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GUTE Handwerker gesucht !

Die ISS im Juni 2008 mit ATV (im Bild unten), aufgenommen aus dem Space Shuttle Discovery (Foto: Foto: NASA. http://spaceflight.nasa.gov/gallery/images/shuttle/sts-124/html/s124e009982.html)
 
Die Erde, aufgenommen von Apollo 17 (Foto: This image or video was catalogued by Johnson Space Center of the United States National Aeronautics and Space Administration (NASA) under Photo ID: AS17-148-22727)
Schön blöd, wenn ein Handwerker seine Werkzeugtasche fallen lässt. Macht aber nix, wenn nichts wertvolles und zerbrechliches drin war. Klaubt der Handwerker die Tasche halt wieder auf.

Es sei denn, sie fliegt davon. Bei Wind zum Beispiel. Starkem Wind. Wie heute, wenn der Winter sich mit Brausen und Tosen bei uns einstellt. So wie der Wetterbericht und die uns zum Zittern bringenden Medien uns glauben machen wollen.

Wenn es aber keinen Wind gibt? Windstille sozusagen. Oder wenn es keine Luft gibt, aus der bekanntlicherweise der Wind gemacht wird?

Greifen wir mal zu den Nachrichten, aus denen der Leser (Hörer, Zuschauer), der aus dem Stirnrunzeln nicht mehr herauskommt, folgendes entnimmt:

Da lässt doch so eine fleißige Handwerkerin eine Werkzeugtasche (5) im Wert von sage und schreibe 80.000 Euro fallen. Dieses Teil saust nun herren- und damenlos mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit durchs All. Ach so, ich vergaß zu erwähnen: Dieses Malheur passierte einer Astronautin, die in einer Höhe von 400 km in Luft-freiem Raum um die Erde kreist. Zusammen mit der ISS, der Internationalen Raumstation (1).

Rechnen wir also mal aus, wie schnell so eine kostbare Werkzeugtasche sein kann, wenn sie von einer gut ausgebildeten Astronautin aus den Greifern gelassen wird:

Die ISS saust mit einer Geschwindigkeit von etwa 28.000 Kilometern pro Stunde in einer durchschnittlichen Höhe von rund 400 Kilometern um die Erde. Damit braucht sie rund eineinhalb Stunden, um einmal rum zu kommen.

Die Erde ist aber auch nicht untätig. Sie saust mit 107.208 Kilometer pro Stunde (mittlere Geschwindigkeit) um die Sonne. Ein Affenzahn, wenn Ihr mich fragt.

Zusammengerechnet saust also die Werkzeugtasche mit maximal plusminus 136.000 km/h durchs All. Wobei ich natürlich die Geschwindigkeit der Sonne (Umlaufgeschwindigkeit der Sonne
um das Zentrum der Galaxie: 220 km/s = 792.000 km/h) vernachlässige. Denn die steht auch nicht so reglos in der Gegend herum.

Stellt sich die Frage, wer den Schaden bezahlt, wenn die damenlose Werkzeugtasche mit 136.000 km/h einen Gegenstand trifft, der sich zufällig im All dort befindet, wo sie hin will. Zum Beispiel ein Satellit, der gerade sich räkelnd die Sonnensegel nach unserem Muttergestirn ausstreckt und dann - pardauz - eine vor's Segel geknallt bekommt. Den Satelliten kann man dann wegwerfen, und der Autofahrer in Mailand oder Los Angeles, der sich auf sein NAVI verlässt, wird falsch (oder ungenau) geleitet, wenn der Satellit GPS-Aufgaben wahrzunehmen hatte. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, wenn es um Werkzeugtaschen und Kollisionen im All geht.

Nun wieder zur Eingangsfrage: Wie steht es um die Qualität von Handwerkern im all-gemeinen und speziell im All?

a) Warum sind Werkzeugtaschen (6) nicht am Körper befestigt, wenn man weiß, das Taschen sich gerne mal selbständig machen, besonders wenn es mit 136.000 km/h durchs All geht?

b) Warum brauchen 2 Handwerker mehrere Arbeitseinsätze (der letzte mehr als sechseinhalb Stunden), um ein Scharnier (2) an einem Sonnensegel zu reparieren?

c) Hat die ISS eine Haftpflichtversicherung? Und ist die ISS überhaupt eine Firma, die sich für Schäden versichern kann, die sie (und ihre Astronauten-Angestellten) anrichtet?

Vielleicht könnte man die Sorgfalt und Schnelligkeit von Handwerkern im Raum durch eine medizinische Therapie verbessern. Eine Hilfe könnte sein, mehr Eigenurin zu trinken.

Quatsch? Nein, verblüffend! Denn 12.000 Euro kostet ein Liter Trinkwasser im All, und all das verbrauchte Wasser wird recycelt. Demnächst wird eine Urin-Recycling-Anlage (3) installiert, die aus Urin wieder Trinkwasser macht. Somit ist es nicht nötig, zum Müsli aus Gesundheitsgründen (4) einen kräftigen Schluck Urin zu trinken (Eigenurinkur), sondern man lässt diese Ausscheidungen zunächst durch die Urin-Recycling-Anlage und das Ergebnis sich dann schmecken.

Übrigens: Durch das Recycling kann der Transport von Wasser um 6.800 Kilogramm pro Jahr reduziert werden.

Und: Vielleicht klappt es dann mit den Außenarbeiten an der ISS besser.

In diesem Sinne: Pack mer's !

1.) http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Raumst...

2.) http://www.news.at/articles/0847/15/225913/aussene...

3.) http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/raumfahrt/...

4.) http://de.wikipedia.org/wiki/Eigenharnbehandlung

5.) http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,...

6.) Beispiel einer Werkzeugtasche: http://tinyurl.com/6q57al

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Bild der ISS: Copyrightfrei von der NASA
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:ISS_after_STS-12...

Bild der Erde: Copyrightfrei von der NASA
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:The...



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Ein weiterer Beitrag aus der Reihe "MomentMal"
http://www.myheimat.de/tag/MomentMal
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6 Kommentare
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Sascha Priesemann aus Sehnde | 21.11.2008 | 15:08  
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Vuolfkanc Brugger aus Dillingen | 21.11.2008 | 15:22  
16.153
Silke Krause aus Dillingen | 21.11.2008 | 16:35  
16.153
Silke Krause aus Dillingen | 24.11.2008 | 13:47  
18.186
Vuolfkanc Brugger aus Dillingen | 24.11.2008 | 18:24  
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Vuolfkanc Brugger aus Dillingen | 25.11.2008 | 15:09  
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