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Laudator Europäischer St.-Ulrichs-Preis

Einer der wichtigsten Politiker der deutschen Wiedervereinigung wird am 24. Juni 2011 die Laudatio bei der Verleihung des Europäischen St.-Ulrichs-Preises an den ehemaligen Präsidenten der Republik Polen und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa übernehmen. Der langjährige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher hat dem Stiftungsvorsitzenden, Landrat Leo Schrell, offiziell mitgeteilt, dass er der Bitte des Stiftungsvorstandes gerne entspricht und am Tag der Preisverleihung nach Dillingen kommen und die Laudatio auf den Preisträger halten wird.

Mit seiner Zusage folgt Hans-Dietrich Genscher einem Wunsch des Stiftungsvorstandes der Europäischen St.-Ulrichs-Stiftung, der ihn um die Übernahme der Laudatio gebeten hatte, nachdem Karl-Theodor zu Guttenberg Anfang März vom Amt des Bundesverteidigungsministers zurückgetreten war und folgedessen als Laudator nicht mehr zur Verfügung stand.

Hans-Dietrich Genscher genießt nach Meinung des Landrats in der Bevölkerung wegen seiner unbestrittenen Verdienste um die Einheit Europas und die Wiedervereinigung Deutschlands nach wie vor hohes Ansehen. Vor der Lebensleistung Genschers habe er großen Respekt. Der aus Halle (Saale) stammende frühere Außenminister habe als großer Visionär nie den Gedanken und die Hoffnung auf eine friedliche Wiedervereinigung unseres Vaterlandes aufgegeben und sei letztlich im Jahr 1990 für seinen unermüdlichen Einsatz belohnt worden. Genscher, der von 1974 bis 1992 nahezu ununterbrochen Bundesminister des Auswärtigen war, stand in seiner aktiven Zeit für eine Ausgleichspolitik zwischen Ost und West und hatte großen Anteil an der europäischen Einigung und am Gelingen der deutschen Wiedervereinigung. Deshalb, so betont der Landrat, ist Hans-Dietrich Genscher eine hervorragende Wahl, die Laudatio auf Lech Walesa und dessen Verdienste um die Einheit Europas und die christliche Völkerverständigung zu halten. Für seine Vermittlung dankt der Landrat dem Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Georg Barfuß.

Der stellvertretende Stiftungsvorsitzende, Oberbürgermeister Frank Kunz, zeigt sich über die Zusage von Genscher, die Laudatio auf Walesa zu übernehmen, ebenfalls begeistert und freut sich auf die Begegnung mit zwei überragenden Persönlichkeiten, „von denen jeder auf seine Weise Geschichte geschrieben hat.“ So sei heute noch vielen Menschen der Jubel der etwa 4.000 ausreisewilligen DDR-Bürgern in bester Erinnerung, der aufbrandete, als Genscher am 30. September 1989 auf dem Balkon der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland verkündete, dass die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland möglich geworden sei. „Dillingen“, versichert Kunz, „freut sich auf ein herausragendes Ereignis und wird Preisträger und Laudator einen freudigen Empfang bereiten“.

Lech Walesa fand in Hans-Dietrich Genscher bereits früh einen Unterstützer. So setzte sich Genscher für eine wirksame Unterstützung der politischen Reformprozesse vor allem in Polen und Ungarn ein. Dazu traf er sich im Rahmen eines Polenbesuches bereits im Januar 1980 mit dem damaligen Vorsitzenden der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc, Lech Walesa, dem er Unterstützung der polnischen Opposition bei ihrem Eintreten für demokratische Reformen zusicherte.

Walesa und Genscher haben sich nach Ansicht des leitenden Pfarrers der Pfarreiengemeinschaft Dillingen und Schatzmeister der Stiftung, Monsignore Gottfried Fellner, über viele Jahre hinweg für dieselben Ideale, insbesondere ein friedliches Zusammenwachsen Europas und eine christliche Völkerverständigung, eingesetzt. „Aus diesem Grund freue ich mich“, so Fellner, „dass sich beide in Dillingen anlässlich der Verleihung des Europäischen St.-Ulrichs-Preises begegnen werden“.
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