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Kammerchor Burgau singt J.S.Bach Weihnachtsoratorium, Kantaten 1-3 und Arien und Chöre aus 4 und 6

Wann? 26.12.2017 18:00 Uhr

Wo? Stadtfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Kirchplatz 8, 89331 Burgau DE
Burgau: Stadtfarrkirche Mariä Himmelfahrt | Genau genommen trifft die Bezeichnung „Oratorium“ für das Werk nicht zu, denn es handelt sich in Wahrheit um eine Zusammenstellung von sechs Kantaten, die in der Zeit des Jahreswechsels anno 1734/35 jeweils in den entsprechenden weihnachtlichen Gottesdiensten zur Aufführung kamen. Dabei greift der Thomaskantor zu einem großen Teil auf eigene Kantaten weltlichen Inhalts zurück. Hatte Bach vordem mit diesen Kompositionen dem Landesherrn bzw. dessen Gattin gehuldigt, so dienen Chöre, Arien und Duette daraus nun der Verherrlichung des neugeborenen göttlichen Herrschers. Die musikalische Gestaltung einzelner Nummern erschließt sich deshalb oft nur in Kenntnis der Erstfassung. Die Einsatzfolge der Instrumente zu Beginn des „Jauchzet, frohlocket“ im Weihnachtsoratorium unterstrich ursprünglich den Text des Eingangschors der Geburtstagskantate BWV 213 für die sächsische Kurfürstin, wo es heißt: „Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten“. Das Liebesduett zwischen Herkules und der Tugend in der Kantate „Lasst uns sorgen, lasst uns wachen“, BWV 214, erklingt im Weihnachtsoratorium in einer anderen Tonart auf die Worte: „Herr, dein Mitleid“.
Die Kantatenform zeigt sich deutlich an den groß angelegten Chören zu Beginn (in der zweite Kantate stattdessen eine pastorale Sinfonia) und einem kunstvoll ausgestalteten Choral am Schluss der jeweiligen Kantate. Dazwischen erklingen Rezitative, Arien und Choräle, welche die einzelnen Abschnitte der Weihnachtsgeschichte, vom Tenor als personifiziertem Evangelisten vorgetragen, theologisch vertiefen. Heißt es beispielsweise im Evangelium: „Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen“, so werden wir in der sich anschließenden Arie ermahnt mit den Worten: „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder fest in deinen Glauben ein.“
Tonarten und der Einsatz entsprechender Instrumente verleihen den einzelnen Nummern ihre charakteristische Aura. Sind Pauken und Trompeten Symbole königlicher und hier somit göttlicher Herrschaft, so stehen die Oboen für den schlichten Klang der von Hirten gespielten Schalmeien, während die Flöten das Konzertieren der Engel wiedergeben sollen. Besonders eindrucksvoll wird das im Wechselspiel dieser Instrumente in der schon erwähnten Sinfonia zu Gehör gebracht.
Das durch seine Formenvielfalt und seinen musikalischen Ideenreichtum die Hörer in Bann ziehende Werk, erfüllt auf vollkommene Weise eine Doppelfunktion als Bericht und Bekenntnis. Nicht allein die Erzählung der Weihnachtsgeschichte, sondern vor allem die spirituelle Botschaft des Evangeliums hat Bach in eine Form gebracht, die uns immer wieder aufs Neue zutiefst berührt und beglückt.

Interpreten:
Priska Eser               Sopran
Kerstin Rosenfeldt    Alt
Andreas Hirtreiter     Tenor
Timo Janzen       Bass

Kammerchor Burgau
Sinfonietta Lamagna
Ltg. Herwig Nerdinger
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