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Ägypten: Federzeichnungen von Walter Stöhr

Da stapft man nun zwischen glühenden Steinen in praller Sonne quer durch die Ausgrabungsstätten uralter Kultur, denkt wehemütig an einen Pool voller kühlen klaren Wasser und einen fruchtigen Drink, schwitzt sich zu Tode und muss hier im Inferno ausharren, nur weil ein langweilig salbungsvoll daher quasselnder Führer einem noch die letzten verwandschaftlichen Beziehungen des Pharaonengeschlechts ein prägen will.

Nein Stop!

Nicht so bei unserem Guide, der zielstrebig und voller Mitgefühl auf ein paar Hightlights der weitläufigen Anlage aufmerksam macht und dann in fröhlicher kleiner Runde unter schattigen Palmen, ein paar Bechern kühlen Trinkwassers und anhand von Fotos und Federzeichnungen auf Wunsch weitere Einzelheiten erklärt. Bei vielen Ausstellungsbesuchen in ganz Deutschland hat er in weiser Voraussicht fleissig die musealen Trümmerstücke skiziert und im Skizzenbüchlein mitgebracht. Kaum geschehen, rennt der in Ehre Ergraute mitten hinein in die Gluthölle, zieht wiederum sein grünes Skizzenbüchlein hervor und hat innerhalb von jeweils ein paar wenigen Minuten wieder an die fünf, sechs Federzeichnungen zu Papier gebracht, während die dörrende Sonne scheinbar ohne Folgen von seiner spiegelnden Schädelplatte abprallt:

Walter Stöhr, ehemals Kunstlehrer am Gymnasium bei Sankt Anna in Augsburg und wohnhaft in Pfersee, ist vielen älteren kulturinteressierten Bürgern in Augsburg und seinem Landkreis durch seine Dia-vorträge, Führungen und Kulturfahrten bekannt geworden. Besonders beliebt waren, neben seiner Fähigkeit viel Wissen lebendig und interessant zu vermitteln, seine handschriftlichen Merkblätter zum Gehörten, die er mit eigenen Skizzen der besuchten Sehenswürdigkeiten auffrischte.
Walter Stöhr (1913-2006) vermachte der Nachwelt über 50 kleine Skizzenbücher mit Federzeichnungen von Ansichten aus Augsburg und von ferneren Reisen. Das Haus der Kulturen Diedorf, das von seinem Sohn Michael geleitet wird, zeigt ab 1. Mai 2017 diese Skizzenbücher, mitlerweile digitalisiert und somit auf mehreren Bildschirmen bequem zu sehen. "Von Heimat und Ferne" heisst die Ausstellung, die wie in den Ausstellungen des Hauses der Kulturen schon so bekannt, Heimatliches mit fernen Kulturen zusammen bringt. Daneben wird die Ausstellung mit vielen interessanten Objekten aus anderen Kulturen ergänzt. Dazu zählt z.B. eine Sammlung von 1000 interessanten alten Schalen und Gefässen aus allen Weltkulturen ("Pottstausend"). Eröffnet wird die Ausstellung mit einer Vernisage und einem Künstlerfest zeitgleich zum großen Maimarkt am 1. Mai um 11 Uhr in Diedorf in der Lindenstrasse 1 an der Hauptstrasse (Bushaltestelle Zentrum beim Maskenmuseum). Viele interessante Künstler werden Sie mit spannenden Aktionen unterhalten, unsere Ateliers im Künstlerhof sind geöffnet. Der Eintritt bei allen Aktionen ist frei.
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Romi Romberg aus Berlin | 04.02.2017 | 12:21  
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