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„Der Europaradweg Eiserner Vorhang – ein EU-Projekt für nachhaltigen Tourismus“

Hubert Götz, Geschäftsführer Schullandheim Bliensbach; Christine Kamm, MdL; Ludwig Klingler, Vorstandssprecher der Grünen, Kreisverband Dillingen; Ines-Andrea Seemüller, Gauting; Michael Cramer, MdEP; und Bettina Merkl-Zierer, Vorstandssprecherin der Grünen, Kreisverband Dillingen. (v.l.)
„Ohne die polnische Arbeiterorganisation „Solidarnosc“ und Lech Walesa wäre die Mauer in Berlin und der Eiserne Vorhang in Europa nicht gefallen“. Zu diesem Schluss kam Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments und verkehrspolitscher Sprecher der Europafraktion Die Grünen/EFA in seinem Vortrag „Der Europaradweg Eiserner Vorhang – ein EU-Projekt für nachhaltigem Tourismus“.

Vor dem Referat begrüßte der Geschäftsführer des Schullandheims Bliensbach, Hubert Götz, die Zuhörerinnen und Zuhörer im Dillinger „Colleg“. Dabei erwähnte er besonders die Landtagsabgeordnete Christine Kamm, Augsburg, den Regionalmanager Lothar Kempfle von Donautal aktiv und Angelika Tittl, zuständig für Tourismus im Landkreis Dillingen a.d.Donau, sowie Ines-Andrea Seemüller. Frau Seemüller versuchte mehrmals, durch teilweise spektakuläre Fluchtversuche, den „Eisernen Vorhang“ zu überwinden. In Vertretung des zweiten Vorsitzenden des Schullandheimvereins, Bürgermeister Willy Lehmeier, begrüßte der Wertinger Stadtrat Ludwig Klingler die Versammelten und auch seine Sprecherkollegin im Grünen-Kreisvorstand, Bettina Merkl-Zierer.

Götz: „Unser Schullandheim Bliensbach versteht sich nicht nur als ein außerschulischer Lernort und isolierte Einrichtung mit Bildungsangeboten in den „eigenen vier Wänden“, sondern als Teil des gesellschaftlichen Lebens im Landkreis Dillingen.“ „Seit einigen Jahren beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit einem „Randthema“, der Zeitgeschichte, weil der Kenntnisstand gerade junger Menschen zur deutschen und europäischen Nachkriegsgeschichte nicht sehr hoch ist“, betonte der Geschäftsführer.

Michael Cramer, auch Publizist verschiedener Radreiseführer zum Thema, ging in seinem mit zahlreichen Bildern unterstützten Vortrag zunächst auf die Teilung Berlins vor 50 Jahren ein. Für ihn sei es immer wichtig gewesen, so der Vortragende, auf die Trennungssituation in Europa und Deutschland hinzuweisen. Cramer: „Nur wer seine Vergangenheit kennt, wird die Zukunft meistern.“

Nach dem Fall der Mauer wurde dann, so der Abgeordnete, im Jahre 2001 vom Berliner Senat der ehemalige Kolonnenweg zu einem „Berliner Mauer-Radweg“ ausgeschildert und fahrradtauglich ausgebaut. Dies diente nun zum Vorbild für das Projekt Iron Curtain Trail. Wiederum auf seine Initiative – Michael Cramer wechselte 2004 vom Berliner Abgeordnetenhaus in das Europäischen Parlament - beschloss das Europäische Parlament im Herbst des Jahres 2005, den „Europa-Radweg Eiserner Vorhang“ in ein Förderprogramm aufzunehmen, an dem 20 Länder beteiligt sind, darunter 14 Mitgliedsstaaten der EU. So werde mit bereitgestellten finanziellen Mitteln Routen entlang des ehemaligen Todesstreifens unterstützt, die möglichst nahe an der ehemaligen Grenze von der Barentssee an der norwegisch-russischen Grenze bis zum Schwarzen Meer verlaufen. Der Abgeordnete: „Der Europaradweg Nr. 13, teilweise führend durch Nationalparks mit interessanten Flora und Fauna verbindet eine Vielzahl einzigartiger Landschaften, die wegen ihrer Grenzlage und vormaligen Sperrzonen nahezu unberührt geblieben sind“.
In Deutschland wurde, so führte der Vortragende weiter aus, im Bundestag genau vor 7 Jahren einstimmig votiert, den ehemaligen Todesstreifen in einen Lebensraum für den sanften Tourismus als Radweg am „Grünen Band“ zu erschließen.

Cramer: „Erfahren Sie den europäischen Radweg, der im Übrigen in seinem nördlichen Teil unter der Schirmherrschaft von Lech Walesa steht“.
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