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Es steht ein Baum im Odenwald

Miltenberg (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)
Darmstadt: Zentrum | Geographisch erstreckt sich der Odenwald im Dreieck Darmstadt und Heidelberg und Miltenberg und ist damit in drei Bundesländern beheimatet: Bayern, Baden Württemberg und in Hessen. Wir werden quer durch radeln, die Tour wird unserer Kondition gut tun und zwar von Darmstadt nach Heidelberg und werden in Miltenberg wieder in den Zug in Richtung Heimat steigen. Über Übernachtung und Verpflegung brauchen wir uns keine Gedanken machen, denn der Odenwald ist touristisch gut erschlossen und so gut wie in jedem Dorf oder Stadt wird es eine Pension oder Hotel und eine Wirtschaft geben.

Böllenfalltor

Außerhalb des Berufsverkehrs und abseits der großen Straßen werden wir nur vom Vogelzwitschern begleitet werden. Beginnen werden wir unsere Fahrt in Darmstadt und schon nach der Stadtgrenze am Böllenfalltor sind wir tief im Wald. Wir haben fast immer die Wahl zwischen gut befestigten Waldwegen, die oft etwas querfeldein führen, zwischen Waldwegen parallel zur Straßenführung oder auf der Landstraße selbst zu radeln. Verfahren oder verlaufen kann man sich im Odenwald nicht. Falls Sie nur noch von Bäumen umgeben sind und die Wegweiser nicht deuten können, dann einfach in eine Himmelsrichtung immer gerade aus gehen, tendenz bergab. Nach einer Stunde oder vier Kilometer erreichen Sie eine Ortschaft und können nach dem Weg fragen.

Mühltal heißt der erste Ort hinter Darmstadt und werden wir an der Neunkircher Höhe vorbei nach Erbach fahren. Unsere Route sieht folgendermaßen aus. Darmstadt-Mühltal-Gross-Bieberau-Brensbach-Reichelsheim-Hetzbach-Beerfelden-Eberbach-Hirschhorn-Neckargemünd-Heidelberg-Dossenheim-Schriesheim-Wald-Michelbach- Beerfelden-Kirchzell-Amorbach-Miltenberg. Und wer einfach nur fahren will, der wird genug Freude an diesem Waldgebiet finden, hier aber noch ein paar Ziele, auch für den Fotoapparat.

Die Neunkircher Höhe ist mit 605 Meter die höchste Erhebung im hessischen Odenwald. Auf dem Gipfel wurde als Aussichtsturm der sogenannte Kaiserturm gebaut. Sein Vorgänger, ein Holzturm, wurde leider bei einem Sturm zerstört, und so ist nun ein stabiler Steinturm gebaut worden, der auch gastronomisch bewirtschaftet wird. Einmalig im Odenwald ist das Felsenmeer. Laut Legende sollen zwei Riesen sich damit beworfen haben.

Felsenmeer

Was ist das Besondere für Schulklassen und Gäste? Man kann in ungefähr zwei Stunden, das ist realistisch über die runden, meist 2 bis 6 Meter großen Felsen nach oben klettern. Immer wieder wird das "Felsenmeer" von Wanderwegbrücken überquert. Das ist eine akrobatische Kletterei und zehrt ganz schön an der Kondition. Es sollte nicht regnen bei dieser Kletterei, deswegen ist trockenes Wetter zu bevorzugen, um nicht auszurutschen. Schon die alten Römer kannten das Felsenmeer und nutzten die Steine für ihre Steinmetze. Durch einen Wanderweg am Rande vom Felsenmeer kann der Wanderer bequem wieder ins Tal gelangen und den Kletterern, die nach oben streben, zuschauen. Hoch über Fischbachtal thront das Schloss Lichtenberg. Inmitten des Odenwaldes wirkt das Schloss noch größer und imposanter, als wenn es in einer Stadt stehen würde. Wir besichtigen das Heimatmuseum und bewundern die aufregende Vergangenheit vom Odenwald. Fremde können sich nicht vorstellen, dass aus Sicht der Wirtschaft gesehen, schwache Landschaft in der Vergangenheit auch von Königen, heiß umkämpft wurde. In Erbach erstrahlt das Schloss Erbach, es wurde erst 2005 für fast 15 Millionen Euro vom Land Hessen gekauft. Für den Reisenden heißt das, er kann in einem reichen Schatz von Kunst und historischen Fundstücken stöbern.

Berühmt ist der Schöllenbacher Altar und die Zinnfigurensammlungen. Und zum Ende der Reise kennt der Fahrende auch die Spezialitäten des Odenwaldes: Außer dem Wildbret sind Apfelwein und Kochkäse weit verbreitet und werden gern gegessen.
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