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Die Reise von Korea nach Japan (1985)

  Von Korea aus flogen wir mit der Japan-Air-Lines für eine Woche nach Japan. Nach einer Flugzeit von vier Stunden erreichten wir den International Airport Naritas.
Ich hatte große Bedenken bei der Einreise, da es für Türken nicht einfach ist überall einzureisen. Es besteht Visumpflicht und ich hatte keines. In Deutschland bekam ich auch keinen konkreten Hinweis, ob ich eines brauchen würde oder nicht. Doch die japanischen Behörden sagten mir zu meinem Erstaunen, daß die Beziehungen zwischen Japan und der Türkei sehr gut seien und ich konnte einreisen.
Von Naritas aus ging es mit dem Schnellzug nach Tokio, wo wir in den Morgenstunden erschöpft um drei Uhr ankamen. Da wir kein Hotel reserviert hatten, suchten wir in Tokio eine Unterkunft. Als wir uns in einer Bleibe einquartiert hatten merkten wir im Laufe des Tages, daß es ein Stundenhotel war, was uns aber nicht störte.
Wegen des Zeitunterschiedes von 6 Stunden wußte ich nicht, ist es Tag oder Nacht. Am ersten Tag war ein ausgiebiger Spaziergang durch die Menschenmenge in Tokios Straßen vorgesehen. Das ist für einen Europäer wie eine andere Welt, überall Reklame in japanischer Schrift. Zwischen den japanischen Schriftzeichen kann man Sony, Samsung, Mazda, Toyota und natürlich Marken der Fotoapparate und Fast-Food-Restaurants wie Mc, Burger-King, Wendy´s lesen.
Als erstes besuchten wir einen Shinto-Schrein, eine Kultstätte, wovon es hunderttausende in Japan gibt. Bis zum Abend hatten wir einige Kilometer zu Fuß zurückgelegt und haben die Straßen von Tokio mit Geschäften und Schaufenstern abgeklappert.
Am Abend, kann ich mich erinnern, hatten wir dann einen James Bond Film angeschaut, zu meiner Enttäuschung war er in japanisch gesprochen mit englischem Untertitel.
Am nächsten Tag war es sehr interessant, denn wir besuchten den Hirohito-Park. Das muss man sich so vorstellen wie im Englischen-Garten in München oder im Central-Park in New York. Ganz besonders gefiel es mir im Garten des Kaisers, da war Leben drin, die Menschen überall im Park, die einen spielten, die anderen spazierten. Dort gab es auch Konzerte. Diese Anlage ist für das Fussvolk nur einmal in der Woche zugänglich.
Am dritten Tag hatten wir den Tokio-Tower besucht und ich ließ es mir nicht nehmen einmal den asiatischen Eifelturm zu besteigen und besichtigen, um einen Ausblick von oben zu genießen. Er ist ein 100 %iger Nachbau des Eifelturms in Paris, nur der Höhenunterschied ist die einzige Differenz.
Am Abend hatten wir vor eine Bar aufzusuchen. Mitten in Tokio gingen wir in das "Rock in Cher", so hieß der Laden, und tranken zusammen eine Flasche Whiskey. Einen kleinen Rest in der Flasche ließen wir zurück mit meinem Namen versehen in ein Regal stellen, so daß wenn ich nochmal kommen sollte jederzeit meine Flasche verlangen und weiter trinken könnte.
Jedenfalls hatte ich nach drei Tagen im wahrsten Sinne des Wortes "die Schnauze voll" und flog nach Seoul zurück, weil mir in Japan alles zu teuer war. Ich hatte nämlich in Seoul eine Studentin kennengelernt und wollte mein koreanisch aufbessern und was für die Integration tun.
In Seoul hatte ich nur noch einen Tag Zeit, dann hätte ich meinen Heimflug antreten müssen. Da ich aber meine Studentin getroffen hatte fuhren wir zum Flughafen und statt wegzufliegen verlängerte ich meinen Aufenthalt um eine Woche, obwohl ich keine Geld mehr hatte. Das ist aber eine andere Geschichte.
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6 Kommentare
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 06.01.2011 | 23:35  
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Petra Kinzer aus Meitingen | 07.01.2011 | 14:41  
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Christl Fischer aus Friedberg | 08.01.2011 | 18:35  
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Fabian Ernst aus Rain | 08.01.2011 | 22:43  
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Marlene Feldmeier aus Ederheim | 11.01.2011 | 21:27  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 18.02.2014 | 12:18  
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