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Meine Lieblingsflops

Meine Lieblings-Flops
Speziell für alle Vinyl-Fans auf myheimat stelle ich mit diesem Beitrag mal 10 LPs zusammen, die allgemein eher unbeliebt sind, aber nichtsdestotrotz zu meinen Lieblingsplatten gehören.

1- URIAH HEEP – Different World (1991)
Die LP hat musikalisch nicht viel mit dem typischen Uriah-Heep-Sound der frühen 70er Jahre zu tun, ist deshalb aber nicht so schlecht wie die meisten Kritiker meinen. Oder anders ausgedrückt: Mainstream-Fans, die Uriah Heep nicht mögen, könnten mit diesem Album trotzdem glücklich werden. Für mich ist „Different World“ sogar die beste CD/LP von Uriah Heep MK 14 (Box-Bolder-Kerslake-Shaw-Lanzon). Und mit dem Opener „Blood On Stone“ gibt es zumindest einen „traditionellen“ Hardrock-Kracher auf der CD, der besser ist als so mancher Track auf „Sea Of Light“ oder „Sonic Origami“.

2- RINGO STARR - Stop And Smell The Roses (1981)
1981 zur “schlechtesten LP des Jahres” gewählt, gilt das Album heutzutage als sein bestes seit “Goodnight Vienna” – was auch stimmt. Die Songs von Paul und George sind natürlich die Highlights dieser Produktion, allen voran Harrison’s „Wrack My Brain“, für mich eine seiner stärksten Kompositionen überhaupt. Der Rest ist auch ganz nett. Kein schlechtes Album.

3- JOHN LENNON & YOKO ONO – Some Time In New York City (1972)
Noch ein Ex-Beatles-Flop, der eigentlich keiner ist. „Some Time In New York City“ wurde vor allem wegen der sehr politischen Texte damals immer wieder (vielleicht auch zu recht) kritisiert. Musikalisch gehören aber zumindest dieSongs der ersten LP zu den besten Sachen, die John Lennon jemals aufgenommen hat, und auch die Beiträge von Yoko sind diesmal ganz erträglich. Besonders stark sind „New York City“, „John Sinclair“, „Luck Of The Irish“, „Attica State“ und die Live-Version von „Cold Turkey“ (besser als die Studio-Fassung).


4- QUEEN – Hot Space (1982)
Bei „Hot Space“ klingt jeder Titel irgendwie nach Disco oder zumindest nach Mainstream-Rockpop, aber als das Album 1982 auf den Markt kam, fand ich es gut. Kein typisches Queen-Album, aber besser als z.B. die beiden Nachfolger „The Works“ und „A Kind Of Magic“, wie ich finde. Die absoluten Highlights sind dann aber doch die beiden Songs, die eher nach den älteren Queen-Scheiben klingen, nämlich „Under Pressure“ und „Put Out The Fire“.


5- DAVID BOWIE – Never Let Me Down (1987)
Nachdem ich von “Let’s Dance” und “Tonight” eher enttäuscht gewesen war (trotz einiger guter Titel wie “Modern Love” oder “Neighborhood Threat”), hat mir diese LP von Anfang an gefallen – besonders natürlich die zweite Single „Time Will Crawl“. Das Album enthält nicht nur mehr Songs als die beiden Vorgängeralben– irgendwie passt hier alles besser zusammen. Diese LP und die etwas früher veröffentlichte Single „When The Wind Blows“ gehören meiner Ansicht nach zu den besten Sachen, die Mr. Bowie in den 80er Jahren veröffentlicht hat (und natürlich auch die Original-Version von „Cat People“ aus dem Jahre 1982).

6- BEATLES FOR SALE (1964)
Das „womöglich unteressanteste Album, das sie je einspielten“ (ZITAT). Platz 13 (von 13) bei der Wahl zum beliebtesten Studioalbum der Beatles (Beatles Newsletter), also noch hinter „Let It Be“ und „Yellow Submarine“. Vielleicht lag es an der fehlenden Hitsingle („I Feel Fine“ kam nicht auf’s Album, und „Eight Day’s A Week“ war nur in Amerika ein Top-Hit), vielleicht auch am langweiligen Cover-Foto, dass diese LP nicht sonderlich beliebt ist. Aber bis auf „Honey Don’t“ (die Live-Version der All-Starr-Band gefällt mir da wesentlich besser) und evtl. „Mr. Moonlight“ ist das Album komplett gut und gehört sogar zu meinen Lieblingsalben der Band – noch vor „Revolver“ und „Sgt. Pepper“.

7- ELECTRIC LIGHT ORCHESTA – Balance Of Power (1986)
ELO’s letzte LP (“Zoom” war ja eher ein Solo-Album von Jeff Lynne) gehört zu ihren besten – und unbeliebtesten. Kritisieren könnte man drei Dinge, nämlich das langweilige Cover, die Spieldauer von nur 34 Minuten und die Tatsache, dass sich „Endless Lies“ anstelle von „Caught In A Trap“ auf dem Album befindet. Die restlichen 9 Songs sind ohne Ausnahme gut bis sehr gut, die Klangqualität ist besser als bei allen anderen ELO-Scheiben mit Ausnahme von „Discovery“. Kein Grund zum Meckern.

8- DEEP PURPLE – Who Do We Think We Are (1973)
An diesem Album gibt es nichts auszusetzen, außer dass es zu kurz geraten ist. Natürlich kann es nicht ganz mit „Machine Head“ mithalten, gefällt mir persönlich aber besser als „Fireball“. Keiner der 7 Songs ist schlecht, mit „Woman From Tokyo“ und „Smooth Dancer“ enthält die Scheibe sogar zwei meiner Lieblingsstücke der Band. Aber die Kritiker mochten die LP nicht besonders, und daran hat sich bis heute auch nicht allzu viel geändert…




9- ELTON JOHN – Caribou (1974)
„Caribou“ wurde auch immer wieder gern als schwaches oder zumindest durchschnittliches Album abgetan, tatsächlich gehört es aber zu Elton John’s besten, gleich hinter „Captain Fantastic“ und „Yellow Brick Road“. Die beiden Singles („The Bitch Is Back“, „Don’t Let The Sun Go Down On Me“) müssen wohl nicht näher beschrieben werden, aber auch die meisten Albumtracks sind von ähnlicher Qualität (wobei einer der besten Songs, „Sick City“, zur B-Seite der ersten Single wurde und leider nicht auf dem Original-Album zu finden ist). Im Vergleich zu den neueren Elton-CDs auf jeden Fall ein Top-Album !!!


10- WINGS – London Town (1978)
Das beste Wings-Album, wie ich finde. Von der Fachpresse natürlich weitgehend ignoriert. 52 (!) Minuten Musik in Beinahe-Beatles-Qualität mit zwei starken Beiträgen von Denny Laine. Drei Hit-Singles („With A Little Luck“, „London Town“, „I’ve Had Enough“) und nur ein einziger Lückenfüller („Morse Moose…“). Gehört in jede Sammlung.
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2 Kommentare
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 16.07.2013 | 20:53  
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Ralf Schünemann aus Burgdorf | 17.07.2013 | 23:01  
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