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Binnendünen bei Klein Schmölen an der Löcknitz Nähe Dömitz ⑮

Binnendünen bei Klein Schmölen
 
Das sind aber keine Schafe mitten im NSG
Dömitz: Binnendünen bei Klein Schmölen | Wenn schon in Dömitz lag es auf der Hand auch der größten Binnenwanderdüne Europas, welche in der letzten Eiszeit entlang des Urstromtals der Elbe entstand, einen Besuch abzustatten. Das Naturschutzgebiet bei Klein Schmölen, ca 1 km östlich von Dömitz, zeigt, typisch für das Gebiet, bis zu 30 m hohe Sanddünen mit Sandtrockenrasen und zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten auf.

Ich hatte im Juli 2015 auf MZ-Bürgerreporter schon einmal ausführlich unter dem Titel “Im  Reiche des Ameisenlöwen“ darüber berichtet.
Da dieser, wie alle anderen MZ-Bürgerreporter Artikel gelöscht wurde, will ich ihn hier in Auszügen, ergänzt mit aktuellen Fotos noch einmal wiedergeben; auch wenn ich bei unserem Rundgang dieses Mal noch keine Fangtrichter der Ameisenlöwen entdecken konnte.

Wenn man in den Dünen wandern will, wird man wohl an die Ostsee reisen müssen, werden viele denken. Weniger bekannt ist, dass es auch entlang der Elbe zwischen Wittenberge und Boizenburg auf einer Länge von etwa 100 km ein großes Dünengebiet gibt. Es ist nach dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren durch Aufwehung von Sanden entlang des Urstromtales der Elbe entstanden.
Hinter Klein Schmölen erhebt sie sich eindrucksvoll mit 38 Metern über die Flusslandschaft und kann auf dem ca. 2 km langen Lehrpfad erklommen werden. Beim Laufen durch den Dünensand fühlt man sich fast ans Meer versetzt. Von oben bietet sich ein eindrucksvoller Weitblick über das NSG Löcknitz-Niederung bis hin zur Elbe. Überall am Wegesrand lassen sich charakteristische Arten der Trockenrasen entdecken, die eine faszinierende Farb-Vielfalt entwickeln. Vor allem ist auch der Artenreichtum bei Libellen, Tagfaltern und Vögeln beeindruckend. Im Frühjahr und Sommer erscheinen farbenprächtige Blütenteppiche am Fuß der Düne.
Um dieses besondere Biotop zu schützen und zu erhalten, werden hier auch Schafe als Landschaftspfleger eingesetzt. Auch die Kiefern, die den Nordhang bewachsen, dürfen nicht auf die Südseite wandern, um dieses einmalige Reich des Ameisenlöwen nicht zu vernichten.
Von Anfang an machten uns auf den lockeren Sandwegen merkwürdige Trichter stutzig. Aufklärung gab eine der vielen Informationstafeln:

Der Ameisenlöwe (eine ca. große 1,5 Zentimetern Larve der Ameisenjungfer). ist ein spezialisierter Räuber. Das Insekt des Jahres 2010 gräbt sich im Sand einen Trichter, um darin kleine Insekten zu fangen.
Hat der Ameisenlöwe einen passenden Platz gefunden, beginnt er, seinen Trichter zu bauen. Dazu gräbt er eine Spirale und wirf mit seinen Kieferzangen Sand aus dem Weg. Ist er in der Mitte ange-kommen, gräbt er sich so ein, dass nur noch der Kopf aus dem Sand hervor schaut. Um ihn herum hat sich nun ein Trichter mit zirka 30 Grad Gefälle gebildet.
Das Gefälle des Trichters entspricht dabei genau dem Reibungswinkel des Sandes. Das heißt, der Trichter ist gerade so steil, das der Sand nicht hinein rutscht und stabil bleibt.
Einmal im Trichter, gibt es für die Beute kein Entkommen mehr.“

Siehe auch:
Wandern auf den Wanderdünen

Übrigens wandert die Wanderdüne nur ein bis zwei Zentimeter in einhundert Jahren. So geht wohl von der Düne für den Parkplatz und die Häuser in der Nähe keine Gefahr aus.

Dieser „Dünen-Lehrpfad“ ist ideal für eine gemütliche Nachmittagsrunde. Wegen des lockeren Sandes empfiehlt sich jedoch festes Schuhwerk.
Und wem das nicht genügt, kann die Runde noch bis zum anderen Parkplatz am Schmölener Brack ausdehnen (vergleiche Bild 3).
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3 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 06.06.2019 | 06:32  
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Annegret Freiberger aus Menden | 06.06.2019 | 10:52  
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Romi Romberg aus Berlin | 06.06.2019 | 22:35  
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