Anzeige

Wladimir Putin: «Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft»

Am 24. Juni 2020 feierte Russland «75 Jahre Sieg über Nazi-Deutschland». Dazu hat Präsident Putin selber in die Tasten gegriffen.

Putins langen Artikel nicht nur zu den Ursachen des Zweiten Weltkriegs halte ich für mehr als lesenswert.

Das Wichtigste ist wohl zum Schluss gesagt:

"Die Schaffung eines modernen Systems internationaler Beziehungen ist eines der
wichtigsten Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs. Selbst die unvereinbarsten
Widersprüche – geopolitische, ideologische, wirtschaftliche – beeinträchtigen nicht die
Suche nach Formen von friedlichem Zusammenleben und friedlicher Interaktion, wenn
es den Wunsch und den Willen dafür gibt. Heute erlebt die Welt nicht die friedlichsten
Zeiten. Alles ändert sich: vom globalen Gleichgewicht zwischen Macht und Einfluss bis
zu den sozialen, wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen des Lebens von
Gesellschaften, Staaten und ganzen Kontinenten. In den vergangenen Epochen gingen
Verschiebungen dieser Größenordnung fast nie ohne große militärische Konflikte und
ohne Machtkampf um den Aufbau einer neuen globalen Hierarchie vonstatten. Dank der
Weisheit und Weitsicht der politischen Führer der alliierten Mächte konnte ein System
geschaffen werden, das extreme Manifestationen dieser Rivalität verhindert, welche
historisch der globalen Entwicklung innewohnt.
Unsere Pflicht – also die Pflicht derjenigen, die die politische Verantwortung
übernehmen, insbesondere der Vertreter der Siegermächte im Zweiten Weltkrieg – ist es, sicherzustellen, dass dieses System erhalten bleibt und verbessert wird
. Heute wieim Jahr 1945 ist es wichtig, politischen Willen zu zeigen und gemeinsam über die
Zukunft zu diskutieren. Unsere Kollegen – die Herren Xi Jinping, Macron, Trump,
Johnson – unterstützten die russische Initiative, ein Treffen der Führer der fünf
Atommächte – der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates – abzuhalten. Wir danken ihnen dafür und erwarten, dass ein solches persönliches Treffen zum frühestmöglichen Zeitpunkt stattfinden kann.

Was könnte aus unserer Sicht auf der Agenda des anstehenden Gipfels stehen? Vor
allem ist es nach unserer Meinung sinnvoll, über Maßnahmen zu sprechen, mit denen
das Kollektive in den internationalen Angelegenheiten gestärkt werden kann, sich offen
über den Friedenserhalt auszutauschen, über die Verbesserung der globalen und
regionalen Sicherheit, die strategische Rüstungskontrolle, das gemeinsamen Vorgehen
gegen den Terrorismus, Extremismus, weitere drängende Herausforderungen und
Bedrohungen.
Ein weiteres Thema, das auf der Tagesordnung des Treffens steht, ist die Situation in
der Weltwirtschaft, vor allem die Überwindung der durch die Coronavirus-Pandemie
verursachten Wirtschaftskrise. Unsere Länder ergreifen beispiellose Maßnahmen, um
die Gesundheit und das Leben der Menschen zu schützen und die Bürger zu
unterstützen, die sich in einer schwierigen Situation wiederfinden. Wie schwerwiegend
die Folgen der Pandemie sein werden, wie schnell die Weltwirtschaft aus der Rezession
herauskommt, hängt von unserer Fähigkeit ab, als echte Partner zusammenzuarbeiten.
Darüber hinaus ist es unzulässig, die Wirtschaft zu einem Instrument des Drucks und
der Konfrontation zu machen. Zu den aktuellsten Themen zählen der Umweltschutz und
der Kampf gegen den Klimawandel sowie die Gewährleistung der Sicherheit des
globalen Informationsraums.
Die von Russland vorgeschlagene Agenda des bevorstehenden «Fünfer-Gipfels» ist
sowohl für unsere Länder als auch für die ganze Welt äußerst wichtig und relevant. Und
zu jedem Anhaltspunkt haben wir konkrete Ideen und Initiativen.
Es besteht kein Zweifel daran, dass der Gipfel mit der Teilnahme Russlands, Chinas,
Frankreichs, der Vereinigten Staaten und Großbritanniens eine wichtige Rolle bei der
Suche nach gemeinsamen Antworten auf moderne Herausforderungen und
Bedrohungen spielen und ein gemeinsames Engagement für den Geist des
Bündnisses, die hohen humanistischen Ideale und Werte demonstrieren wird, für die
unsere Väter und Großväter Schulter an Schulter gekämpft haben.
Auf der Grundlage unseres gemeinsamen historischen Gedächtnisses können und
müssen wir uns gegenseitig vertrauen
. Dies wird als solide Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen und konzertierte Maßnahmen zur Stärkung der Stabilität und Sicherheit auf dem Planeten sowie für den Wohlstand und das Wohlergehen aller Staaten dienen.
Dies ist – ohne Übertreibung – unsere gemeinsame Pflicht und Verantwortung
gegenüber der ganzen Welt, gegenüber den gegenwärtigen und den zukünftigen
Generationen.

Wladimir Putin"


Quelle:
https://www.infosperber.ch/data/attachements/Putin...
1
Einem Mitglied gefällt das:
1 Kommentar
15.184
Jost Kremmler aus Potsdam | 01.07.2020 | 21:16  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.