Anzeige

Wirtschaftsexperte der FREIEN WÄHLER zeigt Lösungsweg zur Euro- Krise auf

Schuldenschnitt und Parallelwährung statt Schuldenvergemeinschaftung

Der Wirtschaftsforscher Prof. Dr. Bernd Lucke, Landtagskandidat der FREIEN WÄHLER in Niedersachsen, schlägt vor, die Staatsschuldenkrise über geordnete Staatsinsolvenzen zu lösen.
"Geordnet" heißt, dass der Zusammenbruch der systemisch wichtigen Banken verhindert wird. Unabhängig davon müsse die Politik für die Zukunft das Krisenpotential von "systemisch relevanten Banken" entschärfen beziehungsweise verhindern, so Lucke. „Es werden aber nur die systemisch wichtigen Banken gerettet, keine anderen Finanzinstitute und keineswegs ganze Staaten. Die Rettung der systemisch wichtigen Banken erfolgt so, dass erst die Eigentümer, dann die Privatgläubiger, dann der Sitzstaat und erst als ultima ratio die Staatengemeinschaft zur Kasse gebeten wird“, erklärt Lucke.
„Die Politik von schwarz-rot-grün-gelb ist nicht alternativlos!“
Zunächst erfolgt die Entschuldung der bankrotten Staaten durch Schuldenrestrukturierungen mit Barwertverzichten der Gläubiger oder als expliziter Zahlungsausfall mit einem bestimmten Haircut.

Betroffene Privatgläubiger (Banken, Versicherungen, Hedgefonds etc.) tragen ihre Verluste selbst. Ausnahmen gibt es nur bei Finanzinstituten, die systemisch wichtig sind. Systemisch wichtige Finanzinstitute werden zuerst durch debt-equity swaps (Gläubigerbeteiligung) rekapitalisiert.
Diese Rekapitalisierung speist sich als erstes aus dem Eigenkapital der Eigentümer bis zu dessen vollständigem Verzehr und danach aus den Forderungen der Bankgläubiger. Hierbei sind der Geldmenge M3* zuzurechnende Guthaben von Nichtbanken (bis 100.000 €) und
zahlungsverkehrsbezogene Kreditlinien im systemisch wichtigen Interbankenmarkt auszunehmen.
Sollte diese Rekapitalisierung nicht ausreichen, soll die Teilverstaatlichung der Bank durch den Staat erfolgen, dessen Aufsicht die Bank unterliegt. Der Staat gewährt frisches Kapital für die Bank nur, wenn er im Gegenzug Miteigentümer im Werte seiner Kapitaleinlage wird.
Sollte der eigentlich für die Rekapitalisierung zuständige Staat diese nicht finanzieren können, ohne selbst insolvent zu werden, wird die Bank durch die Staaten der Eurozone unter der Bedingung teilverstaatlicht, dass sich der eigentlich zuständige Staat einem makroökonomischen Anpassungsprogramm unterwirft.

Grundsätzlich ist das Krisenpotential systemrelevanter Banken durch rechtzeitige Rekapitalisierung zu entschärfen, damit diese allein aus Ressourcen der Eigentümer und Privatgläubiger durchgeführt werden kann. Dafür bedarf es einer mit starken Durchgriffsrechten ausgestatteten
Bankenaufsicht.

Neben der Staatsschuldenkrise sei auch eine Lösung für die Leistungsbilanzkrise möglich, so Prof. Lucke.
Vorgeschlagen wird die Einführung von neuen nationalen Parallelwährungen in Staaten, die unter dem Euro nicht wettbewerbsfähig sind und hohe Leistungsbilanzdefizite bzw. Target-2-Defizite haben. Parallelwährung heißt, dass für alle bargeldlosen Zahlungen ein Teil des Preises, z.B. die Hälfte, in Euro und die andere Hälfte in z.B. Drachme zu entrichten ist. (Beispiel: Ein Buch, dessen Preis 20 ist, kostet 10 Euro und 10 Drachme). Die Drachme kann auf dem Devisenmarkt frei gehandelt werden und gegenüber dem Euro abwerten. Dennoch muss sie bei allen Zahlungen 1:1 mit dem Euro eingesetzt werden. So werden griechische Waren billiger und damit wettbewerbsfähiger. Die bei Zahlungen anzuwendende Parität von 1:1 lässt sich im bargeldlosen
Verkehr leicht kontrollieren. Für Barzahlungen könne man weiterhin nur Euro verwenden, so Lucke.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
*Die derzeitig gültige Geldmengendefinition für die Geldmenge M3 der Europäischen Zentralbank:
Bargeldumlauf
+ Guthaben auf Girokonten
+ Termingelder
+ Spareinlagen (nur die mit Anlagedauer bis zu 3 Monate)
+ Wertpapier-Leihgeschäfte (sog. Repo-Geschäfte)
+ Geldmarktfondsanteile
+ Geldmarktwertpapiere
+ Schuldverschreibungen bis 2 Jahre Laufzeit

Prof. Dr. Bernd Lucke: http://www1.uni-hamburg.de/IWK/bernd.htm
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.