Hexenjagd bei der Evangelischen Studierendengemeinde Bonn - Arthur Millers Drama so aktuell wie vor 60 Jahren

Die letzte Szene: im Angesicht des Todes versöhnt sich John Proctor mit seiner Frau Elizabeth.
Bonn: Bonn |

Die AKademy of Acting Arts Bonn gehört zu den ältesten, studentisch geprägten Amareurtheatergruppen. Im Wintersemester 2016/17 hat sie Arthur Millers Drama "Hexenjagd" aus dem Jahre 1953 mitreißend auf die Bühne gebracht.

Aktuelle Bezüge des 600 Jahre alten Stoffs

Obwohl das Stück auf einer wahren Begebenheit im Jahr 1692 in Salem, Massachusetts, basiert, hat das Theaterensemble der Evangelischen Studierendengemeinde Bonn versucht, aktuelle Bezüge herzustellen. Das Drama wendet sich gegen Angst und Massenwahn, gegen Denunziation, Gesinnungsschnüffelei und gegen den Missbrauch politischer Macht. Sowohl in Zitateinblendungen zwischen den Szenen als auch an einer Wäscheleine in der Cafeteria stellten die Teammitglieder heutige Aussagen Zitaten aus dem Drama gegenüber.

Glanzvolle Aufführung

17 größtenteils studentische Darsteller stellten eine glanzvolle Aufführung auf die Beine. So ganz anders als die Komödien in den letzten Jahren! Die unterschiedlichen Charaktere, die emotionalen Dialoge, die Darstellung der verschiedenen Motivationen, eine Atmosphäre gereizten Misstrauens, der Niedergang des Dorfes - sowohl wirtschaftlich als auch sozial - wurden der Literaturvorlage entsprechend gut umgesetzt. Auch wenn die Hysterie, die hier auf ganz viele Menschen übergriff, heute schwer nachzuvollziehen ist.

Eskalation der Hexenjagd in der Schlussszene

In der Schlussszene im 2. Akt verabschiedete sich die schwangere Elizabeth Proctor von ihrem Mann John, der, nachdem er sein falsches Geständnis zerrissen hatte, aufgrund einer Hexenjagd auf ihn unschuldig zum Tode verurteilt wurde - zusammen mit vielen anderen unschuldigen Bürgern. Danforth, Stellvertreter des Gouverneurs, war zufrieden, Reverend John Hale wendete sich schockiert ab - er hatte versucht, die Gefangenen davon zu überzeugen, falsche Geständnisse abzulegen. Die alte Dame Rebecca Nurse war ebenfalls zufrieden, weil auch sie lieber ehrenvoll sterben möchte, als in Schande zu leben.

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