Südafrika, nicht nur zur Fußball WM 2010 interessant: Mit dem Wohnmobil zur Westküste Afrikas, Teil 2

    Mit dem Wohnmobil zur Westküste Afrikas

Ein Ausschnitt aus dem Reisebuch Erlebnis SüdAfrika (kein ReiseFührer, aber ein ReiseErlebnis-Buch) - Mit Exkursionen nach Namibia und Swaziland (Swasiland).

... nach 800 Tageskilometern erreichen wir kurz nach 20 Uhr den Campingplatz von Springbok. Es gibt übrigens seit kurzem zwei "Caravan Parks" hier, doch von Osten her ist nur einer ausgeschildert. Die Sanitäranlagen sauber, ein kleiner Pool dient der Erfrischung. Wenn die Wildblumen im Namaqualand blühen (August, September), steht das Wohnmobil direkt in einem Blütenmeer. An diesem kühlen und windigen Tag Anfang Oktober sieht man jedoch nur noch vereinzelt kleine Büsche blühen. Wie der Camp-Chef sagt, ist es hier, von der Wildblumensaison einmal abgesehen, rundherum graubraun. Ein riesenhaftes Ödland, und doch reizvoll durch die Weite, der stahlblaue Himmel darüber. Südafrika für Fortgeschrittene.

Ein paar Kilometer entfernt, auf dem Weg zum kleinen Flugplatz von Springbok, liegt das Goegap-Naturreservat, sehr sehenswert in der Wildblumenzeit, doch auch heute interessant: Eine Kolonie von bemerkenswerten Köcherbäumen streckt die Äste gen Himmel. Den Namen bekamen diese der Aloenart zugerechneten Pflanzen, weil die Buschleute (San) die Rinde zur Herstellung von Pfeilköchern benutzten. Bis zu sieben Meter wird der sehr langsam wachsende Köcherbaum (aloe dichotoma) hoch. Gleich daneben auf dem Hügel, der die Köcherbäume beherbergt, wachsen einige Exemplare des "Halbmenschen" (pachypodium namaquanum). Tatsächlich sieht diese Pflanze mit dem schlanken Körper und den Büscheln an der Spitze wie ein Zerrbild eines Menschen aus, das in der stillen Mondlandschaft des nördlichen Namaqualandes einsame Wacht steht.

Die ungeteerte Straße zieht einen Berghang entlang über einen Paß in ein Tal, das man eher auf dem Mond vermutet hätte. In diesem Tal blühen noch immer verschiedene Sukkulenten. Ein Gemsbok (Oryx-Antilope) läßt sich ohne Misstrauen auf den Film bannen. Ein kleines Rudel von Bergzebras verrät sich in der felsigen Wildnis nur durch seine Warnrufe.

Für Liebhaber von Pflanzen, die Anfang August bis Mitte September das Namaqualand bereisen, hier noch ein Tip: Die Wildblumensaison beginnt im Sandveld-Streifen im Westen und im Gebiet um Springbok und Steinkopf. Wenig später sieht man die blühenden Teppiche östlich davon, wenn man auf die Berge zufährt. An sonnigen Tagen von 11 bis 16 Uhr kann man die besten Fotos machen, mit der Sonne im Rücken, da sich die Wildblumen (z.B. Namaqualand Daisies/ Gänseblümchen) an der Sonne orientieren. Kamieskroon und Springbok sind die Orte, an denen man sicherlich beste Aussicht auf Wildblumen hat. 4.000 verschiedene Pflanzenarten gedeihen in diesem auf den ersten Blick so wüstenhaften Landesteil. In Kapstadt wurde ein "Blumentelefon" eingerichtet. Unter der Nummer (021) 4183705 erfährt man an sieben Tagen der Woche in der Zeit vom 1.6.-31.10. von 8-16 Uhr, wo am Kap (bis an die namibianische Grenze) gerade die Wildblumen blühen. Regionales Blumentelefon Namaqualand: (0251) 22011.

Springbok, die Haupt-und Versorgungsstadt des Namaqualandes, ist nach dem Kupferboom entstanden und mit ihm groß geworden. Hier kaufen wir ein und füllen wieder mal unseren Benzintank. Jetzt schlägt’s aber dreizehn! Über 22 Liter pro hundert Kilometer! Ich suche nach einem Mitsubishi-Händler, und finde tatsächlich einen. Ein freundlicher Manager wundert sich zusammen mit mir über den enormen Spritverbrauch. Er bietet an, mit CI Leisure Rentals in Kempton Park Kontakt aufzunehmen. Der Geschäftsführer, Herr Stringer, ist dort im Moment nicht zu erreichen, da er an einem anderen Telefon spricht. Während wir auf einen Anruf warten, stellen wir fest, dass sich beide Außenspiegel um ein Haar aus der Verankerung lösen und bei nächster Gelegenheit davonflattern. Mit Hilfe des Eigentümers der Werkstatt ist das Problem bald beseitigt.

Mehr als eine dreiviertel Stunde ist nun vergangen. Der versprochene eilige Rückruf ist noch nicht gekommen. Da muss der Manager für uns noch einmal anrufen. Der Spritverbrauch sei ganz normal, wird da behauptet. Ich solle halt nicht soviel Gas geben. Wir diskutieren noch ein Weilchen über den Benzinfresser, und als ich bezahlen will, schüttelt der Manager des Mitsubishi-Vertretung in Springbok den Kopf. Das sei doch alles selbstverständlich gewesen, winkt er ab. Mit vielen guten Wünschen verabschiedet machen wir uns auf den Weg über Steinkopf zur Atlantikküste nach Port Nolloth.

Dort empfängt uns ein starker Südwind. Mit Mühe kann ich die Kamera ruhig halten, um im Hafen die Diamantsuchboote zu filmen, die heute aufgrund der starken Dünung nicht ausgelaufen sind. Durch einen langen Schlauch, der an eine starke Pumpe angeschlossen ist, wird der Sand am Meeresgrund in einen Filter an Bord gesaugt, in dem dann Diamanten hängen bleiben sollen.

In McDougall’s Bay, ein paar Kilometer südlich, finden wir einen durch Hecken einigermaßen windgeschützten, direkt am Strand gelegenen Campingplatz. Auch Hütten stehen zur Übernachtung zur Verfügung. Ein einfacher Platz, aber mit Stromanschluss. Und die alten Erinnerungen kommen wieder: Am Strand von Side standen wir vor 10 Jahren, mit dem Blick auf die in der Ägäis untergehenden türkischen Sonne. Hier ist es ein wenig rauher: Der Wind beutelt unser Miet-Wohnmobil von Zeit zu Zeit, und das große Panorama-Heckfenster läßt sich nicht öffnen. Nicht wegen des Windes, sondern weil der Konstrukteur nicht daran gedacht hat. Aber auch im Inneren des geräumigen Mobils kann man den Sundowner genießen, mit Blick auf das recht schnell in den Fluten versinkende Tagesgestirn.

Wir haben uns "Hondeklip Bay" als nächstes Tagesziel herausgesucht, ein kleines Dorf, das hauptsächlich von Arbeitern der Diamantenminen an Land und der Diamantensuchboote bewohnt wird. Besonders malerisch die abgerundeten Felsen, an denen sich die Wellen in meterhohem Gischt brechen. Endlich ist auch der Spritverbrauch gefallen. Da man auf Gravel Roads nicht rasen kann, sondern eher gemütlich und vorsichtig fährt, hat der Wagen zwischen Port Nolloth und Hondeklip Bay "nur" 16 Liter geschluckt.


Weiter demnächst in diesem Theater oder gleich im
Reisebuch Erlebnis SüdAfrika (kein ReiseFührer, aber ein ReiseErlebnis-Buch) - Mit Exkursionen nach Namibia und Swaziland (Swasiland).
Reiseberichte aus dem südlichen Afrika zum Nacherleben.
Dieses Erlebnis-Buch macht Appetit auf den Zauber Afrikas.


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Der 1. Teil von "Mit dem Wohnmobil zur Westküste Afrikas" ist hier nachzulesen:
Südafrika, nicht nur zur Fußball WM 2010 interessant: Mit dem Wohnmobil zur Westküste Afrikas, Teil 1

Noch mehr Südafrika:
http://www.myheimat.de/dillingen/themen/s%FCdafrik... und:

Südafrika: Bei Hubert in Hamburg und

Swaziland (Swasiland): Foto-Safari im Mkhaya-Wildreservat und

Südafrika / Namibia: Gestrandet in der Kalahari-Wüste und

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6 Kommentare
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Sally Garden aus Dillingen | 17.06.2010 | 15:53  
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Silke Krause aus Dillingen | 17.06.2010 | 16:24  
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Vuolfkanc Brugger aus Dillingen | 17.06.2010 | 16:29  
16.154
Silke Krause aus Dillingen | 17.06.2010 | 16:32  
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Vuolfkanc Brugger aus Dillingen | 17.06.2010 | 16:34  
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Vuolfkanc Brugger aus Dillingen | 17.06.2010 | 17:05  
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