Ist es denn zu fassen,

Anton
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Ich darf das Tagebuch schreiben.
Die Entscheidung ist gefallen und die Wahl fiel auf mich! MICH! Es war an sich schon eine große Überraschung, dass Captain meinen Namen mit in den Topf geworfen hat. In seinen Augen muß ich doch ein junger und unerfahrener Hüpfer sein – und das mit dem Hüpfer hätte er bestimmt wortwörtlich gemeint. Kann ich denn schon so viel vom Leben erzählen, dass ich die Aufgabe übernehmen kann?
Aber die Entscheidung ist gefallen und ich werde mein Bestes geben, das Tagebuch weiter zu führen.
Herrje bei all der Aufregung und Freude habe ich ganz vergessen mich vorzustellen.
Ich bin Anton, ihr neuer Gastgeber.
Sie haben in den vergangenen Monaten schon so das Ein oder Andere von mir gehört, aber lassen Sie mich selbst kurz ein wenig über mich erzählen.
Ich bin seit dem 01.09.2008 hier in Höchstädt als Bewohner und habe zu Beginn immer mit anderen Hunden zusammen in einer WG gelebt. Das hat mir gut gefallen, denn ich bin ein sehr sozialer Hund. Das heißt, ich mag andere Hunde, vor allem dann, wenn ich das letzte Wort haben kann. Deswegen haben die Menschen hier auch angefangen ein bisschen an meiner Einstellung zu arbeiten. Ich liebe Menschen und das macht mir das Leben etwas leichter, denn ich höre ihnen gern zu.
Ich lerne auch schnell und vor allem auch gern, nur fällt es mich schwer mich lange auf eine Sache zu konzentrieren. Ist Ihnen bewusst wie viele unheimlich spannende Gerüche und Eindrücke um uns herum existieren? Das muß ich mir doch alles genau angucken. Aber auch das Spazieren gehen lerne ich hier gerade. Ich komme ja aus Spanien und dort habe ich nicht wirklich irgendwas gelernt außer schnell weg zu rennen und ich kann wirklich schnell rennen. Und ich hüpfe und springe gerne und ich mag Schnee. Ich bin jetzt ungefähr ein Jahr alt und suche eine Familie, die sich gern im Freien bewegt, die viel Energie hat und sich viel mit mir beschäftigen kann.
Ich weiß, dass Hundeschule für mich toll wäre. Da würde ich wieder mit anderen Hunden rum toben können und meine Menschen würden lernen, sich mir gegenüber richtig zu verhalten. So sollte das doch sein in der Hundeschule, oder?
Nun ja, so oder so werde ich Ihnen unser Leben hier im Tierheim versuchen so nahe wie möglich zu bringen.
Und da ich mir aber durchaus bewusst bin, dass ich ein sehr junger Schreiberling bin, haben wir alle zusammen beschlossen, dass ich eine Co-Autorin zur Seite gestellt bekomme.
Eine Gute Idee, denn damit habe ich auch eine direkte Quelle aus dem Katzenhaus.
Tosca wird mich mit Tipps und Tricks versorgen und mit erlebnisreichen Geschichten aus dem Katzenhaus.
Und damit möchte ich auch an Tosca übergeben, damit sie sich ebenfalls selbst vorstellen kann.
Guten Tag, mein Name ist Tosca.
Das klingt bedeutungsschwer und ich habe mir sagen lassen, daß es ein schönes Musikstück mit meinem Namen gibt. Es ist immer gut, wenn die Menschen nicht einfach nur einen Namen vergeben, sondern sich Gedanken machen, was zu uns passen würde.
Denn ich bin eine sogenannte Fundkatze und kam ohne Namen hier im Tierheim an. Meine Babys habe ich zusammen mit einer Freundin großgezogen und dabei geholfen, dass sie alle einen guten Platz finden. Leider hat das bei mir bisher noch nicht geklappt.
Gut ich gebe zu, ich bin auch keine Katze, die all zu gern im Mittelpunkt steht, sondern sich die Menschen lieber erst mal von einer sicheren Entfernung aus ansieht. Ich bin keine laute Vertreterin meiner Art und aufdringlich kann man mich auch nicht gerade nennen. Langsam fange ich an mich an Menschen zu gewöhnen. Andere Katzen finde ich nett, wenn sie nicht zu aufdringlich sind. Aber ich schmuse und kuschle gern, wenn ich mich sicher fühle. Sobald ich Menschen kenne, lasse ich mich auch gern streicheln.
Nur Fremde Gesichter machen mir nach wie vor etwas Angst.
Als ich gebeten wurde mit Anton zusammen das Tagebuch zu übernehmen, war ich ehrlich gesagt mehr als nur überrascht. Da ich eine schüchterne Bewohnerin bin und mich nicht in den Vordergrund drängle, war mir nicht bewusst, dass ich überhaupt bemerkt wurde.
Vielleicht soll ich auch eher die Aufgabe einer Aufpasserin übernehmen, damit unser lieber Anton nicht übers Ziel hinausschießt. Mit all seiner Lebensfreude, die ich manchmal vom Fenster aus beobachten kann, könnte es durchaus passieren – und das meine ich nicht als Kritik an dem lieben Jungen – dass er hin und wieder zu früh zu überglücklich ist.
Wenn er im Auslauf ist und ich ihn betrachte, dann sehe ich Freude am Leben auf vier Pfoten und viel jugendlichem Übermut. Aber ich sehe auch tiefe Verbundenheit zu den Menschen und Offenheit allem gegenüber.
Ich denke, wir werden uns gut ergänzen und das ein oder andere voneinander lernen können.
Da ich gerade das Wort habe – mal sehen wie oft das vorkommt – möchte ich die Gelegenheit nutzen und noch ein paar Auszüge nachreichen.
Jack und Soi konnten zusammen eine Familie für sich begeistern und das neue Jahr mit neuem Leben begrüßen. Auch Cindy unsere Glückskatze hat gleich zu Beginn des Jahres 2009 ein neues Zuhause gefunden. Und auch unsere Babys Campino und Mexx sind zusammen ausgezogen, das Leben zu entdecken.
Und letzte Woche konnte Tino sich an sein neues Frauchen kuscheln.
Dafür sind Max und Moritz zu uns ins Katzenzimmer gezogen, ebenso wie Sara, Mira und Cedric. Kim, Bill und Joshi mussten da natürlich erst einmal genauer gucken, aber die Neuzugänge wurden schnell willkommen geheißen.
Dagegen haben wir mal wieder 2 Zwinger von den Hunden ausgeliehen, in denen zum einem Cecil, die die Ruhe genießt und zum anderen Cassy, die sich nicht so über Gesellschaft von Artgenossen freut, leben. Doch auch diese beiden suchen eine Familie, in der sie leben können, nur eben am liebsten ohne weitere Tatzen oder Pfoten. Und auch Mary würde lieber alleine leben und dabei auch noch die frische Luft genießen wollen.
Ich freue mich schon sehr, wenn ich Ihnen nun das Leben im Katzenzimmer etwas näher bringen kann.
Bisher durften wir uns hin und wieder zur Wort melden oder Geschichten weitererzählen, doch Anton hat mir zugesichert, dass es unser Tagebuch ist und wir zusammen aus dem Tierheim berichten werden.
Damit gebe ich zurück an Anton und wünsche Ihnen eine schöne Woche.

So, was kann ich Ihnen nun noch erzählen?
Nach dem aufregenden Ende des Jahres 2008 ist etwas Ruhe eingekehrt.
Die Menschen hier sagen zwar, dass das die Ruhe vor dem Sturm wäre, aber so richtig verstehen tue ich das nicht. Ich habe noch viel zu lernen, wenn es um die Kommunikation mit Menschen geht.
Ich bin mir sicher, dass meine Mitbewohner Sissko, Max, Jenna und Laika hierbei sehr behilflich sein können. Ich habe noch nie mit Menschen gelebt und erfahre jeden Tag neue Eigenarten an ihnen. Das ist spannend.
Auch Mona wird mir einiges erzählen können, wenn Sie dann mal wieder zu uns zurückkommt. Zur Zeit erholt sie sich von ihrer zweiten OP und muß dann noch einmal in die Reha mit ganz viel Schwimmen und dann werde ich sie wahrscheinlich nicht wieder erkennen, wenn sie wieder vor uns steht.
Nicht zu vergessen ist unser königliches oder besser wohl kaiserliches Paar Cleopatra und Cesar, wenn es um Information geht.
Die Beiden haben einen ganz besonders guten Blickwinkel auf uns Hunde und alle Menschen, die uns besuchen kommen.
Da werde ich mir auch den ein oder anderen Rat holen können.

Sie sehen, ich werde mich gründlich für Sie umhören und viel zu erzählen haben.
Zusammen mit Tosca ist es mir eine Ehre
Captains Nachfolge anzutreten:
Unglaublich aber wahr, ich Anton , der junge Kerl aus Spanien, darf das Tagebuch schreiben.

Eine schöne Woche.

Ihr

Anton & Tosca

http://www.tierheim-hoechstaedt.de

Bürgerreporter:in:

Sabine Pollok aus Dillingen

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