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Regionsentdeckertag - ADFC Burgdorf/Uetze radelt an den Aue-Landmarken entlang......

Bahnhof Sehnde - die S-Bahn bringt neue Radler
 
65 m Landmarke Wasserwegekreuz
   
60 m Landmarke Blatt im Wind
Burgdorf: Spittaplatz | Der ADFC Burgdorf/Uetze hat die Idee „Mobil mit Öffi’s“ mit der Radtour an den Aue-Landmarken entlang optimal umgesetzt.

Teilnehmer konnten an den Bahnhöfen Burgdorf, Aligse, Lehrte und Sehnde mit der S-Bahn anreisen und dann an der Tour teilnehmen. 7 Burgdorfer radelten um 9.30 Uhr vom Burgdorfer Spittaplatz los. Gegen 9.50 Uhr stießen 2 weitere Teilnehmer am Aligser Bahnhof dazu. Eine Teilnehmerin kam mit der S-Bahn nach Lehrte und in Sehnde kamen weiter 11 Radler gegen 11 Uhr mit der S-Bahn an.

Entlang am Mittellandkanal ging es dann bis zur Ausfahrt Haimar. Ein kurzes Stück in Richtung Dolgen und dann einen Abstecher zur der ersten Landmarke:
65 m-Landmarke Sehnde

Titel: Wasserwegekreuzung
Höhe der Skulptur: 4,50 m
Material: Stahl
Die Sehnder 65 m-Landmarke „Wasserwegekreuzung“
thematisiert das Spannungsfeld zwischen
Industrie, Natur und Kunst.
In direkter Nachbarschaft zum Kraftwerk Mehrum
unterfließt die Aue den Mittellandkanal. Darauf
möchte der Künstler mit seinem Objekt hinweisen.
Die blauen Stahlbänder stehen stellvertretend für
die beiden Gewässer und zeigen in ihre Richtung.
Die Gewässerkreuzung ist in Richtung Süden ca. 1,5
Kilometer Luftlinie von der Landmarke entfernt.
Künstler: Reiner Hildebrandt, Uetze-Altmerdingsen

Zurück nach Dolgen radelten die 21 Teilnehmer (aus Hannover, Springe, Hildesheim, Aligse, Burgdorf, Steinwedel) dann zur durch den flache Landschaft mit Rückenwind zur

60 m-Landmarke Sehnde
Titel: Mit dem Wind
Höhe der Skulptur: 2,80 m
Material: Lärchenholz
60 Meter über Normalnull steht die zweite Sehnder
Landmarke „Mit dem Wind“.
Die Idee für diese Skulptur entstand beim Schauen
über die Wiesen und Felder, das leichte Surren der
Windräder in den Ohren.
Es soll eine Skulptur sein, die vom Wind und von der
Weite der Landschaft erzählt.
Die Form erinnert an ein Blatt, das sich – vom Wind
gezaust – noch am Baume hält.
Künstlerin: Susanne Siegl, Algermissen
An den Landmarken wurden jeweils kurze Pausen gemacht um Gelegenheit zu geben, sich eine Erklärung zu den Landmarken und der Umgebung anzuhören und sich die Landmarke auch näher anzuschauen.
Die dritte Landmarke steht in Lehrte:
55 m-Landmarke Lehrte (und 45 m-Landmarke Uetze)

Titel: Seezeichen
Höhe der Skulptur: 4,20 m
Material: Aluminium, Kunststoff, Stahl und Beton
Titel: Seezeichen
Höhe der Skulptur: 4,20 m
Material: Aluminium, Kunststoff, Stahl und Beton
Die beiden „Seezeichen“-Landmarken in Lehrte und
Uetze-Obershagen markieren die Höhenlinien für 55 m
und 45 m über Normalnull entlang der Burgdorfer Aue.
Als gestrandete oder „gelandete“ Seezeichen erzählen
sie von einem hypothetischen Meer mit dem Meeresspiegel
über uns und der Landschaft als Meeresgrund;
dabei gleichen die beiden Seezeichen das Gefälle der
Gegend durch unterschiedliche Ankerkettenlängen aus.
Die Idee einer abstrakten „Normal-Null“-Meereshöhe
ersetzen sie durch die Vorstellung eines Ozeans, auf
welchem sie hier vielleicht geschwommen sein könnten
oder einmal schwimmen werden, in menschenferner
Zeit, wenn überhaupt. Angesichts solcher Zeitspannen
und der Sinnlosigkeit ihrer vermeintlichen Funktion als
Boje bringen die Seezeichen das Element des Absurden
ins Spiel und leisten damit geduldig ihren künstlerischen
Ersatzdienst, mit einem gewissen Hang zur Melancholie...
Künstler: Kai Wetzel, Coppengrave

Von Lehrte radelten alle am Hornhorster See vorbei um dann über die Autobahn in Richtung Steinwedel abzubiegen.

Immer an der Aue entlang, die sich aber meist hinter Wiesen entlangschlängelt, ging es dann in Richtung Burgdorf, durch den Stadtpark zur vierten Landmarke:
50 m-Landmarke Burgdorf

Titel: Zeitwürfel
Höhe der Skulptur: 2,50 m
Material: Sandstein, Stahl
40 m-Landmarke Burgdorf

Titel: Aufbruch
Höhe der Skulptur: 2,60 m
Material: Sandstein, Stahl
Die 40 m- und 50 m-Landmarken stehen auf Burgdorfer
Gebiet.
Die Zusammensetzung und die Positionen der Sandsteinskulpturen
wurden beim Bearbeiten und Aufstellen
der einzelnen Steine entwickelt. Einige Steine sind
unbehauen, andere wurden auf unterschiedlichste Weise
bearbeitet. Dieser Kontrast zwischen unbehauenem
Stein und gestalteter Fläche soll verdeutlichen, wie der
Mensch seine natürliche Umwelt verändert und seinen
Bedürfnissen anpasst, so wie es mit der Burgdorfer
Aue auch geschehen ist. Um das harmonische Zusammenspiel
zwischen Skulptur und Natur zu unterstützen,
sind vor allem die naturgegebenen Besonderheiten der
Sandsteinskulpturen hervorgehoben.
Die vertikalen und abstrakten nachgebildeten Naturformen
aus Stahl sollen sich gegen den Himmel
abheben und im Dialog mit den umgebenen Wiesen
und Bäumen stehen.
Künstler: Knut Albrecht, Burgdorf-Otze

In Burgdorf wurde dann eine längere Pause eingelegt. Wer wollte konnte diese bei Kaffee und Kuchen genießen, andere blieben bei der Landmarke und nahmen ein Picknick mit der Blick auf die Aue ein.

Nachdem sich jeder ein wenig erholten konnte, ging es auf das letzte Drittel in Richtung Obershagen (5. Landmarke s. oben) um dann hinter Obershagen sich anzuschauen, wo sich die Aue in den „alten Arm und in die neue Aue“ aufteilt.
Zur sechsten und letzten Landmarke (s. oben) kam uns das tolle Radlerwetter und die gut ausgebauten landwirtschaftlichen Wege zu Gute und man konnte es mal richtig „laufen“ lassen.

Diese letzte Landmarke war dann auch das Ende der Radtour. Ein kurzer Rückweg schloss sich an um den Bahnhof in Ehlershausen zu erreichen. Dort gab es die Gelegenheit für die angereisten Radler innerhalb von ein paar Minuten in die S-Bahn nach Hannover einzusteigen. Der Rest machte sich auf den Weg noch in Richtung Burgdorf zu radeln.
Radstrecke: Burgdorf, Aligse, Lehrte, Sehnde, Ehlershausen ca. 88 km
von Sehnde bis Ehlershausen ca. 60 km

weitere Details zu der Tour aus: www.Hannover.de
Tour der Landmarken
Eine (Rad-)Tour entlang der Burgdorfer Aue ist etwas ganz Neues. Sie führt weitgehend durch Landschaftsschutzgebiete, vorbei an Kulturdenkmälern, alten Bauerndörfern, durch eine liebliche Auenlandschaft, aber auch an technischen Industriebauwerken. An sechs besonderen Orten setzen Künstler dazu Landmarken, zwei auf Sehnder Gebiet, eine in Lehrte, eine in Uetze, zwei auf Burgdorfer Land. Die Aue wird so zum Erlebnisraum. Sie hat neben den neuen, künstlerischen Landmarken, auch schon sehr viele natürliche und technische zu bieten.
Die Aue durchfließt den östlichen Teil der Region Hannover von Mehrum, wo sie unter dem Mittellandkanal hindurchgeführt wird, über Lehrte und Burgdorf bis nördlich von Obershagen. Doch eine genau festgelegte oder gar ausgeschilderte Route gibt es noch nicht. Kreativität ist gefragt: Karte mitnehmen und selbst den Weg suchen. Die Aue jedenfalls legt etwa 28 Kilometer zurück.
Die Burgdorfer Aue ist ein Zusammenfluss mehrerer Entwässerungsgräben und wird ab Equord im Landkreis Peine so genannt, bis sie sich nördlich von Obershagen in Alte und Neue Aue spaltet. Letztlich fließen beide in die Fuhse, die in die Aller, die in die Weser, die in die Nordsee (für Versuche zum Thema Flaschenpost).
250 Meter hoch ragt der Schornstein des Mehrumer Steinkohlekraftwerks in den Himmel. Diese Landmarke ist an Höhe kaum zu überbieten. Es sind teils asphaltierte Feldwege, die sich mehr oder weniger dem Verlauf der Burgdorfer Aue Richtung Norden folgen lassen. Rechts der Aue liegt die Wüstung Mehrum, irgendwann mündet von links der Billerbach (westlich des Hämeler Waldes).
Wer hier mal anhält und nach Westen und Süden schaut, erkennt die Weite. Hier unten im Sehnder Teil herrscht das stark landwirtschaftlich geprägte Mehrumer Bördeland. Es ist ein Teil der Hildesheimer Lössbörde. Typisch für das seit Jahrhunderten genutzte, fruchtbare Ackerland sind die Haufendörfer. Typisch auch ist der weitgehend fehlende Wald. Nach Osten dagegen öffnet sich der attraktive Hämeler Wald. Er ist gut mit Wegen erschlossen, hat Feuchtgebiete, viele verschiedene Baumarten und einen Wildbestand. Im Nordwesten des Waldes sind ehemalige Tongruben der Ziegeleien in Arpke und Immensen als Biotope zu finden - auch dies sind Landmarken.
Technische Bauwerke in der Landschaft sind Hochspannungsmasten und -leitungen, die aufs Kraftwerk Mehrum zulaufen. Es sind auch Windparks, deren Flügel bis zu 140 Meter hoch in den Himmel ragen. Und es ist die Autobahn Dortmund-Berlin, die den Naturraum zerschneidet, genauso wie die ICE-Trasse von Hannover nach Berlin.
Bei Allerbeck fließt die Aue an Klärteichen und am Gewerbegebiet Lehrte vorbei und unter der Autobahn hindurch. Hier ließe sich mal ein Schlenker zum Stadtpark Lehrte (siehe diesen), zum Hohnhorstsee und -wald einlegen. Auch das ist eine besondere Landmarke. Dieser Teil des Naturraums nennt sich Lehrter Geest. Weitgehend flach gehobelt durch die Saale-Eiszeit vor mehr als 100.000 Jahren sind hier und da ein paar Kuppen zu erkennen. Das sind so genannte flachwellige Grundmoränenplatten - also das, was die Gletscher vor sich hergeschoben haben. Wo sich kleine Bachniederungen zeigen, tritt die lehmige Grundmoräne an die Oberfläche, sonst wird sie von Sand überlagert.
Bald erreicht die Aue Aligse. Von der Brücke aus zwischen Aligse und Steinwedel ist eine künstliche Verengung im Flüsschen zu sehen. Dann fliest die in einigen Strecken renaturierte Aue dicht am Wäldchen um die St. Petrikirche in Steinwedel vorbei, am Bauerndorf Röddensen und erreicht bald Burgdorf mit dem Stadtpark und Amtsgarten (siehe diese). Auch das wäre eine Landmarke, die sich anzuschauen lohnt.
Östlich der Aue - zwischen Burgdorf, Immensen und Steinwedel - gibt es frühgeschichtliche Hügelgräber. Auch das sich östlich anschließende Burgdorfer Holz mit seinen alten Wegekreuzungen Kleiner Stern und Großer Stern ist für einen Abstecher geeignet.
Dann kommt die Aue durch die Hänigser Sande, in der sich an tieferen Stellen Niedermoorböden befinden. Das heißt: Sand liegt oben auf, wo sich die Landschaft senkt, wird es rasch feucht und moorig. Über Hülptingsen, Sorgensen und Dachtmissen führt der Lauf der Aue bald nach Obershagen. Für einen Stopp gut ist die Traditionsgaststätte Sorgenser Mühle. Von weitem (als Landmarke) zu erkennen ist die Bockwindmühle, deren Ursprünge auf das Jahr 1686 zurückgehen. Auch die Hänigser Bockwindmühle ein paar Kilometer östlich ist sehenswert.
Westlich des Straßendorfs Obershagen fließt die Burgdorfer Aue bis zum nördlichen Ortsende. Weiter nördlich fällt der Blick schon auf die feuchte Celler Moor- und Bruchlandschaft. Das ist der Rand des Aller-Urstromtals. In diesen Tälern flossen damals zum Ende einer Eiszeit die riesigen Wasser- und Schlammmassen Richtung Meer.
Der Untergrund hatte hier in der Gegend auch etwas zu bieten. In zwei Kaliwerken in Wathlingen und Hänigsen wurde früher Salz abgebaut. Zwischen Hänigsen und Nienhagen hatte man zudem in einer Salzaufwölbung Öl gefunden und von 1940 bis 1997 auch abgepumpt. Schon vor 450 Jahren schöpfte man aus Kuhlen bei Hänigsen Öl und Teer, das auf dem Grundwasser aus der Erde austrat.
Eine markante Landmarke ist das Ende der Tour. Am nördlichen Ende von Obershagen spaltet sich die Aue. Links zweigt die Neue Aue Richtung Ehlershausen ab. In dem feuchten Grünland sind Kiebitz, Storch und Kornweihe mit etwas Glück zu sehen. Die Aue hat sich vom Geländerücken zwischen Evern und Dolgen von 76 Metern Höhe bis hier auf etwa 40 Meter hinabbewegt. Rechts vom Otzer Bruch biegt die Alte Aue ab - beide münden in die Fuhse, die in die Aller fließt und so weiter …
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1 Kommentar
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Gaby Floer aus Garbsen | 13.09.2010 | 14:29  
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