Flucht aus Chemnitz

Die Bevölkerung der Stadt Chemnitz nimmt ab. Nein, nicht die Einwohner selbst bekämpfen ihr Übergewicht, sofern vorhanden. Sondern sie verlassen zunehmend die Großstadt in Sachsen, um ihr Glück im Westen zu suchen.

Hatte Chemnitz zur Wende 1990 noch knapp 300.000 Einwohner und war der damaligen Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, zahlenmäßig sogar um ein mittelgroßes Dorf überlegen, so nahm die Bevölkerungszahl seither kontinuierlich ab.

1883 wurde Chemnitz zur Großstadt erhoben. 1953 wurde sie dann in Karl-Marx-Stadt umbenannt. Der gleichnamige Bezirk Karl-Marx-Stadt war der bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Bezirk der Deutschen Demokratischen Republik.

Die Fläche des Stadtgebietes Chemnitz beträgt heute 220,85 km². Flächenmäßig steckt Chemnitz sowohl Stuttgart als auch Düsseldorf, Essen und Hannover in die Tasche. Hannover ist, gemessen an der Einwohnerzahl, die elfgrößte Stadt Deutschlands und von den hier genannten damit die Kleinste. Abgesehen von Chemnitz auf Rang 29.

Seit der Öffnung der innerdeutschen Grenze haben mehr als 50.000 Einwohner ihre Heimatstadt Chemnitz verlassen. Selbst nach dem Millenium flüchten die Menschen noch aus Chemnitz. Für die letzten zehn Jahre bedeuten rund 16.000 Abgewanderte ein Stadt-Wachstum von -0,69. Ein negativeres Wachstum weisen lediglich Hagen (-0,71) und Gelsenkirchen (-0,76) auf.

Chemnitz zählt mit 1.101 Einwohnern pro km² zu den am dünnsten besiedelten Städten der Bundesrepublik. Florierende Städte wie Aachen, Augsburg, Braunschweig und Münster haben Chemnitz einwohnertechnisch längst überholt. Bestätigt sich der Einwohnerzahlen-Trend, überflügeln bald auch Kiel und Freiburg im Breisgau die Industrie- und Sportstadt Chemnitz.

Quelle: Statistisches Bundesamt.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.10.2010 | 15:08  
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