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Gemeinde Buttenwiesen und Landwirte kooperieren beim Trinkwasserschutz

Bürgermeister Norbert Beutmüller (stehend rechts) zeichnet Sebastian Gärtner (stehend links) aus. Gärtner erzielte im Wasserschutzgebiet Pfaffenhofen die besten Werte.
 
Urkunde und Prämie für umweltbewusste Bodenbewirtschaftung: Bürgermeister Norbert Beutmüller (links) gratuliert Georg Kraus aus Lauterbach zu den besten Werten des Gemeindegebiets Buttenwiesen.
Prämien für umweltbewusste Landwirte

Gesundes und sauberes Trinkwasser – dies ist das Ziel einer seit 20 Jahren laufenden Kooperation zwischen Landwirten und der Gemeinde Buttenwiesen. Bei einem Informationsgespräch im Buttenwiesener Rathaus konnten alle Beteiligten eine erfolgreiche Bilanz ziehen: Die Belastung des Trinkwassers mit Reststickstoff und Nitrat aus den beiden Wasserschutzgebieten Pfaffenhofen und Lauterbach liegt unter der Hälfte der zulässigen Grenzwerte und ist im vergangenen Jahr noch weiter gesunken.

Bei der Begrüßung betonte Bürgermeister Norbert Beutmüller, dass diese positive Entwicklung vor allem den Landwirten zu verdanken ist, die bei der Bewirtschaftung der Böden das Grundwasser schonen. Von diesem umweltbewussten Handeln profitiert nicht nur die Trinkwasserqualität. Die Landwirte können sich im Rahmen eines Bonus-Malus-Systems über Ausgleichszahlungen freuen: Je deutlicher der Mittelwert der Reststickstoff- und Nitratbelastung unterschritten wird, desto höher fallen die Beträge aus. Landwirte, die den Mittelwert überschreiten, erhalten weniger oder gar nichts.

Mit einer Geldprämie zeichnete Beutmüller Georg Kraus (Lauterbach) und Sebastian Gärtner (Pfaffenhofen) aus, die in den beiden Wasserschutzgebieten die besten Werte erzielt haben.

Beutmüller überbrachte den anwesenden Landwirte noch eine weitere gute Nachricht: Im September 2009 hatte der Buttenwiesener Gemeinderat beschlossen, die Sätze der Ausgleichsleistungen ab dem Jahr 2011 anzuheben, sofern bis dahin Verbesserungen bei der Bodenbelastung erzielt werden.

Diese Bedingung konnte erfüllt werden, so dass bei der Einhaltung des Mittelwerts nun 200 Euro pro Hektar als Basisbetrag ausbezahlt werden (bisher 150 Euro). Als besonderer Anreiz kann der Ausgleichsbetrag nun bei besonders niedrigen Werten sogar auf fast 300 Euro pro Hektar ansteigen (bisher maximal 225 Euro).

Josef Grob, in der Gemeindeverwaltung Buttenwiesen auch zuständig für die Grundsatzfragen der Trinkwasserversorgung, informierte die Besucher über die beiden Wasserschutzgebiete Pfaffenhofen und Lauterbach, die insgesamt eine Fläche von 71 Hektar einnehmen. Im vergangenen Jahr wurden ca. 400.000 Kubikmeter Wasser gewonnen. Mit dieser Menge konnte die gesamte Bevölkerung der Gemeinde Buttenwiesen versorgt werden. Zur Vertiefung der Partnerschaft lud Grob die Landwirte zur Besichtigung der Brunnen und des Wasserwerks in Pfaffenhofen ein.

Im Anschluss daran referierte Pflanzenbauexperte Kurt Eger-Benninger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Nördlingen über grundwasserschonende Landbewirtschaftung. Durch ein Bündel von leicht zu realisierenden Maßnahmen können die Landwirte nach seinen Worten positive Ergebnisse erzielen: Ackerflächen sollten möglichst das ganze Jahr einen Pflanzenbewuchs tragen (ggf. Zwischenfrüchte wie Senf und Gartenkresse), auch die Einarbeitung von Stroh und das Mulchsaatverfahren sind vorteilhaft. Ideal ist es, wenn die über Düngung zugeführte Stickstoffmenge an den Nährstoffbedarf der Pflanzen angepasst wird. Am Rande der Vegetationsperiode sollte nicht gedüngt werden. Durch diese Maßnahmen entsteht eine Win-Win-Situation: Das Grundwasser wird geschont, die Landwirte sparen durch bedarfsgerechte Düngung.

Für die schonende Bewirtschaftung – auch in Wasserschutzgebieten – existieren mehrere staatliche Förderprogramme. So gibt es etwa Zuschüsse für die Umwandlung von Ackerland in Grünland und die extensive Gründlandnutzung entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten. Auch für die Einsaat eines 10 bis 30 Meter breiten Grünstreifens und für Winterbegrünung können Fördermittel beantragt werden.

An die Grundstücksbewirtschafter erging die eindringliche Bitte, das kostenlose Beratungsangebot des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu nutzen (Tel. 09081/2106-21). Durch Einzelbeprobung weniger Grundstücke im Frühjahr soll die Bewertung der mittlerweile 12-jährigen Messreihe verfeinert werden.

Angesichts der positiven Resonanz des Infogesprächs vereinbarten die Teilnehmer, unter ihnen auch Hermann Kästle (Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands), Eugen Bayer (Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands), Markus Pfeifer (Wasserwirtschaftsamt Donauwörth), Siegbert Spring (Landratsamt Dillingen, Fachbereich Wasserrecht) und Robert Knittel (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen), sich in einem Jahr zu einem erneuten Erfahrungsaustausch zu treffen.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin wertinger | Erschienen am 15.04.2011
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