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Fischer´s Fritz fängt keinen Fisch


Man sollte wissen, dass Fische nicht nur sehr gesund für Herz und Gehirn sind (wegen der Vitamine, dem Eiweiß und der Fettsäure), sondern auch regelrechte Quasselstrippen.



Es war einmal ein kleiner Fischerjunge, der lebte mit seinen Eltern in Fischlaichlingen, einem winzigen Fischerdörfchen an der Süßsee.
Der Fischerjunge, mit Namen Fritzchen, zählte in der kleinen aber feinen Dorfgemeinde zu den schlausten Kindern. Fritz besaß nämlich die außergewöhnliche Fähigkeit, sich mit den Fischen unterhalten zu können, ehe er sie an der Angel hatte. Nicht etwa, dass er dem Knurrhahn die Beichte abnahm bevor dieser lecker angerichtet als Abendmahl auf den Tisch kam. Nein – ganz im Gegenteil. Der alte Knurrhahn war´s, der den Fritz von Seite knurrig anknurrte ..und zwar immer dann, wenn er ihm zu nahe kam.

Zugetragen hat sich diese merkwürdige Begebenheit etwas so:
Fritzchen, der gleich nach Schulschluss zum Süßseeufer hinunterlief um die Angel auszuwerfen, ahnte zunächst nichts von seiner Begabung. Erst als er den Knurrhahn fast an der Angel hatte, wurde das Bürschchen aufmerksam. Der Knurrhahn knurrte ihn doch wahrhaftig wie ein Köter an und lies durch Reiben mit den Rippen auf seiner Schwimmblase verlauten, dass Fritzchen gefälligst woanders in seine ach so gemeine Falle locken solle. Aus Empörung über das angelsächsische Verhalten des Jungen (jungen Raubfischers) mischte sich sogar der sonst eigentlich sehr friedfertige Dorsch in das Wortgefecht ein. „Also, wenn das so weitergeht“, äußerte er sich durch seine Schlimmblase, welche vor Wut zu einer gewaltigen Sprechblase anschwoll, „dann werde ich dem Fritz mal mit ein paar Unterwasser-Schallwellen die Ohrmuscheln fluten.“
Alexander, ein heimatvertriebener Karpfen, wegen Rumdümpelei im Spirdingsee/Masuren ausgewiesen, konnte und wollte nicht länger einhalten, was ihn hinter den Kiemen drückte. „Was stippst du mit der Angel Fritz“, mäkelte er fast akzentfrei, „hast etwa vergessen, dass wir uns nicht fangen lassen und zum Angriff übergehen, wenn du uns Feindseligkeit eröffnest?“
Fischers Fritz, nicht nur verdutzt über die Redseligkeit der Süßseefische, wunderte sich doch sehr über deren Streitsucht und wie sie sich geflissentlich mit ihren Flossen zu wehren wussten. Da schlug doch mit aller Kraft der Karpfen mit seiner fetten Schwanzflosse auf die Wasseroberfläche, dass es nur so klebriges Süßwasser spritze. Zudem machte der Dorsch so richtig ein´ auf Welle und eine zufällig vorüberziehende Regenbogen-Forelle, die das Spektakel mitbekam, reflektierte äußerst kräftig mit Spektralfarben, was dem Fritz recht schmerzlich ins Auge stach.
Betrübten Blickes, wie auch Sinnes, zog er so dann die Angel ein – er wollt´ nicht länger ein Fischfänger sein.

Und die Moral von der Geschicht` - sprechende Fische fängt man nicht.
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6 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 09.01.2019 | 15:16  
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Hildegard Grygierek aus Bochum | 09.01.2019 | 15:26  
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Wolfgang Wirtz aus Duisburg | 09.01.2019 | 21:47  
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Hildegard Grygierek aus Bochum | 09.01.2019 | 22:09  
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Annegret Freiberger aus Menden | 10.01.2019 | 17:18  
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Hildegard Grygierek aus Bochum | 10.01.2019 | 20:13  
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