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Sonntagsausflug: Auf Lauschtour zum Goldberg

   

Vorsicht Goldbergmännle - Sagenhaftes rund um den Goldberg

Kaum sind 35 Minuten vergangen, haben wir uns nach leichtem südwestlichem Rückenwind und (fast immer) leichtem Gefälle an unserer ersten Station der "Lauschtour" eingefunden. Nun gut, das letzte Stück ging es mit dem Fahrrad stetig bergauf, aber das gehört dazu, wenn man "auf den Berg" will. Die Bilder zeigen: Der Goldberg ist ein Hügelchen am nördlichen Rande des Dillinger Donautals, der "Dillinger Seenplatte".

Man sollte eine Tour ja normalerweise am Punkt 1 beginnen, doch wir sind wie immer Querköpfe und beginnen die Tour an einem Punkt, der unserer Heimat am nächsten liegt, und der heißt 7: Die Waldkapelle.

Ein Ort zum "in-sich-Gehen", der Kontemplation, mit guter Sicht durch eine Waldlücke nach Westen. Wir sind hier allein und hören uns die Kurzreportage Nr. 7 an, die wir uns zu Hause über das Internet heruntergeladen haben. Zur Lauschtour führte uns übrigens eine Karte auf unserem Smartphone, auf der unsere Position mit dem Fahrrad als winziger blauer Pfeil gezeigt wurde.

Einen kurzen, aber schweißtreibenden Aufstieg auf einer Kiesstraße treffen wir am Punkt 6, dem "Jubiläumskreuz", ein Ehepaar aus Dillingen, das es sich auf den neuen Liegebänken bequem gemacht hat. Sie gönnen sich den herrlichen Blick über das Donautal bei einem zweiten Frühstück.

Meine Begleiterin ist hoch entzückt, als ihr ein Becher Kaffee angeboten wird, ein Stoff, der ihr auf der weiteren Strecke deutlich "Beine machen" wird, denn es geht in der Folge - ab dem Waldrand - steil bergauf.

Auch ich bekomme Stoff für's Weiterfahren: Die freundliche Dame verteilt Ananas-Stückchen an uns und das gerade eintreffende Rentner-Ehepaar. Sehr ungewöhnlich: Jubiläumskreuz mit Service!

Am Waldrand rasten wir kurz und hören eine weitere Sequenz vom Smartphone, die auf das Kernkraftwerk eingeht, das wir in der Ferne aus heute nur einem der beiden Kühltürme dampfen sehen. Es hat dort wohl Schwierigkeiten gegeben, so dass eine der Anlagen abgeschaltet worden ist. Die Panoramasicht ist überwältigend: Von hier aus kann man bei entsprechender Klarheit sogar die Spitze des Ulmer Münsters sehen (Luftlinie mehr als 60 km).

Über einen mehr oder minder gut befahrenen Waldweg, den ich langsam, aber zäh mit meinem Trike bewältige, komme ich an eine Weggabelung, wo ich ohne die Karte aus meinem Smartphone die Richtung zur Goldberalm und der Goldburg nicht gefunden hätte. Da ist noch Nachbesserungsbedarf in der Ausschilderung seitens der Verantwortlichen auf dem Goldberg-Gebiet.

Nach einem kurzen Stopp an einer Weggabelung verlassen wir den breiten Fahrweg und rollen noch ein Stückchen den Fußweg, der auch über Wurzelwerk führt, abwärts. An einer großen braunen Tafelhalten wir. Sie erzählt ausführlich von der Goldburg, die hier versunken ist. Angeblich. Wer weiß das schon. Das Baumaterial auf jeden Fall ist weg, von Einheimischen zum Bau eigener Wohnanlagen verwendet, vermute ich.

Aber was noch da ist: Ein kurzes Stück weiter hören wir in der Lauschtour vom Smartphone die Geschichte vom "Goldbergmännle", das besonders die kleinen Besucher des Weges erfreuen wird. Eine Kiste mit "Gold" steht vor einem kleinen Holzhaus (von einem dabeistehenden Senior als "Klohäusle" respektlos bezeichnet), aus dem sich nach Klopfen angeblich das "Goldbergmännle" hören lassen soll.

Die gleich daneben in den Wald ragenden Ringelblumen, Keramik auf hohen Stäben, werden wohl nicht lange überleben. Jungmänner aller Altersklassen werden sie, wenn die Eltern nicht dabei sind, als Zielscheiben benutzen. Vandalismus auch im tiefen Wald: Aus der Truhe mit Gold sind auch schon die Goldtaler herausgerissen und mit Heißkleber provisorisch wieder fixiert worden. Wie lange das hält, bleibt abzuwarten. "Eltern achten auf ihre Kinder", würde man hier gerne wünschen, doch "moderne" Eltern lassen die Kinder machen. Hauptsache Spaß - und damit Ruhe und kein Rumquengeln mehr. Die Kraft muss ja irgendwie raus, und da kommen solche Sachen gerade recht.

Wieder zurück auf dem Fahrweg sehen wir an einer weiteren Station leibhaftig das Goldbergmännle an einem Baum, dem "Tor zum Goldberg".

Weil es uns jetzt hungert, lassen wir uns bergab auf dem Waldweg zur Goldbergalm treiben, nicht ahnend, dass das da am Waldrand mit guter Aussicht nach Westen am Sonntag dermaßen viel los ist, dass sogar ein lebhafter Parkplatz-Suchverkehr eingesetzt hat. Mit den Fahrrädern fühlen wir uns da regelrecht bedroht, blicken auf die Hektik auf der Sonnenterrasse und beschließen, den Heimweg anzutreten und zu Hause zu speisen. Nicht ohne ein späteres Wiederkommen auf die to-do-Liste zu setzen, wenn weniger los ist. Dabei gilt es die Öffnungszeiten der Goldbergalm zu beachten.

In nur 40 Minuten, zuerst steil den Weg nach Lutzingen hinab, dann auf fast ebener Strecke, erreichen wir wieder die Heimat, wo es kurze Zeit später Fenchel mit Tomaten und Reis, dazu einen trockenen Silvaner gibt.

Eine gelunge Tour in der Heimat, inspiriert by internet, durch die Lauschtour. Es werde noch mehrere Lauschtouren folgen, das nehmen wir uns vor. Die Dillinger Kneipp-Tour wurde soeben fertig gestellt, und andere Touren in der näheren Umgebung warten schon:


Durchs Leipheimer Moos -
Ein Moor fürs Ohr

Rund ums Kloster Roggenburg -
Mit Bibern, Chorherren und 4000 Orgelpfeifen

Hexen in Nördlingen -
Dunkle Kapitel der Stadtgeschichte

Durch den Rieskrater -
Auf den Spuren einer kosmischen Katastrophe

TIPP: Wer die Lauschtour vom Parkplatz der Goldbergalm mit der Nr. 1 anfangen will, und kein Smartphone oder ein ähnliches Produkt von einem Mitbewerber hat, kann sich ein Abspielgerät in der Goldbergalm ausleihen und sich von diesem die Lauschtour entlang führen lassen.

Anhang: Auch die schönste Sache lässt sich noch verbessern. An die Programmierer der Lauschtour:

Erstens: Immer wieder mal verschwindet die Karte, es ist nur noch der "Pfad" der Tour sichtbar. Das passiert, wenn man von der Detailansicht zurück kommt: Siehe Hardcopy.

Zweitens: Wer kein mobiles Internet hat, lädt sich die Route, die Karte und die Audio-Dateien runter. Aber wie kompliziert ist das! Wieso muss ich -zig Audiodateien herunterladen (und zwar vom kompletten Lauschtour-Projekt), wenn es doch eine Auswahl gibt, wo man alle Dateien runterladen kann, die zu der entsprechenden Lauschtour gehören.

Denkste! Alle außer den Audiodaten kann ich herunterladen. Was ich machen muss: Ich habe schon zu Hause den Pfad der Lauschtour Wegpunkt für Wegpunkt virtuell durchzugehen und jedem Lauschpunkt extra seine Audiodatei herunter zu laden. Zeitlich sehr aufwendig und auf jeden Fall zu verbessern!


Weiter führende Links:

Die „Bayerisch-Schwaben-Lauschtour“ ist Sieger des ADAC Tourismuspreises Bayern 2013 http://ow.ly/o2SS7

Hier geht´s zur Lauschtour im Dillinger Land.
"Vorsicht Goldbergmännle - Sagenhaftes rund um den Goldberg!"
http://www.dillingerland.de/lauschtour-sagenhaft.p...

Bayerisch-Schwaben-Lauschtour für das Smartphone:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.a...

Goldbergmännle lädt ein zu sagenhafter Tour
http://www.augsburger-allgemeine.de/wertingen/Gold...
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat Lebenswert | Erschienen am 09.07.2014
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