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Und da bin ich wieder,

      nachdem ich letzte Woche Tosca die Gelegenheit geben wollte mal ein bisschen mehr aus ihrer Sicht zu erzählen, möchte ich Ihnen heute ein paar Neuzugänge bei uns vorstellen bzw. genauer vorstellen.
Über Luke habe ich bereits einmal geschrieben und mit einem tiefen Seufzer erzählt, wie er unseren Frauen hier den Kopf verdreht.
Aber nicht nur den Hündinnen geht es so, nein auch bei den Menschen löst er Begeisterung aus. Ich kann das verstehen! Luke ist in der Tat ein besonders hübscher Rüde und seine freundliche Art ist auch sehr angenehm und ich kann nicht einen Punkt an ihm finden, den es als ABER zu erwähnen gibt. Natürlich ist er schon etwas erfahrener im Leben, als ich es selbst bin, aber mit seinen 6 Jahren zählt er noch lange nicht zum alten Eisen. Wenn man sieht, wie gern er spazieren geht und wie wichtig für ihn den Kontakt zu Menschen ist, muss man einfach sagen, dass Luke unbedingt eine Familie mit viel Herz sucht. Sie sollten sportlich sein und sich gern bewegen wollen, denn Luke rennt gern und ist nicht mit der kleinen Runde um den Häuserblock am Abend zufrieden. Natürlich genießt er auch mal das Nichts Tun und sucht Streicheleinheiten, aber er hat auch einen ziemlich hellen Kopf, der gefordert werden will. Luke hat in der Zeit, in der er hier wohnt schon bewiesen, dass er nicht nur ein fröhlicher Geselle ist, sondern auch aufmerksam und sehr schnell von Begriff ... ich sage ja, er ist ein Traumhund und das nicht nur aus der Sicht unserer Hündinnen.
Auch Gino ist ein ziemlich fröhliches Kerlchen. Aber er ist mehr der aufgedrehte Typ, eben ein ganz typischer Boxer. Bisher hat er noch nicht viel Gutes von Menschen erfahren, aber es ist nicht seine Art an der Vergangenheit festzuhalten. Gino blickt nach Vorne und sieht in Menschen keine Bedrohung von damals, sondern die Chance auf sein neues Leben. Jeder wird freudig und stürmisch begrüßt, er könnte ja das neue Frauchen oder Herrchen sein. Ich weiß, ich bin schon ein lebendiger Hund, aber Gino steht mir in nichts nach. Ob einer meiner Vorfahren mal einen Boxer näher kennen gelernt hat?
Rein äußerlich sehen wir ja auch nicht wirklich verwandt aus und so ist Ähnlichkeit im Verhalten ist wohl eher Zufall als Vererbung. Gino ist ein lieber Kerl, temperamentvoll und kraftvoll, verspielt, verschmust und Fressen ist für ihn ein ganz wichtiger Faktor in seinem Leben. Er braucht eine Familie mit Geduld und Erfahrung was uns Hunde anbelangt, dann wird er ohne Zweifel eine Bereicherung für seine Familie sein.
Das wird auch mit einem unserer zwei Neuzugänge so sein.
Nico ist ein Goldstück. Er ist eines der vielen Scheidungskinder, die immer wieder bei uns einziehen. Oft trifft das leider Hunde, die schon länger bei der Familie gelebt haben und die extrem darunter leiden, ihre Familie zu verlieren. Nico hat noch nicht zu lange bei den Menschen gelebt. Er ist im Sommer 2008 geboren und daher verkraftet er die Trennung recht gut. Er hatte sich dort wohl noch nicht richtig eingelebt, als er umgesiedelt wurde. Nicos Mama war ein Collie und auch wenn nicht bekannt ist, wer sein Vater war, so scheinen diese Gene etwas deutlicher zugeschlagen zu haben. Ich denke mal, dass Nico definitiv über die Anlagen eines Schnauzers verfügt. Anfänglich zieht er sich lieber etwas zurück und schaut ganz vorsichtig aus seinen großen Augen den Menschen an, der sich im nähert. Wenn er aber merkt, dass ihm kein Unheil droht, dann taut er auf und tollt überschwänglich um den Menschen herum.
Nico mag alles und jeden! Kinder sind toll, große Menschen sind auch super, wenn sie sich mit ihm beschäftigen, andere Hunde werden zum Spielen aufgefordert und ich bin mir sicher, dass er auch Katzen mag. In diesem jungen Kerl steckt ganz viel drin. Er ist wissbegierig, schaut alles Neue genau an und kann gar nicht genug von Streicheleinheiten bekommen. Wenn er es gelernt hat, dann ist er ein richtiger Familienhund und wird all seine Energie nutzen, um seine Familie zu erfreuen und zu schützen. Ein Goldstück eben!
Und als letzte neue Mitbewohnerin möchte ich ihnen jemanden vorstellen, da kann einem nur das Herz aufgehen:Dora!
Unsere Menschen schätzen Dora auf ungefähr 3 Jahre und es sind sich alle einig, dass sie Labradorvorfahren hat. Nicht nur ihr Aussehen deutet darauf hin, auch ihr ausgeglichenes und freundliches Wesen macht dies unübersehbar. „Seelchen“ ist ein Wort, welches unsere Menschen oft für sie benutzen. Ich denke, dass das ein liebes Wort ist, welches Dora ohne Frage verdient hat. Sie ist freundlich, zu Beginn aber eher zurückhaltend, aber wenn sie Vertrauen gefasst hat, dann ist sie überschwänglich in ihrer Freude und zutraulich. Ich kann mich erinnern, als sie hier eingezogen ist. Ich dachte mir, so ein hübsches Mädchen, aber irgendwie läuft die ein wenig komisch. Erst beim zweiten genauen Blick konnte ich ihre Hinterbeine sehen. Ich weiß, als anständiger Rüde guckt man einer Hündin nicht einfach so nach. Aber ich glaube, dass Dora das leider mittlerweile gewohnt ist. Ihre Hinterbeine sind nicht ganz richtig eingehängt, wenn ich es mal so sagen darf. Sie läuft eingeknickt und ihre Beine schlagen aneinander wenn sie läuft. Zuerst überkam mich eine Welle des Mitleids, dann habe ich aber gesehen, wie sie rennt und hüpft und springt und da dachte ich mir: Anton Du solltest Dich schämen einfach so ein Urteil zu fällen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ich mich von dem angeblichen „normalen“ beeinträchtigen lasse und alles das, was dort nicht ins Bild passt, schief ansehe. Ich habe mich bei Dora entschuldigt, sie nimmt es mir aber nicht übel.
Schmerzen hat sie in der Tat auch keine. Das hat meine Nachfrage ergeben. Aber Sie wissen ja liebe Leser, dass wir hier fürsorgliche Menschen haben und so war Dora beim Arzt und der hat sie als kerngesund wieder zu uns geschickt. Jetzt sucht sie ein zu Hause mit Menschen, die einen einzigartigen und treuen Gefährten zu schätzen wissen und die sich nicht daran stören, dass Dora hin und wieder Blicke auf sich ziehen wird. Dora ist ein normaler Hund und das sollte für ihre Menschen klar erkennbar sein. Manchmal muss man über die reine Wahrnehmung hinweg sehen und spüren, was das Herz und die großen dunklen Augen einem sagen wollen.
Natürlich will ich bei all meiner Begeisterung für unsere Neulinge nicht vergessen, dass Jenna, Laika, Sissko und ich Anton auch ein gutes zu Hause suchen. Dabei fällt mir ein, dass ich mir selbst einen Titel verleihen darf:
Ich bin der dienstälteste Hund im Tierheim Höchstädt. Ich weiß nicht, ob ich darauf stolz sein will, aber die Tatsache ist nicht zu verleugnen. Ich bin am 01.09.2008 hier eingezogen und damit eben sozusagen der Senior hier.
Aber es gibt noch einen Bewohner, der vor mir eingezogen ist und das ist meine liebe Co-Autorin Tosca.
Und damit möchte ich auch noch kurz an Tosca übergeben, denn sie hat im Gegensatz zu mir Auszüge zu vermelden.

Das ist richtig Anton. Wenn Du Dich den Senior hier nennst, was bin dann ich? Aber es ist ja richtig, ich bin im Sommer letzten Jahres eingezogen und damit nun wirklich der dienstälteste Bewohner hier im gesamten Tierheim.
Aber ich muß auch sagen, dass ich doch sehr lange gebraucht habe, um überhaupt als Bewohner zu gelten, da ich zu Beginn niemanden an mich ran gelassen habe. Die Zeiten sind nun vorbei und ich genieße es, gestreichelt zu werden. Natürlich brauche ich nach wie vor erst ein bisschen Zeit, um festzustellen, ob ich dem Menschen vertrauen kann. Aber meine Erfahrungen hier haben mich gelehrt, dass ein Zusammenleben mit Menschen durchaus als schön zu bezeichnen ist.
Aber Anton hat bereits darauf verwiesen, wir haben Auszüge aus dem Katzenzimmer zu vermelden.

Santana und Tino haben jeweils neue Familie gefunden.
Gerade für die kleine Santana war es an der Zeit, endlich ihre eigene Welt zu finden und dort wird sie sich zu einer wundervollen und aktiven Katze entwickeln, die ihren Menschen nur Freude bringen wird.
Tino wird in seinem neuen Zuhause zusammen mit einem anderen Kater leben und ich weiß, dass ihm das gefallen wird.
So ihr beiden, es war schön Euch kennen zu lernen, aber es ist noch viel schöner Euch zu verabschieden.
Macht es gut!
Auch einen Umzug gab es: Cecil lebt jetzt wie Savannah auf einer Pflegestelle. Das Leben im Katzenzimmer war für sie zwar eine gute Erfahrung, aber letztendlich ist sie denke ich glücklicher, wenn sie nicht so viele andere Katzen um sich versammelt hat. Zuviel Trubel ist einfach nicht Cecils Ding.
Auch ohne andere Mitbewohner würden Cassy und Cedrik gerne leben.
Cedrik bewohnt ja einen der Hundezwinger und freut sich sehr über den Platz, den er damit hat und vor allem über die Vielfalt der neuen Eindrücke, die er kennen lernt.
Oft denke ich mir, dass auch Kim gern ein neues Zuhause hätte. Aber sie macht es sich und den Menschen hier schon nicht gerade leicht. Wenn sie mit uns alleine ist, dann schmust sie und spielt, aber kaum, dass sich ein Mensch nähert setzt bei ihr die Angst ein und sie versteckt sich. Ich weiß nicht genau, wie ich ihr zeigen soll, dass das unnötig ist, aber ich glaube Kim und Joshi brauchen beide ein zu Hause, wo sie erst einmal einfach nur für sich sein können und selbst entscheiden können, wann sie Vertrauen zu ihrem Menschen fassen. Kim zeigt ihren Unmut manchmal leider recht deutlich, Joshi dagegen ist sehr verschlossen. Ich mag ihn und ich kuschle auch gern mit ihm. Aber leider konnte ich ihn noch nicht überreden, mir einfach einmal nachzulaufen und einen Menschen anzuschnurren. Aber ich sehe, dass es besser wird.
Ich hatte ja auch meine Bedenken bei Tracy und sie ist mittlerweile sehr zutraulich zu unseren Menschen geworden. Vielleicht ist es wirklich mein gutes Vorbild oder einfach die Ruhe, die unsere Menschen verbreiten, das kann ich nicht sagen, aber ich selbst bin das beste Beispiel, was es bedeutet mit Menschen zu kommunizieren.
Anton hat mich gesagt, ich könnte gern ein paar Ansichten von meiner Seite aus erzählen. Dann lassen Sie mich mal eine kleine Geschichte zum Besten geben:
Was bedeutet ein Baum für einen Hund? Er ist Nachrichtenbörse und ein Abenteuerspielplatz. Katzen kommen blitzschnell rauf, oft aber nicht mehr runter. Aber was gibt es Spannenderes für einen Hund, als unten zu warten, zu kläffen und von Zeit zu Zeit mal zu versuchen selbst hinaufzukommen? Ein Baum mit einer Katze darin ist für einen Hund wie Angeln für Menschen: viel passiert nicht, aber es könnte jeden Moment los gehen.
So sind sie unsere bellenenden Freunde.

Damit wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.
Ihre
Tosca

http://www.tierheim-hoechstaedt.de
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2 Kommentare
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Franz-Ludwig Ganz aus Rimpar | 19.02.2009 | 20:11  
18.304
Fred Hampel aus Fronhausen | 20.02.2009 | 18:07  
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