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Neujahrsfeuer und Perchtenlauf in Diedorf: Verbrennt den alten Ballast, damit Neues wieder wachsen kann!

  Diedorf: Maskenmuseum | Feiern bis zum frühen Morgen, Saufen bis zum Umfallen, tausende von Euro in die Luft böllern, so verabschiedet man sich heutzutage recht oft standesgemäß vom alten Jahr… und begrüßt das Neue gleich mit einem Mordskater und freilich dann auch gehörig schlechter Laune.
Nicht überall: In Diedorf gab es am Vorabend zu Dreikönig (dem alten Neujahrsbeginn) auf der Wiese vor der Schmuttertalhalle im Dunkel des frühen Abends eine andere ursprünglichere Alternative:
Traditionelle alte kunstvoll geschnitzte Holzmasken aus dem internationalen Maskenmuseum, wilde zottelige Pelzkostüme, große laut hallende Kuhglocken und –Schellen, Fackelschein und Trommelwirbel begleiten den Tanz ums lodernde Neujahrsfeuer. Darunter Studenten der Uni Augsburg, die sich mit Brauchtumskunde beschäftigen, und auch wieder eine Perchtengeschichte und einen wilden Stampftanz zur Darstellung brachten . Begleitet wurden Sie von Perchtenläufern aus Gablingen, Welden, Aystetten und München .
In früheren Zeiten schon vor dem Christentum verabschiedete man sich beim Jahreswechsel von all den schlimmen Gedanken an Hunger, Not und Sterben im Winter und feierte in Hoffnung auf ein neues besseres Jahr das länger Werden der Tage, die kommenden Zeit der wärmer werdenden Sonne , die Fruchtbarkeit der Felder und das Glück des neu erwachenden Lebens.
Laute Stampfschritte sollten die wachstumsfördernden und fruchtbarkeitsbringenden Geister der Erde und Frau Perchta, auch Perscht, wohl in Erinnerung an die Geschichte um die griechische Frühlings,- und Totengöttin Persephone zu neuem Leben erwecken.
Wilde Tiere, wie Bären und Wölfe, die im Winter nahe an die Ortschaften herangekommen waren, sollten im Neuen Jahr ebenso wie die dunklen Mächte und trüben Gedanken mit wilden und gruseligen Maskenkostümen und lautem Lärm in die Flucht geschlagen werden und das Bestellen der Felder wieder gefahrlos ermöglichen.
Leider nur an die 150 Besucher aus Augsburg und der Umgebung (letztes Jahr waren es 300) trotzten zusammen mit unseren Perchten dem regnerisch kalten und stürmischen Wetter. Leider war im Gegensatz zum letzten Jahr ein echter Perchtenlauf vom Bürgermeister der Marktgemeinde kurzfristig doch nicht genehmigt worden. Der versteckt liegende Platz wurde wohl auch nur von wenigen Interessierten gefunden.
Zum Dank für alle Ungemach durften sich alle zusammen dafür im Anschluss in der alten gemütlich beheizten alten Dorfschmiede in der Lindenstrasse 1 im Künstlerhof am Maskenmuseum bei Glühwein und angeregten Gesprächen über das alte Brauchtum dann wieder aufwärmen. Spontan hatten sich dieses Jahr schon einige Perchtenneulinge vor dem Perchtenspektakel noch schnell Masken und Kostüme ausgesucht. An den ersten drei Märzwochenenden 2018 soll nun in der alten Dorfschmiede Diedorf von einem gelernten Maskenschnitzer und Kunstpädagogen das Schnitzen einer eigenen Holzmaske gezeigt werden: Anmeldungen zum Schnitzkurs bei Christoph Spengler 015115881391oder beim Maskenmuseum 0823860245. Auch Kurse für Gold- und Silberschmiedetechniken, Ytongsteinplastiken, Tief,- und Hochdruckgraphik, Stoffdruck, Aktzeichnen etc. sollen in der alten Dorfschmiede in Kürze folgen. Interessierten Kursleitern wird der Kursraum kostenlos überlassen.
Allen, die gerne dabei gewesen wären, zeigt das Augsburger Fernsehen jetzt aber in einem spannenden und interessanten Beitrag aus Land und Leute ( Mediathek ) Ausschnitte aus dem wilden Perchtenspektakel: https://www.augsburg.tv/mediathek/video/land-leute...
Die tollen Fotos hat für das Maskenmuseum Helmut Wöhrle von unseren Gablinger Perchten geschossen. Danke sehr!
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 03.02.2018
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