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Stadtteilfest Großer Dreesch

    Schwerin: Fernsehturm | Hier stellt sich die Frage, wo stellt man dies ein, unter Kultur oder Politik?


Beinahe vor meiner der Haustür, fand das Stadtteilfest Großer Dreesch am Fernsehturm statt. Nur schade, dass die Freude, wieder oder immer noch, durch die Sperrung des Weges rund um den Fernsehturm getrübt wird. Hier stellt sich die Frage, warum ist der Weg immer noch gesperrt?
Dass man die Halle am Fernsehturm, also eine ganze riesige Halle für 1.-€ Erbpacht von der Stadt mieten kann und warum, wird für immer eine Frage bleiben, die keiner von der Stadt beantworten will und scheinbar auch nicht möchte. Über den Nutzen des Feuerwehrmuseums mit den wenigen Besuchern kann man freilich streiten, derweil die Marktfrauen vom Berliner Platz, dem Wetterunbilden trotzen müssen.
Aber das Thema dieses Beitrages soll ja das Stadtteilfest auf dem Großen Dreesch sein.
Allerdings erschließt sich mir nicht wirklich, ob es sich bei der Veranstaltung nicht um eine Wahlveranstaltung gehandelt hat. Wer war eigentlich für die Zulassung der zahlreichen Parteien zuständig und hat somit dazu beigetragen, dass ein Stadteilfest zu einer Wahlveranstaltung verkommt? Und gibt es eigentlich noch eine Veranstaltung, die einfach mal so über die Bühne gehen kann, ohne Wahlwerbung und ohne Demokratiemeile? Ich und viele meiner Mitbürger sind nun wirklich keine Freunde der NPD, aber eine Demokratie sollte stark genug sein, andere Meinungen zu vertragen und sich dem stellen. Aber dazu mehr weiter unten im Artikel.

Das Fest wurde auf der Webseite Großer Deesch angekündigt.

Hier der Text:
Gefeiert wird traditionell am Fuße des Fernsehturms. MueZi, die Stadtteilmaus vom Dreesch, freut sich ganz besonders über den Besuch von Fiete! Auch AWOschka, das Maskottchen der AWO, hat seine Teilnahme angekündigt.
Neben den Infoständen und Mitmachaktionen soll diesmal auch eine Demokratiemeile aufgebaut werden - unter dem Motto „gefestigte Demokratie feiern“. Damit wollen Parteien, Verbände, Vereine, Gewerkschaften, Kirchen, Initiativen, Unternehmen und Privatpersonen, die im Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin vereint sind, Farbe bekennen: Bunt statt Braun!
Die Besucher können sich kompakt informieren, ihr gesellschaftliches Wissen im Einbürgerungstest überprüfen (die besten Teilnehmer werden prämiert) und Menschen unterschiedlicher Nationen, Religionen und Parteien kennenlernen. Zur Eröffnung wird Stadtpräsident Stephan Nolte erwartet.
Zu den sportlichen Wettbewerben gehört das traditionelle Tauziehen der Stadtteile Neu Zippendorf und Mueßer Holz um den Fernsehturm-Wanderpokal (ca. 15 Uhr).
Die Russisch-Orthodoxe Kirche lädt in der Zeit zum „Tag der offenen Tür“ ein, so dass man ganz nebenbei in der Nachbarschaft auch die neue Kirche besichtigen kann. Natürlich lohnen sich auch ein Besuch des Fernsehturms und des Feuerwehrmuseums. Besonders viele Angebote gibt es für die Lütten, die sich auf Bastelstraßen, Hüpfburgen, Rutschen, Torwandschießen, KMX-Räder und das „4 in 1 Fungee“ freuen können (kostenlos).
Gesangs-, Tanz- und Musikgruppen verschiedener Vereine, Schulen und Kitas gestalten gemeinsam ein Non-Stopp-Bühnenprogramm, das die Vielfalt unserer Kulturen zeigt. Mit dabei sind u. a. „Kuljugin e. V.“ mit dem Chor „Lebensfreude“, die NTS-Jumpcrew, die Tanzgrupe „Sternchen“ des Deutsch-Russischen Kulturzentrums Kontakt, der Rock- und Popchor der Astrid-Lindgren-Schule/IGS Bertolt Brecht, die Kindertanzgruppe des Turn- und Sportvereins „Makkabi“, die Grundschule am Mueßer Berg, die Kita „Future Kids“, eine Band der Freien Evangelischen Gemeinde, die Schule am Fernsehturm, die „Plattenladys“ vom Verein „Die Platte lebt“, die Breakdancer und Rapper der „Power Event Group“ sowie weitere Akteure. Das Finale wird der Gospel-Chor „Spirit Of Joy“ mit Gospel Schröder gestalten.

Das Fest wird gefördert durch das Programm „Soziale Stadt“ und das Bündnis für Toleranz und Demokratie. Sponsoren unterstützen das Fest durch Spenden.


Beim Lesen der Ankündigung viel auf, das in der Veranstaltung oftmals auf unsere russischen Mitbürger eingegangen wurde. Zum Beispiel wurde auf die Russisch-Orthodoxe Kirche hier auf dem Dreesch hingewiesen, dazu konnte man sich als Besucher kompakt informieren und zudem sein gesellschaftliches Wissen in einem Einbürgerungstest überprüfen(?) (die besten Teilnehmer wurden prämiert) und Menschen unterschiedlicher Nationen, Religionen und Parteien kennenlernen, was ich gerne glauben möchte. Nun ist es aber doch so, dass ich als Bürger und Einwohner auf dem Dreesch, allein dadurch, dass ich in diesem Stadtteil wohne, hier besonders in Neu Zippendorf und Mueßer Holz, jeden Tag Gelegenheit habe, andere Religionen und unterschiedliche Nationalitäten kennen zu lernen. Es gibt bei den Diskountern teilweise sogar russische Zeitungen und zudem pflegt man die russische Sprache, wenn man beim Einkaufen ist. Oftmals liest und hört man ja von unseren Mitbürgern, dass man ja gerade in Russland diskriminiert wurde, weil man dort deutsch gesprochen hat, scheinbar pflegt man jetzt aber wieder die russische Sprache, die es oft den Kasslerinnen in den Supermärkten so schwer macht. Dazu gibt es ein komplett russisches Kaufhaus auf dem Dreesch, wo sie sogar den russischen Trockenfisch kaufen können.

Warum denn nun aber auf einem Stadtteilfest ein Wettbewerb für die Bürger in Form eines Einbürgerungstest abgehalten werden muss, ist für mich schon irgendwie völlig daneben!
Die Parteistände haben dort einfach nichts zu suchen gehabt, es geht doch darum, gemeinsam zu feiern und so auch eine Annäherung zwischen den verschiedenen Kulturkreisen zu erreichen.
Die Bürger haben sich eh längst irgendwie arrangiert und kommen gut miteinander aus, dazu muss nicht pausenlos dazu aufgerufen werden, das zu tun.
Die Politiker die Anwesend waren, ging es doch auch wieder einmal nur um Wählerstimmen, damit diese ihre Regierungsmehrheiten halten können. Der Wähler ist dem Politiker doch egal und es ist übrigens an der Zeit, dass das Bundeswahlgesetz geändert wird, damit die Ausschüttung der Gelder an die Wahlbeteiligung gekoppelt wird. Derzeit werden diese Gelder so gezahlt, als wenn jeder Bürger zur Wahl gegangen ist!
Eigentlich bin ich auch zum Stadteilfest gegangen, um mich einmal mit einem Vertreter der Grünen zu unterhalten. Leider hatte für meine Vorsprache scheinbar einen ungünstigen Zeitpunkt gewählt. Gerade als mich erkundigt hatte, wer der Ansprechpartner bei den Grünen am heutigen Tage ist und auf einen Herrn im gestreiften Pulli verwiesen wurde, kamen ein paar vorwiegend junge Leute mit ein paar Pappschildern über das Gelände gelaufen. Just in diesem Moment sprach in den Herrn, mit „Guten Tag ich habe mal eine Frage…., zu Ende sprechen konnte ich nun leider nicht, weil ich fast über den Haufen gelaufen wurde von dem Herrn, mit der energischen Bemerkung“ Jetzt, nicht! Daraufhin eilte der Herr zu den jungen Leuten und verweis sie scheinbar des Platzes.
Scheinbar wurde auch noch die Polizei gerufen, die dann kurz danach eingetroffen ist.
Die vorübergehende Aufregung legte sich aber wieder schnell und sicher haben einige wieder einmal hysterisch überreagiert und leider kam es zu keinem Gespräch mehr mit den Grünen, es ging ja in meinem Anliegen auch nur um die Fällung der Bäume in der Lewitz, welch langweiliges Thea für die Vertreter der Grünen an diesem Tag. Mit vermutlichen Nazis und dem Einsatz gegen die braune Brut, kann man sich doch viel besser profilieren. Hätten sich unsere etablierten Parteien in Mecklenburg mit der gleichen Energie, wie sie gegen die NPD aufgewendet haben, für den Hochwasserschutz eingesetzt, wären weit weniger Menschen in unserem Land regelrecht abgesoffen. Aber für Hochwasser gibt es ja Gummistiefel, die man falls man sich nasse Füße geholt hat, schnell wieder ausziehen kann. Darüber hinaus dürfte die Anwesenheit der NPD im Schweriner Landtag, darauf zurückzuführen sein, dass dort von den Parteien wohl eine falsche Politik betrieben wurde, die dazu führte das Wähler aus Protest, einer Partei ihre Stimme gegeben haben, die eigentlich keiner braucht und wirklich haben will. Also liebe Politiker in Mecklenburg, Augen und Ohren auf für die Probleme der Bürger im Land und sich den Anforderungen der Zeit stellen und nicht die Bürger über den Haufen rennen.
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