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Grandioser Erfolg

Stellario Fagone und Annette Sailer-Heidel
Dieser Abend sei den Frauen gewidmet, eröffnete Stellario Fagone mit italienischem Charme den Liederabend „La vie en Rose“ in der wunderschönen Alten Synagoge in Binswangen. Die Herren unter den Zuschauern bat er um Verständnis dafür – am Abend vor dem Muttertag müsse das einfach so sein.
Tatsächlich hatten die Sopranistin Annette Sailer-Heidel und ihr musikalischer Begleiter, der Pianist und Korrepetitor der bayerischen Staatsoper Fagone, das Programm für diesen Anlass klug ausgewählt: In all den – von Sailer-Heidel komplett frei vorgetragenen – Liedern von Hugo Wolf über Arnold Schoenberg, George Gershwin, Johann Strauss bis Giacomo Puccini ging es um die holde Weiblichkeit und – natürlich – um die Liebe.
Dass diese die verschiedensten Gesichter hat, spiegelte sich nicht nur in den zum Teil sehr humoristischen Texten wider. Annette Sailer-Heidel gelang es, mit ihrer Stimme ganz unterschiedliche Stimmungen und Klangfarben zu erzeugen: Mal keck und klar klang ihr Sopran, dann samtig-weich oder auch herrisch-resolut – immer abhängig davon, welchen Typ Frau die Sängerin gerade verkörperte. Und „verkörpern“ ist hier tatsächlich wörtlich zu nehmen: Mit ganzem Körpereinsatz schien Sailer-Heidel in der jeweiligen Figur aufzugehen, sie gerade zu szenisch darzustellen und ihren eindrucksvollen, technisch äußerst ausgefeilten Gesang mit der passenden Mimik und Gestik zu umrahmen.
Unterstützt wurde sie dabei von der ebenfalls ganz in den einzelnen Stimmungen der Stücke aufgehenden Musik Fagones, der nicht nur als Begleiter, sondern auch als Solist am Flügel brillierte. Die wortlose Verständigung der beiden Musiker, die so aufeinander eingespielt sind, dass kurze Blicke genügen, um auch bei kleinen Unsicherheiten sofort wieder einen Konsens herzustellen, bildete die Basis für einen Liederabend, bei dem vor allem Puccinis berühmte Arie „Oh mio babbino caro“, Edith Piafs Chanson „La vie en Rose“ und natürlich Hildegard Knefs grandiose Hymne „Für mich soll`s rote Rosen regnen“ unter die Haut gingen. Und zwar – das machte der nicht enden wollende Applaus des gesamten Publikums am Ende deutlich - nicht nur den Frauen...
Melanie Brandl
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Matthäus Felder aus Lichtenstein | 23.05.2010 | 21:39  
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