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Gymnasium Diedorf: Rutsche statt Rolltreppen?

Wann? 08.03.2012 18:00 Uhr

Wo? Schmuttertalhalle , Diedorf DEauf Karte anzeigen
Blick vom geplanten Gelände des neuen Gymnasiums: Die unmittelbare Bahnhofsnähe garantiert kurze Wege
 
Bequeme schülerfreundliche Sitzmöbel statt konventionelle Schülerbänke
Diedorf: Schmuttertalhalle | Rolltreppen wünschten sich die frischgebackenen Gymnasiasten Clarissa, Anna-Lena, Maximilian und Roman noch vor einem Jahr für ihre neue Schule in Diedorf (wir berichteten, vgl. „MyHeimat“ vom 21.03.2011). Rolltreppen wird es auch im Neubau, dessen Fertigstellung für das Schuljahr 2014/15 geplant ist, nicht geben – aber vielleicht können die Schüler bald vom ersten Stock ins Erdgeschoss rutschen?
Zur Zeit laufen die Planungen für das neue Gebäude in direkter Nachbarschaft des Bahnhofs in Diedorf auf Hochtouren: die Architekten sind am Zeichnen, die Energieberater rechnen und mehr als zehn weitere Planungsbüros sind dabei, dem neuen Gebäude eine Form zu geben. Als Grundlage dafür dient das Raumkonzept, das von der Schulfamilie entwickelt worden ist. Und vielleicht wird das neue Schulhaus des Gymnasiums Diedorf schon bald ein Vorbild für eine ganz neue Art von Gymnasium? Hier trifft nämlich ein neuartiges, pädagogisches Konzept auf zukunftsorientierte Architektur: Die deutsche Bundesstiftung Umwelt überprüft gerade, ob sie das Bauvorhaben mit Modellcharakter in ihre Förderung aufnimmt. Denn es soll gezeigt werden, dass ein Schulgebäude mit offenen Lernlandschaften im PassivhausPlus-Standard in Holzbauweise errichtet werden kann. Aber was heißt das?
Die Schulfamilie - bestehend aus Schülern, Eltern, Lehrern, Verwaltungsangestellten und Schulleitung - hat sich auf ein pädagogisches Raumkonzept geeinigt, das neue Arbeitsformen ermöglicht und dem Rechnung trägt, dass Schule nicht nur ein Lernort, sondern auch ein Lebensraum ist. Neuartig ist dabei, dass die einzelnen Jahrgangsstufen eigene Bereiche zugewiesen bekommen, in denen nur sie unterrichtet werden. Um einen zentralen großen „Marktplatz“ herum, der als Präsentations- und Austauschort dient, sind einzelne Klassenzimmer angeordnet, die aber auch durch Glasscheiben zum Marktplatz hin einsehbar sind. Diese Transparenz soll in einzelnen Phasen des Unterrichts für einen erhöhten Freiarbeitsanteil genutzt werden, in dem die Kinder und Jugendlichen selbständig Unterrichtsstoff einüben und vertiefen. Die Schüler halten sich also – wenn sie nicht in Fachräumen sind, wie Naturwissenschaften, Musik und Kunst oder Sport – in ihrem eigenen kleinen „Dorf“ auf, das ihnen eine wohnliche Atmosphäre und sogar eigene Toilettenanlagen bietet. Dort leben und lernen sie miteinander: teilweise im Klassenverband und phasenweise eigenverantwortlich in Freiarbeit. Dabei können die Schüler selbst wählen, in welcher Geschwindigkeit und Umgebung sie arbeiten wollen. Die Einrichtung wird so gestaltet sein, dass verschiedene ergonomisch sinnvolle und abwechslungsreiche Sitz- und Stehpositionen angeboten werden: sitzend am Tisch, stehend an Computerstationen, liegend am Boden oder auf Sitzkissen und Sitzbällen – je nach individuellen Vorlieben. Das Konzept der offenen Lernlandschaften, das auch keine Türen an den Klassenzimmern mehr vorsieht, wird die Lehrkräfte dabei unterstützen, die Ansprüche des bayerischen Lehrplans an selbständiges und methodisch vielfältiges Lernen optimal umzusetzen. Es bietet durch flexible Möbel und Räume die Möglichkeit, schnell die passende Umgebung für eine Unterrichtseinheit zu schaffen.
Um all diese Forderungen zu verwirklichen und darüber hinaus mit Photovoltaik-Anlagen noch Energie zu erwirtschaften, wird schon fleißig geplant, damit sich der Traum der Schulfamilie Diedorf schon bald erfüllt. Da kann man es auch gut noch zwei Jahr in den Pavillons aushalten, die für die 150 Fünftklässler dieses Jahrgangs zur Verfügung stehen und im September für die Schüler und Schülerinnen der neuen fünften Klassen aufgestockt werden.
Für alle Interessierten findet am Donnerstag, den 8. März 2012, um 18 Uhr der diesjährige Informationsabend in der Schmuttertalhalle statt. Wer darüber hinaus noch Interesse an dem Raumkonzept hat, kann es sich auf der Homepage des Gymnasiums Diedorf anschauen: www.gymnasium-diedorf.de
Dort wird man auch wieder die Rutsche entdecken, die ebenso angedacht ist wie ein Schulgarten oder ein Kleintierbereich. Denn allen ist daran gelegen einen Ort zu schaffen, zu dem Kinder und Jugendliche gerne kommen, um dort zu lernen und zu leben.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 02.03.2012
1 Kommentar
21.019
Tanja Wurster aus Augsburg | 22.02.2012 | 08:33  
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