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Vergangene Zeit

  Meine lieben Leserinnen und Leser, es ist viel Zeit vergangen, als ich mich das letzte Mal bei Ihnen gemeldet habe.
Nicht nur, dass mit Hildes Tod sehr zugesetzt hat, nein auch die Zeit an sich macht es mir nicht leicht, zur Ruhe zu kommen.
Ich habe das Gefühl, dass mit meine Zeit davon rennt. Durch die direkte Betroffenheit um Hildes Verlust habe ich nun endgültig verstanden, was "Zeit" bedeutet. Sie ist endlich! Sie hört irgendwann auf! Irgendwann ist es dann vorbei! Das hat mich sehr stark ins Grübeln gebracht und wenn Grübeln eines bewirkt, dann dass man Zeit verliert.
Ich habe aber als Senior-Hund wirklich keine Zeit mehr zu verlieren, also habe ich beschlossen, dass es reicht mit dem Grübeln.
Leider musste ich einen schweren Rückschlag hinnehmen, denn einer unserer Neuzugänge ist krankheitsbedingt von uns gegangen, ehe ich Ihnen ihn vorstellen konnte.
Nanouk war nur kurz bei uns und auch nur ein paar Monate auf der Welt, ehe eine Krankheit verhindert hat, dass er diese schöne Welt hätte erkunden können.
Das war sehr schlimm für alle hier - Mensch und Tier!
Nanouk hat uns alle im Sturm erobert. Er war so knuffig und lieb und hatte trotz seines jungen Alters schon eine ganz besondere Ausstrahlung. Es ist tragisch, dass wir ihn verloren haben.
Aber ich wusste, dass ich es allen schuldig bin, dass ich mich nicht wieder zurückziehe.
Es ist meine Aufgabe das Tagebuch zu führen und das werde ich tun, solange ich kann und darf. 
Auch wenn ich nun schon 2 Jahre hier lebe und es mir hin und wieder richtig auf die Nerven geht, so sehr weiß ich es auch zu schätzen, was die Menschen hier alles für uns tun.
Sie gehen weit über ihre Grenzen hinaus und es wird auch nie gefragt, ob das wirklich sein muss, es wird für uns getan, was auch immer für uns getan werden kann.
Das ist ziemlich außergewöhnlich.
Nehmen Sie mal mich als Beispiel. Unsere Menschen gehen in ihrer Freizeit mit mir Spazieren, weil ich für viele Gassigänger einfach zu anstrengend bin. Ich weiß, ich renne mehr, als das ich laufe und ja, ich habe auch kein Interesse an Kuscheln und Schmusen und Tatschen - ich will nur laufen, laufen, laufen und nochmal laufen. Ich weiß, dass ist nicht gerade optimal für den normalen Gassigänger. aber unsere Menschen finden doch immer wieder jemanden, der sich damit "abfinden" kann, dass ich halt kein Schmuse-Pino bin, sondern der Dauerläufer Pino
Soll ich Ihnen ein Geheimnis anvertrauen? Ich weiß nur einfach nicht, wie es anders geht. Aber verraten Sie mich nicht.

Aber ganz davon abgesehen, geht es heute nicht nur um mich....

Es gab einen ganz wundervollen Auszug aus dem Hundehaus und das kam so unerwartet, dass es um so schöner ist. Megi und Anton haben gemeinsam ein neues Zuhause gefunden. So kann es manchmal laufen. Da kommt eine Familie zu Besuch, die gerne 2 Hunde haben möchte, die sich schon kennen und ein Traumpaar sind und wie es das Schicksal so will, haben wir Megi und Anton bei uns und was soll ich sagen, der Funke ist aber sowas von sofort übergesprungen.
Ist das nicht wundervoll! 
Also ich finde es umwerfend! 
Und auch im Katzenhaus gab es einen Auszug und einen Umzug, die mich ebenfalls sehr freuen. Unsere Katzenomi Emily hat ein neues Zuhause gefunden und hat sich auch schon sehr gut eingelebt. Wer hätte gedacht, dass die alte Dame dann doch so einfach noch einmal Glück im Leben haben würde. Perfekt gelaufen - würde ich mal sagen.
Und ebenso bestens ist der Umzug von unserer Yvi auf Ihre Pflegegestelle gelaufen. Sie hat ausrichten lassen, dass es ihr da sehr gut gefällt, sie hätte so richtig schön viel Platz und eine wundervolle Pflegemama, die sich liebevoll um sie kümmern würde. So etwas höre ich gern.....
Und auch unser roter Kater Charly hat eine neue Familie gefunden und sich dort ebenfalls mehr als gut eingelebt.
Ich wünsche Euch 5 ganz viel Glück in Euren neuen Leben und tut mir den Gefallen und genießt es in vollen Zügen.     

Und auch habe ich mir natürlich den Kopf darüber zerbrochen, wer mir denn mit dem Tagebuch helfen könnte und ich habe mich entschieden, Fynn diesen verantwortungsvollen Posten zu übergeben. Er und ich werden von jetzt ab das Tagebuch zusammen betreuen.
Ich kenne ja nun dieses Tierheim und jeden seiner Bewohner am Besten, da ich meine Zeit hier nun schon recht lange verbringe, aber Fynn ist auch nicht erst seit gestern bei uns. Es ist mir vor Kurzem aufgefallen, wie erwachsen er geworden ist. Er ist jetzt ein richtiger Kerl, keine Kuschel-Wuschel mehr, sondern Fynn ist ein richtig stattlicher und imposanter Rüde geworden. Manchmal ist das Tierheim ein schlechter Platz um groß zu werden, für ihn scheint es aber gar nicht so falsch gewesen zu sein. Wenn ich mich erinnere mit welchen Problemchen er zu uns gekommen ist .... Nun gut, er jagt manchmal immer noch irgendetwas, das nur er sieht und das mit dem leichten Schielen macht ihn irgendwie niedlich, wenn er einen so direkt anschaut, aber im Großen und Ganzen hat er die Flausen, die er früher im Kopf hatte, doch besser im Griff. Hummeln hat er immer noch im Hintern, wenn er Gassi gehen darf.
Und natürlich wird er wohl auch sein Leben lang nicht vergessen können, dass er sein Futter verteidigen muss, wenn sich ein anderer Hund nähert...aber das sind dann so Kleinigkeiten, die das Leben nicht erschweren sollten. Manche Hunden lieben Pansen, andere rühren es nicht an ... sowas muss man als Besitzer halt dann einfach lernen. Tut mir leid, wir sind nicht gezeichnet oder genäht, wir sind aus Fleisch und Blut und werden unser Bestes tun, Ihr bester Freund zu sein, aber Sie müssen uns schon auch dabei entgegenkommen und helfen, dass wir das auch können.

So, jetzt werde ich mich mal mit Fynn beraten, wie wir die kommenden Einträge ins Tagebuch gestalten und ihm ein paar Tipps geben, wie er es anfangen soll.
Ich freue mich schon sehr auf seinen ersten Bericht für Sie.
Damit wünsche ich Ihnen Alles Gute und - wie immer - vergessen Sie uns nicht.
Ihr


Tierheim Höchstädt
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