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Mit Leidenschaft im Seniorenheim: Schüler-Projekt im Kursana Domizil

Sie nennen es das „Compassion-Projekt“, und das könnte man auch doppelt übersetzen: „Ein Projekt des Mitleid/ens“ oder „Ein Projekt voll Leidenschaft“.
Die Mitarbeiterinnen des Kursana Domizils Bobingen, die die Schüler der 10. Klasse der Dr. Jaufmann-Volksschule bei ihrer Projektarbeit mit den Bewohnern des Seniorenheims beobachten, sie würden sicher die zweite Übersetzung vorziehen. Die sechs Jugendlichen, die im Rahmen des Ethik- und Religionsunterrichts regelmässig am Mittwochvormittag ins Domizil kommen, sie gehen mit Begeisterung an ihre „Arbeit“.
Für die Senioren ist dieser Tag in der Zwischenzeit schon ein kleiner Wochenhöhepunkt geworden: Dann wird „geratscht“, Gespräche zwischen den Generationen, die heutzutage, auch ausserhalb eines Seniorenheims, schon „arg selten geworden sind“, wie eine Bewohnerin gleich zu Anfang der Besuche bemerkte. „Die Jungen sind doch wirklich interessierter, als es sonst den Anschein hat“, stellte sie zufrieden fest. Als zum Beispiel die „Bräuteschule“ im Fernsehen lief, kamen die Mädchen anschließend wißbegierig zu den Seniorinnen: „Wie war das denn früher wirklich, z.B. mit der Mode ?“ Und die alten Damen gaben bereitwillig Auskunft, nicht ohne ehrlich zuzugeben, dass „die Mädels heut doch viel selbständiger sind, und die Hosen, zumal die blauen, doch wirklich praktisch und zudem noch nett anzuschaun“ seien. Und dass die „alten Herrschaften“ auch ihnen noch einiges zeigen können, dass erstaunt die sechs „Compassion“-Teilnehmer immer wieder. „Die Frau Schneider, die kann noch ein ganz langes Gedicht mit mindestens sieben Strophen auf Anhieb vortragen, ohne zu stocken“, wunderte sich eine der Schülerinnen.
Ein halbes Jahr lang wollen die SchülerInnen ihr Engagement für die Senioren des Kursana Domizils fortsetzen. Und die Ziele, die die Schule für dieses Projekt gesetzt hatte, „Soziale Kompetenzen zu entwickeln und auszubauen“, sie sind schon nach den ersten Besuchen der Jugendlichen zum Greifen nah. „Es macht uns einfach Spaß, mit den alten Menschen zusammen zu sein. Die können so viel aus ihrem Leben erzählen. Und das ist oft schon ganz schön spannend“, so eine der Teilnehmerinnen.
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myheimat-Stadtmagazin königsbrunner | Erschienen am 25.03.2009
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