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Lesen kann man nie genug

Rege Gespräche im Kreis der Lesepatinnen (Foto: Katheder-Göllner)
Magische Klänge und Zaubersteine # Lesepatinnen trafen sich in der Stadtbibliothek Nördlingen # Bündnis für Familie hatte eingeladen

Wenn in der Mertinger Bücherei die magische Klangschale ertönt, dann ist es auf einmal mucksmäuschenstill. Mit diesem Instrument entführt Heike Minnich ihre kleinen Zuhörer nämlich in die wunderbare Welt der Geschichten. „Bis jetzt hat das immer wunderbar funktioniert“, erzählte Minnich den etwa 20 Lesepatinnen, die sich vor kurzem in der Stadtbibliothek Nördlingen getroffen hatten. Heike Minnich ist Mitarbeiterin der Gemeindebücherei Mertingen und seit vielen Jahren selbst begeisterte Vorleserin.

Zum zweiten Mal hatte das Lokale Bündnis für Familie Donau-Ries Lesepatinnen und Lesepaten zum Informations- und Erfahrungsaustausch eingeladen. In vielen Kindergärten, Schulen, Büchereien und anderen Orten lesen mittlerweile ehrenamtliche Lesepaten Kindern vor. „Da liegt es doch nahe, Erfahrungen und Tipps untereinander auszutauschen“, berichtet Günter Katheder-Göllner, Familienbeauftragter und Bündniskoordinator.

Für ihn und Landrat Stefan Rößle ist das Bündnisprojekt „Leseland Donau-Ries“ eines der schönsten Puzzleteilchen für einen familienfreundlichen Landkreis. „Vorlesen spielt eine so wichtige Rolle für die sprachliche und soziale Entwicklung unseres Nachwuchses“ meint der Landkreischef. „Deswegen freue ich mich über die vielen, vielen Lesepaten, die dafür sorgen, dass Kinder erleben können, welch großer Schatz das Lesen und Erzählen ist.“

Viele Fragen, noch mehr Antworten

Kathrin Häffner, die Leiterin der Nördlinger Stadtbibliothek begrüßte die Teilnehmerinnen in ihren Räumen und ermunterte sie, viele Fragen zu stellen und ihre Schatzkiste mit Erfahrungen und Geheimtipps zu öffnen.

Das ließen sich die vorlesebegeisterten Frauen – Männer waren an diesem Tag leider Fehlanzeige – nicht zweimal sagen und so entspann sich rasch ein reger Austausch: Wie komme ich an Buchtipps? Sind Bilderbücher auch etwas für Schulkinder? Und natürlich die Frage, die sich alle Vorleserinnen irgendwann einmal stellen, „Wie gelingt es mir, eine Schar lebhafter Mädchen und Jungen zu ruhigen und entspannten Zuhörern zu machen?“.

Edith Waibel, Lesepatin in Nördlingen, verwendet dafür einen Zauberstein. Der wandert zu Beginn von Kinderhand zu Kinderhand und überträgt auf wunderbare Weise Ruhe und Entspannung auf die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer. „Rituale spielen auch beim Vorlesen eine wichtige Rolle“, lautete ihre Einschätzung, die auf breite Zustimmung stieß.

„Auf der anderen Seite muss man flexibel sein und spüren, wie die Kinder gerade d‘rauf sind“ erzählten die Tapfheimerinnen Renate Stix und Gertraud Knobloch von ihren Vorlesestunden in Kindergarten und Schule. Manchmal sei es wichtiger, dass sich die Kinder erst mal austoben können oder von sich erzählen. Und auch diese Erfahrung wurde von den anderen Vorleserinnen bestätigt.

Lieblingsbücher und Pausenfüller

Kinderbücher gibt es wie Sterne am Himmel. Aus dieser Fülle die guten und passenden Bücher herauszufinden ist gar nicht einfach. Deshalb stellte an diesem Nachmittag jede Lesepatin noch ihr Lieblingsbuch vor. „Die kleine Hexe“ war dabei, klar, die gehört dazu; aber auch weniger Bekanntes wie z.B. „Der tätowierte Hund“ oder „Onkel Theo erzählt vom Pferd“.

Zwischendrin wurde auch vorgelesen. Statt einer Pause entführte Barbara Gärtner, Lesepatin der Nördlinger Stadtbibliothek, die Zuhörerinnen in die Welt des Orients und erzählte die wundersame Geschichte vom Kutscher Salim, dem besten Geschichtenerzähler von Damaskus.

Viel zu schnell verging so die Zeit und Moderator Katheder-Göllner hatte alle Mühe, den scheinbar unaufhaltsamen Redefluss zu stoppen. Er versprach, dass es in der nächsten Zeit weitere ähnliche Veranstaltungen geben werde. Der Familienbeauftragte des Landkreises dankte zum Ende der Veranstaltung – auch im Namen von Landrat Stefan Rößle - den ehrenamtlichen Lesepatinnen für ihr Engagement: „Denn Lesen und Vorlesen kann man nie genug“.

Hintergrund

o Das Projekt „Leseland Donau-Ries“ wurde vom Lokalen Bündnis für Familie ins Leben gerufen. Mittlerweile gehören etwa 90 Lesepatinnen und Lesepaten zum Kreis, dazu Initiativen (z.B. RainLesen) und die Bibliotheken im Landkreis.

o Ziel ist es, Kinder für das Lesen zu interessieren, ihnen das Lesen „schmackhaft“ zu machen und so einen Beitrag zur aktiven Sprachentwicklung von Kindern zu leisten.

o Dazu kommen die ehrenamtlichen Lesepaten in Kindergärten und Grundschulen und lesen dort regelmäßig oder bei besonderen Anlässen einer Gruppe von Kindern oder einer Klasse vor.

o Interessierte können sich gerne an den Familienbeauftragten des Landratsamtes, Günter Katheder-Göllner wenden: Tel. 0906 / 74 198 oder per E-Mail: familienbeauftragter@lra-donau-ries.de.
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