Anzeige

Statement von Landrat Schrell zur Aussetzung der Laufzeitverlängerung von KKW's

Statement von Landrat Leo Schrell zur Entscheidung der Bundesregierung, die im Herbst 2010 beschlossene Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke für drei Monate auszusetzen


Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündete Entscheidung, angesichts der atomaren Katastrophe in Japan die erst im Herbst vorigen Jahres beschlossene Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke auszusetzen, halte ich für richtig.
Bereits im November 2010 hat sich der Kreistag in einer fraktionsübergreifend und mit großer Mehrheit beschlossenen Resolution eindeutig gegen die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke, insbesondere der Blöcke B und C des Kernkraftwerkes Gundremmingen, ausgesprochen. Für die klare Position, die der Kreistag dabei eingenommen hat, gibt es nach meiner Überzeugung stichhaltige und überzeugende Argumente. Angesichts von möglichen Unfällen und der Gefahr von Terroranschlägen sowie der nach wie vor weltweit völlig ungeklärten Frage einer sicheren Endlagerung des hochradioaktiven Atommülls bedeutet die Verlängerung der Laufzeiten auch mit Blick auf die Zwischenlager eine zu-sätzliche Gefährdung der Menschen in der Region. Insofern halte ich die Laufzeitverlängerung für unverantwortlich. Trotz aller Sicherheitsstandards kann zudem ein gewisses Restrisiko nicht ausgeschlossen werden, dass es auch bei einem deutschen Kernkraftwerk zu einem Störfall mit Freisetzung von radioaktiver Strahlung kommen kann. Deshalb ist die Entscheidung folgerichtig, die nächsten drei Monate zu nutzen, um alle deutschen Atommeiler in Bezug auf die Einhaltung von Sicherheitsstandards auf den Prüfstand zu stellen.

Die aktuelle Situation in Japan entwickelt sich zur nationalen Tragödie mit möglicherweise noch nicht absehbaren, weltweiten Auswirkungen. Vor allem haben die dramatischen Er-eignisse in Japan unter Beweis gestellt, dass der Mensch die Natur und die Technik nicht absolut beherrschen kann. Auch vor diesem Hintergrund sind wir aufgerufen, bei der Ener-gieversorgung auf Dauer auf eine beherrschbare, sichere und umweltverträgliche Technologie zu setzen. Dabei gibt es nach meiner Ansicht aus ökologischen, ökonomischen und politischen Gründen keine sinnvollen Alternativen zu den erneuerbaren Energien.
Dieses Ziel ist dann rasch zu erreichen, wenn Deutschland im europäischen Kontext den Ausbau der erneubaren Energien und gleichzeitig den Atomausstieg forciert. Von daher geht das gestern verkündete Moratorium zwar in die richtige Richtung, bleibt jedoch hinter den eindeutigen Erwartungen, die der Kreistag mit seiner Resolution an die Bundesregierung gerichtet hat, zurück.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.