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Viele Tausend Zuschauer genossen tolle Stunts: Rasante Kunst am Firmament - Flughafentag auf der Lipper Höhe mit spektakulärer Luftakrobatik

Immer eine Augenweide: Thomas Holz und Friedrich Diehl (im Hintergrund) ziehen mit ihren prächtigen Doppeldeckern, einer betagten Bücker „Jungmeister“ und einem 77 Jahre alten „Stieglitz“ im Verband majestätische Kreis über der Lipper Höhe. (Foto: Volker Hilpert)
 
Neue Flugzeuge, neues Programm: Walter und Toni Eichhorn sind eine Klasse für sich. Über der Lipper Höhe zeigten Vater und Sohn, dass sie europaweit zu den Besten ihres Fachs gehören. (Foto: Sven Vollert)
Burbach: Siegerlandflughafen | BURBACH - Das war ein guter Tag für die Luftfahrt, den Siegerlandflughafen und alle, die sich mit der Fliegerei verbunden fühlen. Erstere beiden haben sich am vergangenen Sonntag beim „Flughafen-Tag“ auf der „Lipper Höhe“ blendend „verkauft“. Viele tausend Besucher bevölkerten das weitläufige Areal, warfen interessierte Blicke hinter die Kulissen des modernen Regional-Airports, schauten aber zumeist gen Himmel, wo sich das Hauptgeschehen abspielte. Verteilt über den gesamten Tag dürften locker 12.000 Gäste vor Ort gewesen sein. Bis zum späten Nachmittag gab es ein ständiges Kommen und Gehen. Bei freiem Eintritt servierten die Platzherren ein aeronautisches Showprogramm vom Feinsten, wobei sie in erster Linie auf regionale Akteure zurückgegriffen hatten. Das Dreiländereck beherbergt ja eine stattliche Anzahl an Piloten, die zu den Besten Europas zählen.

Reinerlös für Grundschule in Äthiopien

Und das Ganze war auch noch für einen guten Zweck bestimmt. Der Reinerlös der Veranstaltung fließt an die Stiftung „Fly &Help“ des RPR-Moderators Reiner Meutsch, die damit gemeinsam mit der Welthungerhilfe eine Grundschule in Äthiopien unterstützt. Meutsch selbst kommentierte auch wortgewand und kenntnisreich die rasanten und unterhaltsamen Ereignisse, die in der Luft wie die auf der Aktionsbühne im großen Hangar-E. Dort gaben sich viele hiesige Musik- und Tanzgruppen die Ehre, der bekannte Opern- und Klassik-Pop-Sänger Jay Alexander inklusive. Flughafen-Geschäftsführer Henning Schneider und sein Programm-Manager Volker Petri hatten sich mächtig zur Decke gestreckt, ihrer gewaltigen Gästeschar spannende Erlebnisse zu bescheren. Auch in Sachen Logistik und Catering blieben keine Wünsche offen. Alle am Flughafen beheimateten Unternehmen und Vereine waren involviert und steuerten eigene Aktionen bei.

Eichhörner und historische Doppeldecker

Acht Stunden lang ging es pausenlos Schlag auf Schlag, wobei es den quasi mit Heimvorteil antretenden „Eichhörnern“ (Vater und Sohn) vorbehalten war, mit ihrem neuen Display und ihren neuen EXTRA- 330 LT-Flugzeugen für ein grandioses Finale zu sorgen. Paraffin-untermalter „millimetergenauer“ Formationskunstflug in unglaublicher Präzision und Rasanz. Mächtig „rauchen“ ließ es auch Himmelsschreiber und Lokalmatador Uwe Klöckner, der mit seiner Mylius „Tornado“ Poesie in weißer „Schrift“ an den Himmel zauberte. Etwas gemächlicher, aber nicht minder eindrucksvoller kamen die „Fellows“ Thomas Holz, Friedrich und Jan Diehl daher. Mit ihren historischen Doppeldeckern ( Bücker-Jungmeister, Bücker-Jungmann und Fw 44 Stieglitz) bediente der flotte Dreier die nostalgische Komponente des Tages und erinnerte an die Jugendjahre der Fliegerei. Eine absolute Augenweide!
Wer nennt die Namen, nennt alle Flugzeuge? Das waren einfach zu viele. Gute Nachbarn sind auf jeden Fall etwas wert. Die Freunde vom am anderen Ende des Airports beheimateten LSV-Hellertal empfahlen sich ebenfalls im Dreierpack und legten eine packende Motorsegler-Formations-Kür hin. Der Mittenaarer Christian Zok ließ als Solist mit seiner nicht gerade übermotorisierten, hölzernen RF-4-D die Welt Kopf stehen. Ein rassiges Aerobatic-Programm mit einem Motorsegler hat schon Seltenheitswert. Ganz ohne Triebwerk pflegt Michael Göst auszukommen. Der Breitscheider Segelkunstflug-Champion meldete sich mit einer spektakulären Nummer am Himmel zurück.

Mein Gott, Walter!

Gleich drei kleine und pfeilschnelle Pitts-Doppeldecker waren im Aufgebot und demonstrierten, wofür sie ursächlich auch gebaut worden sind: Turnen am Himmel. Da stockte vielen der Atem. Josef Bertram und Co. Zeigten sich glänzend disponiert, während Walter Eichhorn auch als Solo-„Kämpfer“ brillierte. Der 76-Jährige drehte mit seiner geliebten T-6, von der er sich nicht trennen mag, noch mal richtig auf. Der kombinierte, mit Spannung erwartete Formationskunstflug von Ralf und Nico Niebergall mit einem Modellflugzeug und einer „richtigen“ Maschine fiel Motorproblemen an der Klein-Ausgabe der SIAI Marchetti zum Opfer. So flog Papa „Macho“ die Show als „Alleinunterhalter“. Apropos Modell: Zwei (ehemalige) zweifache Weltmeister im Modell-Jet-Formationsflug zeigten, warum man sie mit WM-Gold dekoriert hatte. Was Wolfgang Klühr und Thomas Singer da mit ihren zwei „kleinen“ L-39-Düsen-Trainern an den Himmel zauberten, war sensationell. Die beiden „Nobodys“, so ihre offizielle Teambezeichnung, trainieren übrigens regelmäßig auf der Breitscheider „Hub“. Und von dort kamen auch die Fallschirmsportler von Skydive „Westerwald“, die seit Pfingsten auf Siegerland eine „Zweigstelle“ unterhalten und für die es natürlich Ehrensache war, diesen ereignisreichen Tag mit Demonstrationssprüngen zu eröffnen und zu beschließen.
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2 Kommentare
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Kocaman (Ali) aus Donauwörth | 04.09.2013 | 22:21  
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Jo Schwalke aus Balve | 04.10.2013 | 17:48  
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