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Der Mechatroniker – ein Mann für viele Fälle

Schüler der Klasse EME12 erklären Schulleiter Werner Wittmann die Ablaufsteuerung einer FESTO MPS-Anlage (MPS = multiples Produktionssystem)

Die Berufsschule in Lauingen gehört zu den ersten bayerischen Berufsschulen, an denen im neuen Berufsbild „Mechatroniker“ ausgebildet wird. Die große Zahl von abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen
– bundesweit bereits über 10.000 - weist auf die hohe Akzeptanz dieses Berufs hin.

Mechatronik ist ein aus MECHAnik und ElekTRONIK gebildete Wortschöpfung. Damit ist die Mechatronik ein interdisziplinäres Gebiet, das drei Systembereiche miteinander koppelt:
mechanische Systeme wie z. B. Maschinenbau und Feinwerktechnik elektronische Systeme, z.B. Mikroelektronik, Leistungselektronik dazu Informationstechnik mit den Gebieten Regelungs-, Automatisierungs- und Softwaretechnik

Da diese drei Systeme von Anfang an ein räumliches und funktionelles Gesamtsystem bilden, ist die Fähigkeit zum vernetzten Denken und Handeln Grundvoraussetzung für einen Berufseinsteiger.

So ist neben guten Noten in den mathematisch technischen Fächern und einem guten technischen Sachverstand auch handwerkliches Geschick eine Grundvoraussetzung. Zunehmend werden aber auch die so genannten Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Handlungskompetenz und der Umgang mit Mitarbeitern und Kunden von den Betrieben gefordert – egal, ob der Bewerber einen Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife oder das Abitur als Schulabschluss vorweisen kann.

Im Schuljahr 1999/2000 nahm die Berufsschule Lauingen die Ausbildung zum Mechatroniker auf. Seit dieser Zeit ist ein kontinuierliches Wachstum bei den Schülerzahlen, unabhängig von konjunkturellen Einflüssen, beobachtbar. Zurzeit werden 122 Auszubildende in Lauingen beschult. Wichtige Tätigkeitsbereiche sind das Einrichten von Produktionsstraßen sowie Wartung und Instandsetzung. Die Absolventen werden nach der Ausbildung in Industriebetrieben wie Bosch-Siemens in Dillingen, aber auch z. B. bei der Firma Zott mit ihren Niederlassungen in Mertingen und Günzburg sowie Valeo in Wemding, Schoellere Arca in Monheim, MAKA.Max Mayer in Nersingen, SPN Schwaben Präzision in Nördlingen, Rood Technology in Nördlingen, Drossbach in Rain am Lech, Lessmann in Oettingen, Alois Kober in Kötz, BWF Kunststoffe in Offingen, Robatherm in Burgau, Kamps Brot und Backwaren in Günzburg, Lingl in Krumbach, System Kosmetik in Münster, RAR Eisenbahnservice in Offingen, Weiss Kunststoffverarbeitung in Illertissen, Kathrein Mobilcom in Nördlingen, Bake Mark in Neu-Ulm und BSB Metallverformung in Burgau.

Äußerst erfreulich ist, dass nahezu alle der Auszubildenden nach der Facharbeiterprüfung vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Zum Teil warten die Betriebe sehnsüchtig auf den Abschluss der Ausbildung, da in unserer Region in diesem Bereich ein akuter Facharbeitermangel besteht.

Seit Beginn des laufenden Schuljahres freut sich die Berufsschule Lauingen im Bereich Mechatronik über ein Novum: das erste Mädchen in unserem Sprengelbereich hat die Ausbildung zur Mechatronikerin aufgenommen. Somit gibt es also nicht nur „Männer“ für viele Fälle.
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