Anzeige

Good-Will-Tour in Äthiopien; Hannes Daxbacher unterrichtet Judo und Selbstverteidigung

Die Teilnehmer beim ersten Judolehrgang in Äthiopien
 
Erster offizieller Wettkampf
Vorgeschichte:

Dr. Tsegaye DEGINEH, Präsident des äthiopischen Ju-Jitsu-Verbandes (EJJA) und Vizepräsident des Afrikanischen Ju-Jitsu-Verbandes (JJAFU) kam vor geraumer Zeit auf Hannes Daxbacher vom Polizei-SV Königsbrunn mit der Bitte zu, ihn mit seinen praktischen und theoretischen Kenntnissen und Erfahrungen im Bereich Judo und Selbstverteidigung zu unterstützen.

Der in Berlin lebende Dr. DEGINEH will durch den Aufbau und die Erweiterung des Ju-Jitsu-Verbandes den Menschen in seinem Heimatland Äthiopien helfen. Bereits bei der Erstellung seines Ju-Jitsu-Buches, das erstmalig in Amharisch, der offiziellen Staatssprache Äthiopiens, veröffentlicht wurde, griff Dr. DEGINEH im Bereich der Judotechniken auf die Unterstützung des Königsbrunner Judolehrers zurück.



Die Reise nach Äthiopien:

Der Bitte, als erster Judotrainer und –lehrer in Äthiopien Judo zu unterrichten kam der Träger des 6. Dan Judo ohne großes Zögern nach. Mitte Juni reiste Hannes Daxbacher für einige Tage, sogar weitgehend auf eigene Kosten, nach Addis Abeba, um im Land „der Wiege der Menschheit“, das historisch erste Judo-Seminar zu geben und brachte sich gerne in Form einer praktischen Entwicklungshilfe ein.

Sehr herzlich wurde der Diplomtrainer vom Vizepräsidenten der EJJA, Adane Yeneneh, dem Präsidenten der Ethiopian Martial Arts Federation, Ephraim Asefa, einigen Sportkameraden und zu seiner großen Überraschung mit einem Strauß Rosen empfangen

Das Judotraining wurde auf einer neuen 90 qm Judomatte, die in einer Sporthalle ausgelegt wurde, abgehalten und der Platz für die ca. 100 – 130 hochinteressierten Akteure war mehr wie begrenzt. Die Gruppe der hochengagierten Kampfsportler bestand aus 5 – 6 -jährigen Kindern, fortgeschrittenen Kampfsportlern aus vielen verschiedenen Disziplinen, Polizeibeamten, Jung und Alt, Jungs und Mädchen.

Zur großen Freude des vielfachen Dan-Trägers aus der Brunnenstadt konnte sich die sehr inhomogene Sportlergruppe so gut arrangieren, dass trotz der großen Enge auf der Tatami ein strukturiertes und verletzungsfreies Training möglich war. Dies ist auch einer der vielen positiven Charakterzüge der äthiopischen Menschen, dass sie eine große Vielfalt unter „einem Dach“ vereinen können. „Die Menschen passen aufeinander auf; das sieht man auch im Straßenverkehr, der ohne viele vorgeschriebene Regeln läuft“, so der Judo-Großmeister.

Die Inhalte der mehrstündigen Unterrichte waren u.a. die Judo-Prinzipien nach dem Begründer Jigoro Kano, der Aufbau der Ukemi-waza (Fallschule), das methodische Heranführen an die Grundtechniken sowohl im Stand (Wurftechniken) als auch in der Bodenlage (Festhaltegriffe und Befreiungen), das Randori als „kultiviertes Kämpfen“ und die Selbstverteidigung.

Ein besonderes Highlight für die Sportler war der erste äthiopische Mannschaftskampf, den Daxbacher zwischen den „Tigers“ und den „Dragons“ austragen ließ. Hier zeigten die Kämpfer einen hohen Einsatz und sehr viel Freude. Die Kämpfer wurden von vielen Sportkameraden angefeuert und die Sieger jedes Mal lautstark bejubelt. Viele Bewegungstalente konnte der ehemalige Lehr- und Prüfungsreferent des Deutschen Judo-Bundes (DJB) sichten und gab ihnen die notwendigen Hilfestellungen, Verbesserungen und Aufgaben.

Ein Sportfreund, der etwa 800 km entfernt an der Grenze zu Somalia wohnte und eigens für dieses Judo-Seminar nach Addis kam, wurde neben der obligatorischen Teilnehmerurkunde für alle „Neu-Judoka“ zu seiner großen Überraschung vom Cheftrainer der Königsbrunner Polizei-Judoka mit einem persönlichen Geschenk bedacht.

Besonders beeindruckte den Brunnenstädter, dass die äthiopischen Menschen trotz ihrer großen sozialen Probleme, einer extremen Armut und dem täglichen existenziellen Überlebenskampf den Geist und Willen hatten, Judo zu lernen. Sie zeigten eine große Freude und Dankbarkeit und überreichten am Ende des Judo-Seminares „ihrem ersten Judolehrer“ wunderbare handgeschnitzte Preziosen.

Einer persönlichen Einladung ins äthiopische Police Headquarter folgte der Polizeihauptkommissar gerne. Bei Commander Gebreal FIKRE, dem 2. Polizeichef des Landes Äthiopien, wurde das Thema Selbstverteidigung für die Polizei diskutiert und der Commander zeigte sich höchst interessiert an den Ausführungen seines bayerischen Polizeikollegen. Weitere Treffen mit dem Police Commissioner Adugua Debela, Polizeipräsidium Addis Abeba und Daniel Darge Deleta vom Sportamt der äthiopischen Hauptstadt standen anschließend auf dem Programm.

Die Zeichen für eine strukturierte Weiterentwicklung sind gesetzt und gleich nach der Rückkehr von Hannes Daxbacher hat Dr. Degineh mit dem Königsbrunner die nächste Reise nach Äthiopien geplant.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.