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Abschlussveranstaltungen des LIFE-Natur-Projektes Schwäbisches Donautal

Als einzigartige Landschaft im Herzen Europas bezeichnete Landrat Leo Schrell das Schwäbische Donautal beim Festakt zum Abschluss des LIFE-Natur-Projektes. Dabei betonte Schrell, der auch Vorsitzender des Regionalentwicklungsvereins Donautal-Aktiv ist, dass Regionalentwicklung, sanfter Tourismus und eine attraktive Kulturlandschaft mit intakten Lebensräumen zu einer stabilen, lebens- und liebenswürdigen ländlichen Heimat gehören. Aus diesem Grund dankte er allen am Projekt beteiligten Partner für die Entscheidung vor einigen Jahren, die Chance des Projektes für die zukunftsfähige Entwicklung der Region entlang der Donau zu ergreifen. Konkret wurden seit 2006 im Rahmen des Projektes in den Landkreisen Dillingen a.d.Donau, Donau-Ries und Günzburg auf ca. 50 ha Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensgrundlagen für europaweit bedrohte Vogelarten durchgeführt. Dazu wurden Flächen erworben, Äcker in Wiesen umgewandelt und Feuchtlebensräume neu gestaltet. Zusätzlich konnte durch Naturerlebnispfade und Beobachtungstürme für den Schutz der Lebensräume geworben und die Attraktivität des Donautales als Erholungslandschaft gefördert werden. Die hierfür notwendigen Finanzmittel in Höhe von ca. 2 Mio € wurden von der EU gemeinsam mit dem bayerischen Umweltministerium, dem bayerischen Naturschutzfonds sowie den drei Landkreisen sowie insgesamt 17 Städten und Gemeinden des Donautales sowie der ARGE Schwäbisches Donaumoos e.V. bereitgestellt. „Dadurch ist es in einer bemerkenswerten Gemeinschaftsaktion gelungen, das europäische Biotopverbundnetz Natura2000 und damit unsere schwäbische Heimat nachhaltig zu sichern und zu entwickeln“, betonte der Landrat.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen, Georg Winter, hob in seinem Grußwort hervor, dass “das LIFE-Natur-Projekt die ökologisch und naturschutzfachlich hohe Wertigkeit des Donaurieds unterstreicht“. Gleichzeitig betonte er, dass die Fördermittel aus Brüssel und Bayern in der Region geblieben seien und gewinnbringend eingesetzt werden konnten.

Projektmanager Dipl.-Biologe Martin Königsdorfer nutzte den Festakt, um den Landräten Leo Schrell, Hubert Hafner und Stefan Rößle sowie MdL Georg Winter, Ministerialdirektor Georg Schlapp vom Bayer. Umweltministerium und den Vertretern der beteiligten Städte und Gemeinden, von Fachbehörden und den Projektpartnern die herausragenden Maßnahmen sowie Ziele und Inhalt des Projektes darzustellen.

Dabei wies Königsdorfer darauf hin, das das Schwäbische Donautal mit 7.400 ha zu den größten offenen Niedermoor- und Flusslandschaften des südlichen Mitteleuropas gehöre. Insgesamt 14 Biotoptypen des Anhang I der FFH-Richtlinie sind hier vertreten. Bisher wurden 260 Vogelarten festgestellt, davon 151 als Brutvögel. Zahlreiche weitere Artengruppen sind überproportional stark vertreten, z.B. über 800 Pilzarten, 352 Schmetterlingsarten, 51 Libellenarten und 716 Höhere Pflanzenarten, darunter 157 Rote-Liste-Arten.

Das Gebiet habe eine zentrale Lage im mitteleuropäischen Vogelzug-Flyway (Südwestroute) und sei aufgrund der relativ geringen Dichte entsprechend geeigneter Zug- und Überwinterungsgebiete im südlichen Mitteleuropa von herausragender Bedeutung.

Ziel des zwischen Oktober 2006 und Juli 2011 durchgeführten LIFE-Natur-Projektes Schwäbisches Donautal war die Optimierung der international bedeutsamen Vogelschutzgebiete innerhalb des europäischen Biotopverbundnetzes Natura2000. Dazu gehörte die Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung der Brut- und Nahrungshabitate von 43 Vogelarten gemäß Anhang 1 der Europäischen Vogelschutzrichtlinie (darunter die prioritären Arten Wachtelkönig und Rohrdommel), die Optimierung als Nahrungs-, Rast- und Überwinterungshabitat für zahlreiche ziehende Vogelarten sowie der Erhalt und die Optimierung bzw. Wiederherstellung von insgesamt 6 FFH-Lebensraumtypen (davon 1 prioritär), die wichtige Habitate der Vogelarten darstellen. Um diese Ziele zu erreichen, wurden innerhalb der Projektlaufzeit auf ca. 140 Flurstücken Uferabflachungen an Gräben und Baggerseen, die Anlage wechselfeuchter Mulden und Flachwasserzonen sowie die Entbuschung verbrachter Niedermoorflächen und Grabenränder durchgeführt. So wurden 41 ha Fläche und 12 km Gräben neu gestaltet. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Besucherlenkung und Stabilisierung des Wasserhaushaltes umgesetzt. Zusätzlich konnte durch 3 Naturerlebnispfade und 7 Beobachtungsstationen für den Schutz der Lebensräume und das europäische Biotopverbundnetz Natura 2000 geworben werden. Insgesamt wurden 26 Bau- und 13 Wasserrechtsanträge gestellt und ca. 100.000 m³ Erdbewegungen durchgeführt.

Begleitend zu den praktischen Umsetzungsmaßnahmen wurde eine breite Öffentlichkeit mit Führungen, Pressemitteilungen, Veranstaltungen, Flyer, Broschüren und Internetauftritt zum Projekt und Natura 2000 informiert.

Die Finanzierung in Höhe von ca. 2 Mio € wurde von der EU gemeinsam mit dem bayerischen Umweltministerium als Projektträger, dem bayerischen Naturschutzfonds, den Landkreisen, Städten und Gemeinden des Donautales bereitgestellt.

Mit dem Projektmanagement wurde der Regionalentwicklungsverein Donautal-Aktiv e.V. beauftragt. In der Projektsteuergruppe waren das bayerische Umweltministerium, die Höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben, die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Dillingen, Donau-Ries und Günzburg, die ARGE Donaumoos sowie der Landkreis Dillingen stellvertretend für die Partnerkommunen vertreten. Die projektbegleitende Arbeitsgruppe wurde aus den beteiligten Kommunen, den Fachbehörden der Wasser-, Land- und Forstwirtschaft sowie dem Bayerischen Bauernverband, Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz gebildet. Darüber hinaus haben 68 Unternehmen und Landwirte an der Projektumsetzung mitgewirkt, weil die entsprechenden Aufträge in der Region vergeben werden konnten.
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