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Tagesfahrt des SoVD Ortsverbands Burgdorf „Spargel satt und Strohmuseum“

  Am 08.06.2017 trafen sich 30 Mitglieder und Gäste um gemeinsam zum Spargelhof Thiermann nach Kirchdorf und zum Strohmuseum in Twistringen zu fahren.
Zuerst wurde der Spargelhof Thiermann angefahren. Dort gab es etliche Spargelgerichte vom Buffet. Angefangen mit der Suppe, Salate mit Spargel, Stangenspargel, Rührei, Schnitzel, Schinken, Kartoffel, Butter / Sauce Hollandaise und verschiedene Desserts ließen die Wahl schwer fallen. Am Schluss waren alle, je nach Auswahl, gesättigt.
Weiter ging die Fahrt nach Twistringen zum Strohmuseum. Bereits auf der Fahrt wurde eifrig gerätselt, was es denn dort zu sehen gibt – der Name Strohmuseum war unbekannt und lies etliche Interpretationen zu. Das Rätsel wurde gleich nach dem Eintreffen von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Museums bei der Begrüßung gelöst. Das Strohmuseum müsste genauer mit dem sperrigen Begriff „Museum zur Strohverarbeitung“ bezeichnet werden. Gleich danach erfolgte die genaue Erklärung mit einem historischen Rückblick. Ergänzt wurde der Vortrag durch die Präsentation der dazu gehörenden Verarbeitungsmaschinen, die zum Teil noch funktionsfähig sind.
Durch den guten Boden für Getreide wuchs um Twistringen langes Getreide, Roggenhalme wurden bis zu 2 m lang. Bereits um 1700 begann man das Stroh zu nutzen. Bereits um 1830 gab es im Ort 50 Strohhutmacher. Ende des 19. Jahrhunderts begann die Fertigung von Strohhülsen (Malotten) als Transportschutz für Flaschen der Bremer Brauereien und Weinhandlungen. Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Produktion von Strohhalmen für Getränke, die begünstigt durch den erfolgten Bau der Eisenbahnlinie Bremen – Osnabrück zuerst nach Italien und in die Schweiz geliefert wurden. Erst später entwickelte sich dann auch der deutsche Markt für dieses Produkt. Die Strohhalme wurden in Heimarbeit gefertigt. Auch Kinder wurden von den Familien mit eingespannt, um so die finanzielle Lage der überwiegend ärmeren Bevölkerung aufzubessern. Um 1930 waren etwa 2000 Menschen (bei nur 6700 Einwohnern des Ortes) mit der Strohverarbeitung in den drei Produktgruppen beschäftigt.
Parallel zum Aufstieg der Strohverarbeitung im Twistringen entstanden Maschinenbaufirmen, die für die Verarbeitung des Strohs Maschinen entwickelten und so neben der Arbeitserleichterung auch für höhere Effizienz bei der Verarbeitung sorgten. Um 1960 verlangten die auf den Markt drängenden Mähdrescher kürzeres Stroh. Mit den entsprechenden neuen Getreidezüchtungen begann der Niedergang der Strohverarbeitung in Twistringen. Heute sind noch 2 Maschinenhersteller in Twistringen am Markt. Allerdings nutzten Sie in der Umbruchphase ihr Fachwissen für andere Produkte. Produziert werden heute Maschinen für Holzfasern, Hanf, Kokosfasern und Schilf. Der Absatz dieser Maschinen erfolgt weltweit. Produziert werden Dränage Filter, Erosions- und Vegetationsschutzmatten, Maschinen oder Produktionsstraßen für thermisch verfestigte Vliesen.
Im Museum gezeigt werden neben etlichen historischen Maschinen auch von russischen Kriegsgefangenen hergestellte filigrane Schmuckkästchen, geflochten aus Stroh. Eine Museumsmitarbeiterin nähte für uns einen Strohhut und erklärte uns dabei die Technik. Dieser Hut wurde anschließend unter Hitze einige Minuten gepresst, damit er seine Form behält.
Vor der Heimfahrt hatten alle Teilnehmen noch Gelegenheit bei Kaffee und Obstkuchen mit den Mitarbeitern des Museums offene Fragen zu klären oder Produkte aus Stroh zu erwerben.
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