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Fachkräftemangel in der Pflege: Spanierinnen kommen nach Burgdorf

Auf dem Foto von links Geschäfstführer Andreas Wieck, Hans-Jürgen Licht, Spanierinnen Christina Josa Frances und Paula Gosalbez Vidal, Caren Marks, Heimleitung Helga Müller-Isernhagen, Pflegedienstleitung Sabrina Wrebel, Deutschlehrer Peter Strijowski und Geschäftsführer Gaurav Garg.
Burgdorf: wassergarten |

Die beiden 25-jährigen Spanierinnen Paula Gosa Ibez Vidal und Cristina Josa Frances aus Alicante sind in Burgdorf zur Arbeitsaufnahme am 07.01.2013 eingetroffen. Die beiden examinierten Krankenschwestern wurden von Altenheim-Geschäftsführer Gaurav Garg über ein Internetportal gesucht und nach Vorstellungsgesprächen in der Altenpflege eingestellt. Vorher war es Garg nicht gelungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fachkräfte für die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Ein Versuch Kräfte aus Indien zu gewinnen scheiterte am fehlenden bilateralen Abkommen mit der Bundesrepublik zur Anerkennung dortiger Abschlüsse und der fehlenden Erteilung eines Visas.

Begrüßt wurden die beiden neuen Einwohnerinnen von Burgdorf von der Bundestagsabgeordneten Caren Marks, Landtagskandidaten Hans-Jürgen Licht und aus dem Rat der Stadt Burgdorf von Adolf Pilgrim sowie Ahmet Kuyucu! Die motivierten Frauen haben sich bewusst wegen der schwierigen Wirtschaftlage in Spanien und der schlechteren Arbeitsbedingungen mit oftmals nur Zeitverträgen von 3 Monaten für das Auswandern nach Deutschland entschieden. Die Kosten für die Unterbringung und einen Vollzeit Deutschlehrer in der Person von Peter Strijowski über nimmt der Arbeitgeber, um die notwendige sprachliche Qualifikation in Einheiten von 4 Stunden täglich schnell zu erreichen. In die Pflege werden sie von der Heimleiterin Helga Müller-Isernhagen Pflegedienstleitung Sabrina Wrebel eingearbeitet.

Caren Marks kritisierte bei dem Treffen die verfehlte Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung in Verantwortung von der Arbeitsministerin von der Leyen am Bedarf im Pflegebereich vorbei und forderte eine Ausbildungsoffensive. Hans-Jürgen Licht forderte, dass auf Landesebene die Bedingungen für die Ausbildung in der Pflege z.B. durch Übernahme des Schulgeldes verbessert werden müssen und kritisierte die zu geringen Pflegesätze in Niedersachsen im Vergleich mit anderen Bundesländern, die Tariflöhne erschweren. „Fachkräfte aus dem Ausland zu holen, kann nur eine Notlösung sein, wir sind verpflichtet für ausreichende Qualifikationen im Inland zu sorgen!“ so Licht.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Image der Pflegeberufe in Deutschland stark verbessert werden muss, pflegen ist eine hoch professionelle Aufgabe und kann nicht einfach von jedem durchgeführt werden. „Wir müssen uns fragen, was uns die Pflege wert ist?“ stellte der zweite Geschäftsführer Michael Wieck abschließend fest.
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3 Kommentare
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Beate Rühmann aus Burgdorf | 08.01.2013 | 18:29  
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Jürgen Bruns aus Lehrte | 09.01.2013 | 09:25  
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bärbel stephan aus Peine | 22.03.2013 | 00:12  
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