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Fülle an Geist und Souveränität

Wann? 01.11.2009 17:00 Uhr

Wo? Basilika St. Peter Dillingen, 89407 Dillingen DEauf Karte anzeigen
Alexander Möck, Violine und Axel Flierl prägten das Sonderkonzert in der Basilika, in dem fünf Orgelkonzerte von G.Fr.Händel aufgeführt wurden
Dillingen: Basilika St. Peter Dillingen | Dillingen.Glänzende Divertissements hat Georg Friedrich Händel für Orchester und Orgel geschrieben, die in den Pausen seiner Oratorien das Publikum mit eingängiger Musik unterhielten. Von seinen sechzehn Concerti d’Organo wurden fünf am vergangenen Sonntagnachmittag in der Basilika St. Peter aufgeführt. Ihrem Charakter nach hätten sie auch im Stadtsaal mit einer Truhenorgel präsentiert werden können, denn auch Händel hatte als Interpret 1739 kein anderes Instrument zur Verfügung. Damit hätten Besucher und Mitwirkende zwar eine wärmere Umgebung eingetauscht, aber auf viel klangliche Substanz verzichten müssen. Dies wurde vielfältig spürbar bei den solistischen Einsätzen der Sandtner-Orgel. Axel Flierl überraschte mit einer feinen Staffelung der Klangfarben vor allem in den langsamen Sätzen. Die liedhaften Themen, die ständig melodisch und rhythmisch variiert wurden, gewannen dadurch ihren besonderen musikalischen Reiz. An „seiner“ Orgel wirkte Flierl ungemein inspiriert und rhythmisch sicher. Sein immenses Spielvermögen setzte er sowohl elegant als auch virtuos ein. Dazu hatte er vor allem in seinen „ad libitum“- Stellen reichlich Gelegenheit. Die vogelstimmenartigen Figurationen zum Beispiel im Allegro des 13. Konzertes („Kuckuck und Nachtigall) erklangen spielerisch leicht, ohne plakativ zu sein. Im op. 7 Nr. 4 kam einmalig der Einsatz des Pedals hinzu, was die Zuhörer in der sehr gut gefüllten Basilika auf der Großleinwand miterleben konnten, die vor dem Volksaltar aufgestellt war. Ein unschätzbarer Gewinn, mit dem Tonstudio Pecher großartig die auf der Empore platzierten Mitwirkenden optisch nahe brachte. Dieses Eingebundensein schaffte einen noch leichteren Zugang zu den Werken und zum Können der beteiligten Musiker. Vor allem der Dialog zwischen dem Solopart der Orgel und den Tuttistellen des Orchesters kamen hier zum Tragen. Instrumentale Extraklasse boten die vierzehn philharmonischen Kollegen von Alexander Möck. 7 Geigen, 2 Bratschen, 2 Celli, ein Kontrabass, ein Cembalo und 2 Oboen bildeten das ausgezeichnete Kammerorchester. Alexander Möck hatte den Notentext gründlich vorbereitet und ihn mit A. Flierl abgestimmt. Daraus erwuchs ein kongeniales Miteinander, das von der außergewöhnlichen Beherrschung der Instrumente geprägt war. Allen voran Alexander Möck in einer zielstrebigen Leitfunktion, der die Melodien aufblühen ließ. Ihm war Transparenz wichtig als Begleitung zu den Orgelsoli, bei denen er das Orchester auf ein Quartett reduzierte. Wunderschön die Echowirkungen, die Korrespondenz mit der Orgel bei den Themenwiederholungen. Klar und mit üppigem Klang die ouvertürenhaften Satzbeginne, in den die Oboen höchste expressiv eingriffen. In gleichem Maße ausdrucksstark die beiden Celli im Adagio des d-Moll-Konzertes, ziseliert ergänzt durch das Cembalo. Mit Stadtpfarrer Monsignore Gottfried Fellner, Alt-OB Hans-Jürgen Weigl, OB Frank Kunz applaudierten nach 8o eindrucksvollen Minuten beglückt die Zuhörer, den an einem kirchlichen Gedenktag ein denkwürdiges Konzert geschenkt wurde.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Regionalmagazin dillinger | Erschienen am 30.11.2009
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