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Aue-Radler entdeckten den Osten zwischen Danzig, Königsberg und Riga

Denkmal auf der Westerplatte in Danzig, wo der Zweite Weltkrieg begann.
 
Die Aue-Radler mit ihren Gästen aus Burgdorf und Umgebung vor dem Dom in Frauenburg.
Vier Länder, vier Sprachen, vier Währungen an der Ostsee

Altkreis Burgdorf. Die Aue-Radler aus Burgdorf und Umgebung haben auf ihrer kombinierten Bus-und Radreise durch „Vier Länder der Ostsee“ intensive Eindrücke von Land und Leuten in Polen, Russland, Litauen und Lettland sammeln können. Ausgangs- und Endpunkt der Tour waren die alten Hansestädte Danzig und Riga.

Nach der Weichselquerung radelte die 16-köpfige Gruppe entlang des Frischen Haffs und setzte mit dem Schiff nach Frombork (Frauenburg) über. Per Bus ging es nach mehrstündigem Aufenthalt an der polnisch-russischen Grenze weiter nach Kaliningrad (Königsberg) und ab Selenogradsk (Cranz) per Fahrrad nach Svetlogorsk (Rauschen) mit seinen hübschen Vorkriegsvillen und einer einladenden Strandpromenade. Unterwegs statteten die Radler der weltgrößten Bernsteinmine bei Jantarnyj (Palmnicken) im Samland einen Besuch ab.

Alle waren froh, als der Bus endlich wieder Schengener Gebiet ereichte, so dass der Reisepass mit dem schwer erkämpften Russland-Visum im Koffer verschwinden konnte. Jetzt hieß es wieder, sich auf den Sattel zu schwingen und die sich über 100 km hinziehende Kurische Nehrung, die größte Wüste Europas – unter anderem bei einem Fußmarsch in den Naturpark bei Juodkrante (Schwarzort) - zu entdecken. Im touristisch bestens erschlossenen Nida (Nidden) fand gerade ein großes Volksfest mit vielen Folkloregruppen statt, das für eine schöne Abwechslung sorgte und uns einen tiefen Einblick in die Seele des litauischen Volkes ermöglichte.

Farbenfrohes Nida
Ab dem Fischerort Nida mit seinen bunten Holzhäusern, in dem Thomas Mann ein Ferienhaus besaß, radelten wir auf dem Europäischen Fernradweg E10, der Teil der Baltischen Seerunde ist, in Richtung der Hafenstadt Klaipeda. Dies war die schönste Radeletappe der ganzen 340 km langen Radelstrecke. Am nächsten Tag war Liepaja (Liebau) das Ziel, wo uns ein Fremdenführer mit viel Herzblut seine Heimat nahebrachte. Bei einem Orgelkonzert erhielten wir einen tiefen Einblick in Orgelbau, Pfeifen und Register und erfuhren, welch körperliche Fitness ein Organist mitbringen muss, wenn er sein Instrument perfekt zum Klingen bringen will.

Höhepunkt: Riga
Der folgende Tag führte uns ins Kurland nach Kuldiga (Goldingen), eine der schönsten Städte Lettlands, wo der Fluss Venta eine 240 Meter breite Stromschnelle bildet. Am Abend bezogen wir unser Hotel in der Hafenstadt Ventspils. Und am letzten Tag radelten wir bis zur Nordspitze der Halbinsel Kolka und weiter nach Roja, um am Abend per Bus das Endziel der Reise, Riga, zu erreichen. Von der Stadt, in der 1909 der Komiker Heinz Erhardt geboren wurde, waren alle begeistert. Tolle Jugendstilhäuser und ein buntes Treiben in der Altstadt mit täglich Livemusik auf zahlreichen Plätzen zogen alle in ihren Bann.

Fazit: Viel gelernt
Vier verschiedene Währungen und Sprachen, ausgeschilderte Radwege nur in Litauen und grottenschlechte Straßen in Russland, luxuriöse Villen und verfallene Bauenhäuser, bitterste Armut und angeberische Neureiche mit dicken Autos boten einen Kontrast wie man ihn in Deutschland so extrem nur selten findet. Wer in Riga mal mit der Straßenbahn oder dem Bus (Tageskarte ca. 2,60 Euro) in die Vorstädte gefahren ist, kann das bestätigen.

Dank unseres russisch sprechenden Reisleiters aus Polen konnten wir uns in allen vier Ländern einigermaßen zurecht finden und in der Gruppe wie auf individuellen Streifzügen unvergessliche Eindrücke sammeln. Dabei kamen auch Landesgeschichte und Kultur nicht zu kurz. Reisen bildet halt ...

Ausführliche Informationen zu der Tour:
www.radtouren.net/radtouren/danzig-riga/danzig-riga01.htm und unter www.masurenradeln.de
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 08.07.2011
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1 Kommentar
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Ali Kocaman aus Donauwörth | 16.07.2011 | 22:08  
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