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Das Grambower Gutshaus der Schande!

  Grambow: Gut Grambow | Um es vorweg zu nehmen, der Verfall des Grambower Gutshauses ist eine Schande! 

Man muss sich fragen, warum verfällt ein Gutshaus mit einer derartigen Geschichte einfach so ? Wie kann kann so etwas sein? Die Geschichte dieses Haus setzt im 1200 Jahrhundert ein und hat somit eine lange Geschichte mit vielen Adelgeschlechtern und Höhen und Tiefen.

Allerdings wurde der Tiefpunkt wohl mit dem Verkauf des Gutes über die Treuhand erreicht. 
Gutshaus Grambow

Nach der politischen Wende und den damit einhergehenden neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten erwarb die Familie Lösch 1993 von der Treuhandanstalt 380 ha landwirtschaftlicher Fläche und 180 Milchkühe des Gutes.

Mit der politische Wende und "den damit einhergehenden neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten" wurden also 380 ha landwirtschaftlicher Fläche und 180 Milchkühe  aus dem Volkseigentum, verscherbelt,oder sagen wir mal so, ins kapitalistische Wirtschaftssystem überführt.  

Leider waren oder sind bis zum heutigen Tag viele Unterlagen der Treuhand noch unter Verschluss und vorsichtig werden erst jetzt einige der Unterlagen freigegeben. 

Diese Möglichkeiten nutzte der der damalige 25-jähriger langhaariger Student, der zum Start mit einem alten, roten VW-Bus auf den Hof fuhr. „So entsprach ich wenigstens nicht dem Klischee des Besserwessis“, schmunzelt er. Dieses Vorurteil hat der mittlerweile Kurzhaarige und Fertig-Studierte nie gehört." 

Na ja nun steht der Porsche auf dem Hof! 

Man muss sich als DDR Bürger immer wieder die Frage stellen, warum ist dieses Geld aus dem Verkauf der Treuhand, also des Volkseigentums der DDR,  nicht in einem Topf gekommen und wurde dem Volk der DDR zugeführt?

Man kann diesen Hof in zwei Teile einteilen, rechts passiert nichts, das Gutshaus verfällt und links wurde mit viel Geld, vermutlich auch mit viel Fördergeld, einiges geschaffen, was auch schon bessere Zeiten gesehen hat. 
Ein Museum unter das Dach zu setzen ist doch schlichtweg dumm, denn es werden sich kaum Jugendgruppen für die Geschichte dieses Torfmoores interessieren. Wahrscheinlich spülte die Unterbringung des Museum wieder ein wenig Geld in die Kasse des Gutes, 
jedenfalls war bei unserem Besuch am Pfingstsonntag alle Türen verschlossen. 

Ich habe jedenfalls immer meine Probleme mit den rührseligen Geschichten, wenn jemand: (...) " Zunächst wohnte er in einem kleinen Raum im ehemaligen Verwaltungsgebäude, das der heute fünfköpfigen Familie des Jungunternehmers nun als Wohnhaus dient. Platz für einen Overall und zwei Flammenkocher – das reichte ihm am Anfang. " und "Hans Martin Lösch kann auf eine 800-jährige Tradition verweisen. So lange ist seine Familie in der Landwirtschaft tätig. Deshalb gab es zum Werdegang des heute 35-Jährigen kaum Zweifel. Allerdings zog es ihn in den Norden, während seine Vorfahren in Südtirol Felder bestellten. Mittlerweile kann Hans Martin Lösch auf zehn Jahre Gut Grambow zurückblicken." 
Warum qualifiziert mich eigentlich eine 800-jährige Tradition in Südtirol in der Landwirtschaft , für das Gut Grambow? 
Man hat doch vielmehr die "damit einhergehenden neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten" des Untergangs der DDR erkannt und verfügte über die Mittel sich über die Treuhand am Volkseigentum der DDR zu bereichern. 
Es wird sich ein langer Weg sein, festzustellen, was an die Treuhand für den Verkauf des Gutes Gramkow verlangt hat, aber es ist nicht unmöglich.    

"Früh war Hans Martin Lösch klar, dass er im Norden, „in der Nähe des Wassers“, bleiben wollte. Denn seine Vorfahren stammen zwar aus Südtirol, doch er wurde in Schleswig-Holstein geboren, wuchs bei Ratzeburg auf. Auf der Suche nach einem geeigneten Hof stießen der damalige Student der Internationalen Agrarwissenschaften sowie seine Mutter auf den Grambower Hof. „Die Lage und der gute Boden sprachen für Mecklenburg“, erinnert er sich."   

Dieses herrliche Gutshaus interessiert hier scheinbar niemanden! 

Hier eine nette Geschichte über die Schweriner Treuhand , Sehens-und hörenswert! 
Zeitreise: Schweriner Treuhänder blickt zurück
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Besitzverhältnisse vor 1945:
nach 1161 - 1357
Familie von Brüsewitz (auch Brusewitz, Brysewitz)
1357
Hofmarschall und Burgmann Henning von Halberstadt
1610 - 1766
Familie von Lepel
ab 1697 hatten Heinrich Kauffeldt, die Familien von Pressentin, von Plessen, von Zülow und Mathias Nicolaus Thomsen (als Pfand) Anteile
1766 - 1803
Mathias Nicolaus Thomsen
ab 1783 Hans Friedrich Thomsen
1803 - 1817 1803 Heinrich Andreas Flügge
1817 - 1856
Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Geheimer Finanzrat Israel Jacobsen
1846 Gottlieb Jacobsen
1856-1906
Domänenrat Karl Alfred Diestel
1906-1938
Großherzogliches Finanzministerium
Friedrich Franz IV. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin 
Friedrich Franz IV. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, fand Gefallen an Grambow und ließ durch den Hofbaurat Liss bis 1908 das Herrenhaus umbauen.

In den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges befand sich im Schloss mit dem Reichskriminalpolizeiamt eine Außenstelle des Reichssicherheitshauptamtes.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde das Gut volkseigen. In das Schloss zog erst die Parteischule der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) ein und ab 1956 der DDR-Jugendverband FDJ (Freie Deutsche Jugend), die hier ihre SED-nahen Kader ausbildete.

Nach der politischen Wende und den damit einhergehenden neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten erwarb die Familie Lösch 1993 von der Treuhandanstalt 380 ha landwirtschaftlicher Fläche und 180 Milchkühe des Gutes.

 
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Marion Sönnichsen aus Schwerin | 01.06.2020 | 13:18  
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