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Energiewende hat "ländliches Gesicht“

MdB Ulrich Lange, Erste Bürgermeisterin Hildegard Wanner, Bundestagsab-geordneter Josef Göppel und Haushaltsausschussvorsitzenden Georg Winter mit zahlreichen Bürgern, die den Informationen von Johann Jall, Deisenhofen, lauschten, der seine eigens kompensierte Anlage zur Verwertung der Abwärme in Gas und Strom erläuterte.
 
MdB Josef Göppel mit dem Haushaltsausschussvorsitzenden Georg Winter und interessierten Mitbürgern beim Informationsbesuch der Donaustaufstufe Höchstädt.
Zur „Energiewende“ gab es auch unterschiedliche Meinungen bei der Veranstaltung des CSU Kreisverbandes in Höchstädt, die auf Initiative vom Abgeordneten Georg Winter stattfand. Dass dieses Thema großes Interesse weckt, zeigte der starke Besuch, als in den Räumen des Gasthofes „Zur Glocke“ der letzte Stuhl besetzt war. Während die einen auf die Probleme der erneuerbaren Energien hinwiesen, zeigten sich andere als deren leidenschaftliche Anhänger. Als engagierter Befürworter wies sich Bundestagsabgeordneter Josef Göppel aus, Vorsitzender des Deutschen Landschaftspflegeverbandes. Er hatte sich bereits seit Jahren gegen die Kernenergie ausgesprochen und für die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien geworben. Nach Fukushima sieht er sich voll bestätigt.

Der Referent untermauerte mit Folien und zahlreichen Daten seine Ansicht, dass die Energiewende gerade für den ländlichen Raum große Vorteile bringe. Denn die Energie könne jetzt in kleinen Einheiten, dezentral, vor allem im ländlichen Raum und unabhängig von Krisengebieten erzeugt werden. Göppel: „Die Energiewende hat ein ländliches Gesicht.“ So sieht der Umweltpolitiker ein Investitionsvolumen im ländlichen Raum, das höher als vergleichbare Zahlen aus der Landwirtschaft ist. Er wies nach, wie die Kosten für die Erzeugung von Strom aus Photovol-taikanlagen in den letzten Jahren gesunken sind. Freimütig räumte er ein, dass auch er einzelne Probleme sehe, zum Beispiel die unverhältnismäßig hohe Förderung der Windkraft im Meer. Ebenso offen sprach er die Probleme der Endlagerung abgebrannter Kernbrennelemente an.

In der Diskussion wurden Zweifel laut, ob die erneuerbaren Energien den Strombedarf decken könnten. Kritisch sahen Teilnehmer den Landverbrauch bei Biogasanlagen zum Schaden der Erzeugung von Lebensmittel. Gefordert wurden größere Abstände bei Windkraftanlagen. Josef Göppel, der sich seit Jahrzehnten als Landesvorsitzender des Arbeitskreises Umwelt und in vielfältiger Weise für sie engagiert, zeigte die Bemühungen des Gesetzgebers auf, hier korrigierend tätig zu werden. Er erläuterte die verschiedenen Gesetze und zeigte sich enttäuscht, dass ein wesentlicher Bestandteil bisher vom Bundesrat nicht gebilligt worden ist, nämlich die stationäre Absetzbarkeit von Wärmedämm-Maßnahmen an Gebäuden.

Der Referent hatte einen Rat: „Bilden Sie Genossenschaften, um die Verdienste vor Ort zu lassen und selbst steuern zu können!“ Ganz praktisch erläuterten Franz Eisenhofer, Glött, und Bürgermeister Norbert Schön, Gemeinde Zöschingen, ihre Erfahrungen. Die beiden unterstützen den Vorschlag von MdB Ulrich Lange, die Dauer der Genehmigungsverfahren nachhaltig zu kürzen.

Vor der Veranstaltung hatte sich Bundestagsabgeordneter Josef Göppel von Bürgermeisterin Hildegard Wanner und Johann Jall, Deisenhofen, die Wärmeversorgung der Schule, des Schwimmbades und der Nordschwabenhalle mittels Abwärme der Biogasanlage erläutern lassen. Bei der Donaustaustufe, die auf Einladung von Abgeordneten Georg Winter als erstes besucht wurde, war zu erfahren, dass damit die Stromversorgung von 10.000 Einwohnern jährlich gesichert ist.
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