwörth: Landratsamt | Auf ehemaligen Magerrasen im Schwalbtal bei Fünfstetten wurde kürzlich kräftig gesägt und gemäht. Im Rahmen der Heide-Allianz Donau-Ries wurden dort, finanziert durch eine Spende der Sparkasse Donauwörth und mit Unterstützung der Regierung von Schwaben aus Landschaftspflegemitteln Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt. Die Fläche wurde Ende 2011 mit Hilfe einer Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds vom Landkreis Donau-Ries angekauft.

„In diesem Winterhalbjahr werden an mehreren Stellen im Landkreis Donau-Ries - von der Monheimer Alb im Osten, über Huisheim, Harburg, Mönchsdeggingen, Möttingen bis Ederheim und Nördlingen - Pflegemaßnahmen durchgeführt“ berichtet Werner Reißler, Geschäftsführer der Heide-Allianz Donau-Ries. Organisiert werden die Pflegemaßnahmen von der Heide-Allianz. Mit der Umsetzung werden regionale Firmen oder Landwirte beauftragt. Träger der Maßnahmen sind Kommunen, Naturschutzverbände und der Landkreis selbst.

Durch die Pflegemaßnahmen sollen die Beweidbarkeit und Zugänglichkeit der Flächen verbessert sowie die biologische Vielfalt wieder hergestellt werden.
Die steile, südwestexponierte Hangleite im Schwalbtal wurde früher vollständig als Schafweide genutzt. Von dieser Nutzung zeugen zahlreiche alte, hochwüchsige Wacholder, deren Bestand sich über die Gesamtfläche hinzieht. Im nördlichen Teil wurde die Beweidung schon vor längerer Zeit aufgegeben, im südlichen erst in den letzten 20 Jahren. Die Fläche ist biotopkartiert und Teil eines Gebietes mit überregionaler Bedeutung.
Aufgrund der langen Brachephase sind auf dem Steilhang vielerorts Gehölze aufgekommen, die sich teilweise schon schließen und abschnittsweise einen waldartigen Charakter besitzen. Es sind aber auch noch Kalk-Magerrasenreste zu finden.

Die Entwicklungsmöglichkeit für diese Wacholderheide zeigt unter anderem das Vorkommen von Zypressen-Wolfsmilch, Küchenschelle und Karthäuser-Nelke an.
Die Fläche ist eine von mehreren brachen Magerrasen in der Gemeinde Fünfstetten, in denen im Rahmen des Projektes die Beweidung teilweise bereits wieder aufgenommen wurde oder noch aufgenommen werden soll.
Die Fläche ermöglicht eine optimale Entwicklung von unterschiedlichen Lebensräumen bei sehr hoher Biodiversität. In Teilbereichen werden die Gehölzstrukturen erhalten und sich artenreiche Hecken und Feldgehölze sowie Gebüsche trockenwarmer Standorte entwickeln. Eine Entnahme von standortfremden Gehölzen kann hier die natürliche Entwicklung unterstützen. In anderen Bereichen soll wieder ein gehölzarmer Magerrasen entstehen.
Neben der Biotopfunktion hat die Fläche zukünftig auch eine wichtige Bedeutung als Triebweg. Über diesen Magerrasen kann der nordwestlich gelegene Magerrasen erreicht werden, der ebenfalls derzeit brach liegt.
Es ergibt sich die Möglichkeit, den Magerrasenverbund in Fünfstetten wieder herzustellen und gleichzeitig für Tierarten der trockenwarmen Standorte einen passenden Lebensraum zu erhalten und zu entwickeln.

„Zur optimalen Entwicklung der Flächen ist eine Pflege unbedingt notwendig, die der Landkreis sukzessive umsetzen wird“, erläutert Werner Reißler.
Der örtliche Schäfer, hat bereits zugesagt, dass er in die Beweidung der Fläche einsteigen wird. Damit ist eine Nachhaltigkeit von Ankauf und Pflege gegeben. Ohne diese Maßnahmen würde die Wacholderheide binnen weniger Jahre über Sukzession verloren gehen und der ehemals vorhandene gute Verbund zwischen den Fünfstettener Magerrasenflächen wäre verschwunden. (Werner Reißler)
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