Anzeige

…und so kam der Krieg in die Welt des Alten Europa.

Der "Denker" von Cernavoda, einer der wenigen männlichen Figuren aus der neolithischen Karanovokultur in Ostrumänien
Sie gehören zu einer der großen monotheistischen Religionsgruppen: Christentum, Judentum, Islam?
Dann dürfen Sie jetzt weiterlesen. Sie sind nichts von dem? Dann dürfen Sie jetzt einfach ein Stück überspringen oder doch weiterlesen, weil Sie sich gerne trotzdem weiterbilden wollen.
Die großen monotheistischen Religionen gehen alle auf die Bibel zurück, die natürlich auch die Entstehung der Welt behandelt.

Jetzt sehe ich schon ein Naserümpfen bei allen nicht monotheistisch denkenden Menschen, richtig? Natürlich kennen wir alle den wissenschaftlichen Nachweis der Evolutionstheorie und da stammt der Mensch vom Affen ab und da wird nicht Eva aus der Rippe des Adam gezeugt und der Mensch in eine fertige unveränderliche Welt, die ihm untertan sein soll, hineingesetzt.
Aber wollen wir das Alles noch mal durchgehen lassen als eine Parabel, die zu damaliger Zeit nicht genau Erklärbares in einen in sich geschlossenen Rahmen bringen wollte? Oder so??
Und da gab es natürlich schon die Bestrafung für Alle, die sich nicht konform und folgsam verhalten wollten, andere „Erkenntnis“ wollten. Natürlich braucht eine auf Herrscher und Untertanen hin orientierte Gesellschaft etwas Abschreckendes. Der „Teufel“ in Form der Schlange taucht auf. Böse ist, wer anders behauptet oder anders handelt. Auch klar, muss sein, dass man anders Denkende abschreckt, Queriges ausmerzt. Raus aus dem idealen Garten Eden , wo es weder Krieg noch Frevel gab!
Jetzt kommt die Sprache auf eine Erbsünde! Kain erschlägt Abel. Mann haut Mann die Birne ein! Wo bleiben da eigentlich die Frauen der raufenden Brüder. Keine Chance, mit Vernunft die beiden Kerle auseinander zu kriegen?

Das war s dann mit der Ruhe, so geht es dann kriegerisch weiter im alten Siedlungsgebiet des fruchtbaren Halbmondes in der Levante! Babylon unterjocht die Israeliten, dann ab nach Ägypten in die Gefangenschaft, dann schleudert David dem Philister/Phönizier Goliath der Stein an die Birne, dann die Römer als Machthaber, dann die Israeliten über die Palästinenser (sorry das ist dann ja schon Gegenwart). Ägypten aber gegen die Hethiter geht noch und auch in Mesopotamien geht es laufend drunter und drüber. Syrien, Irak, Isis… ohne Ende! Hoffentlich nicht auch noch Trump und Putin!
Vieles ist schon von der Geschichtsschreibung erfasst und damit teils auch nachweisbare Geschichte, manches blumige Legende. Männer waren nicht nur die Kriegshelden, Männer waren auch die Geschichtsschreiber der geschichtlichen, durch schriftliche Quellen erfassbaren, Zeit ab 3000 vor unserer Zeitrechnung. Ein bisschen einseitig, diese monotheistische Basis: Ein Gott, ein Reich, ein…

So und jetzt dürfen auch wieder alle Rationalisten, Atheisten, Freidenker und nicht monotheistisch an die Bibel Gebundenen weiterlesen:

Im südöstlichen Europa der ausgehenden neolithischen Zeit um 7000 v. Z gab es keine solche Geschichtsschreibung. Es gab natürlich in vorgeschichtlicher Zeit gar keine Geschicht(en)schreibung(Logos), nur mündliche Überlieferung (Mythos). (Es gab anscheinend zwar sogar eine Vorform der Schrift) . Aber es gibt Unmengen an genauestens archäologisch datierbaren und erfassten Funden mit dem Zentrum der sich im Donauraum entwickelnden ersten landwirtschaftlich orientierten Pflanzerkulturen.

Viele Frauenfigürchen werden als Idole einer der großen Mutter Natur und ihrer Gesetze verpflichteten Religion und Gesellschaftsform angesehen.
Zu den wesentlichsten Archäologen dort gehört Marija Gimbutas , geboren in Lettland, als Professorin in den Staaten bekannt, die minutiös alle Zeugnisse vergleicht und in einen Bedeutungsrahmen stellt. Neben einer Vielzahl von gut ins Deutsche übersetzten Büchern darf ich auf das mir wichtigste : Göttinnen und Götter im alten Europa verweisen (ISBN: 978-3-86663-043-7, prallvoll mit Fotos und hervorragend erklärendem Text).

In der Zeitspanne von 7000 bis 4500, der späten Jungsteinzeit, werden die Ansiedlungen von erfahrenen Frauengruppen geleitet, die anscheinend durch annähernde demokratisch/aristokratische Politik die kultischen und regulativen Handlungen untereinander absprachen: Ein religiös untermauertes Matriarchat!

Beispiele für den möglichen Ablauf dieser beratenden Kooperation der Matriarchen finden sich in Tempelmodellen, bei denen die Frauenfigürchen wie um einen "runden Tisch herum" gruppiert sind (unter anderem in einem Tempelmodell im Museum von Cucuteni in Nordost-Rumänien. Dass hier in der Form des Matriarchats mehrere Frauen zusammen saßen und nicht nur eine das Sagen hatte, findet sich auch an Hand von verschiedenen orginalgroßen Tempelanlagen, die der großen Mutter zu Ehren erbaut waren, unter anderem auch im Stierraum von Catal Hüjük bestätigt. Es war tatsächlich auch für mich absolut überraschend, bei unseren Besuchen der archäologischen Museen in Rumänien, Bulgarien und Serbien, immer wieder auf solche Frauenfigurgruppierungen zu stossen.
Während einige ganz unterschiedliche Stile an Hand tausender Frauenidole und weniger Männerfiguren von einem reichen religiösen und kulturellen Leben dieser nach den Fundkomplexen benannten Starcevo-, Vinca-, Cucuteni, Karanovo-, -kulturen berichten, finden sich während mehreren tausend Jahren nur stein- bzw. kupferzeitliche Werkzeuge für den Ackerbau, aber keine Waffen. Diese zu einander verschiedenen Kulturen lebten anscheinend ohne Kriege!

Dabei möchte man doch meinen, dass, wo sich größere im Handel konkurierende Städte mit Vorratswirtschaft gebildet hatten, es ja auch etwas zum Wegnehmen, also für Überfälle und kriegerische Auseinandersetzungen, gegeben hätte. Weit gefehlt!

In der Mitte des 5. Jahrtausend entstand in den Bereichen der südrussischen Steppe (nördlich vom heutigen Schwarzem und Kaspischem Meer), die von teilnomadisch lebenden Völkern der Kurgankulturen besiedelt waren, eine anhaltende Dürre, die diese auf Pferdezucht spezialisierten Völker nach Süden bis in den Donauraum vorwärts trieb. Diese hauptsächlich nomadischen Viehzüchter waren patriarchal organisiert. Neben Speeren, Kurzschwertern aus Kupfer waren vor Allem Ihre Bögen und Pfeile gefürchtet. Die Bestattung heraus ragender Fürsten erfolgte in monumentalen Einzelgrabaufschüttungen (Kurgane) nicht wie bei den Ackerbauern in Gemeinschaftsgräbern.

Nach anfänglich wohl eher langsamer Integration in die Ackerbaukulturen, wurden in zwei und mehr weiteren Eroberungswellen 3500 und 2000 v. u. Z. die Ackerbauvölker schließlich ganz ausgelöscht oder in der patriarchalen Struktur der Viehzüchter unterdrückt . Die letzte Welle, die indogermanische Wanderung erfolgte dann um 1000 vor unserer Zeitrechnung. „ Kain, der Ackerbauer erschlägt Abel, den Hirten“ ? Dann eher doch ein wenig umgedreht, oder? Ist doch ein Kern Wahres an der Bibel, aber Verdrehungen patriarchales Kalkül?

Sehr seltsam auch, dass sich in weiten Teilen der Welt primär tatsächlich die Konkurrenz von Ackerbau- und Viehzuchtinteressen so zu tiefem Hass von Völkern beider Ernährungsgrundlage entwickelt hat, bis dann weit später die Ausbeutung durch die Kolonialmächjte all diesen Feindseligkeiten vernichtenden Stempel auferlegt hat. : Flohen vor einander oder bekriegten sich ?: Die Dogon und die Reiter der Mossi in Burkina Faso, die Haussa und die Stämme in der Pflanzzone im Süden Nigerias, die Völker in Nord und Südsudan, Tussi und Hutu in Ruanda, die kriegerischen Volksgruppen Südäthiopiens. Nicht zuletzt möchte man auch die Landnahme der weissen Siedler Amerikas von den herumziehenden Indianerstämmen so deuten.

Ach so, jetzt möchten Sie natürlich noch wissen, was denn jetzt die monotheistischen Religionen mit dem Krieg zu tun haben sollen.
In allen diesen Religionen heisst es ja : Du sollst nicht töten ,oder?
Na ja eigentlich gilt das ja nur für die Rechtgläubigen.
Ketzer sollten im Christentum durch hochpeinliche Befragung zum Geständnis und durch Verbrennen des sündigen Leibes dann vor den Höllenqualen bewahrt werden. Die Heiden waren keine richtigen Menschen, für die das Gebot dann ja auch nicht gelten konnte, den Muselmanen musste man in den heiligen Kreuzzügen entgegentreten, um Jerusalem zu befreien(?) und die Juden wurden ja mit der Endlösung bedacht.
Liebe Deinen Nächsten ( monotheistisch konform Gleichgesinnten)!
Verfolgt man Pressemitteilungen der islamischen Gesellschaften ist die Definition des Djihad, des heiligen Krieges gegen die Un- und Andersgläubigen, eher eine besonders intensive gewaltfreie ja liebevolle Auseinandersetzung mit den Anderen.

Ich kenne viele Kriege in der monotheistischen Welt, aber eigentlich keine Kriege in der Vielgötterei Indiens (mit Ausnahme der Zeit der Moghulen, die im islamischen Missionierungseifer, raubend und mordend ins Land einfielen) Jeder weiß ,dass selbst der von Ghandi geführte Unabhängigkeits"krieg", bewusst gewaltlos war.
Es gibt keine kriegerischen Handlungen im Buddhismus - außer dem verzweifelten Aufstand tibetanischer Mönche gegen die Bestrafungsmassnahmen der Fremdmacht China im eigenen Land. Auch Naturvölker führen keine Kriege mit Ausnahme derer, die Kannibalismus, das Töten von Menschen, als religiöse Lebensgrundlage sehen.

Warum gibt es im Hinduismus, in der Vielgötterei, keine Kriege: Es macht kein Problem, andere Götter und Propheten mit in den Götterhimmel ein zu bauen oder mit synonymen Namen zu bereits vorhandenen Göttern zu bezeichnen. Buddha ist wie Krishna (und Jesus) dann einfach eine weitere Inkarnation von Wishnu, dem Gott der Verständigung und Liebe. Warum Bekämpfen?
Die Römer haben das auch gemacht (Zeus-Juppiter etc.), aber trotzdem Kriege wegen wirtschaftlicher und politischer Interessen geführt (Der religiöse Hintergrund bei Jesus war bekanntermaßen Pilatus völlig egal)
Buddha s Lehre will jedem Menschen selber seinen eigenen Weg im Verstehen und Lieben der Anderen finden lassen. So what ???
Wenn ich meinen Glauben für allein richtig halte und dem Andersgläubigen dieses Recht nicht zu gestehe, kann es zu Streit und schlimmstenfalls zu Krieg kommen.
Der Glauben unserer Tage sind die wirtschaftlichen und politischen Interessen.....wie bei den Römern oder eben noch früher zu Beginn der Kupferzeit bei den expandierenden Kurganvölkern.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
2 Kommentare
4.825
Romi Romberg aus Berlin | 10.04.2017 | 00:27  
57.653
Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.04.2017 | 00:51  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.