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CSD Bielefeld 2017

OB Pit Clausen hält die Eröffnungsrede
 
Der OB vor der NRW-Regenbogenfahne
Bielefeld, 10. Juni 2017 | Vor dem Bielefelder Rathaus ging es heute wieder sehr bunt zu: Lesben, Schwule, BI, Inter, Transfrauen und Transmänner und viele andere Bielefelder Bürger versammelten sich, um den „Christopfer Street Day“ zu feiern. Das diesjährige Motto: Haltung zeigen - Gleichstellung jetzt!

Haltung zeigen jetzt heißt u.a. auch für mehr Demokratie, für Akzeptanz von Vielfalt zu kämpfen. Haltung zeigen jetzt heißt, sich gegen Homo- und Transphobie zu wehren und Diskriminierung abzubauen.
Gleichstellung jetzt heißt für Lesben und Schwule: Die Bundesregierung muss endlich die rechtliche Gleichstellung und damit die Ehe und die Adoption von Kindern für lesbische und schwule Paare ermöglichen.
Gleichstellung jetzt heißt für Transfrauen und Transmänner: Die Bundesregierung muss endlich das Transsexuellengesetz (TSG), das 1981 eingeführt, 1982 in Teilen vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) für verfassungswidrig erklärt wurde und sogar unter einer ROT-GRÜNEN-Regierung bis heute nicht reformiert ist, endlich einer zeitgemäßen Reform unterziehen.

Haltung zeigen - Gleichstellung jetzt!
heißt deshalb, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle, Asexuelle, trans* und inter* auf dem Bielefelder CSD 2017 gemeinsam mit solidarischen Menschen und Gruppen gegen Rassismus, Homo- und Transphobie für Gleichstellung und eine vielfältige, gerechte, und weltoffene Gesellschaft demonstrieren.
Veranstaltet wird der CSD Bielefeld vom Netzwerk lesbischer und schwuler Gruppen in Bielefeld e.V.

Nach den Begrüßungsworten durch Oberbürgermeister Pit Clausen, selbst bekennender Schwuler, dem Hissen der Regenbogenflagge vor dem alten Rathaus – zuvor war am Morgen schon auf dem Turm der Sparrenburg die Regenbogenflagge gehisst worden - und etlichen Redener_Innen, zogen die Teilnehmer in einem langen bunten Demonstrationszug durch die Stadt.

Eine besondere Ehrung im Rathaus erfuhren kurz davor die für die Organisation zuständigen Frauen für das Fauenkulturzentrum (FraZe) Bielefeld e.V., Tanja Sweredjuk und Daniela Schulz. Nach einer kurzen Vorstellung der vielen Arbeitsbereiche im FraZe würdigte der OB die 34 jährige Arbeit des FraZe für den Einsatz für lesbische Frauen*. Obwohl das FraZe eine bekannte Anlaufstelle für alle Frauen ist, fände deren Arbeit oft im Stillen statt. Die beiden Frauen freuten sich riesig und nahmen die Ehrung stellvertretend für alle Frauen des FraZe gerne entgegen.

Auf dem Siegfriedplatz versammelten sich schließlich die Kundgebungsteilnehmer zur Abschlussfeier, wo auch der Demonstrationszug eintraf. Hier gab es bei sommerlichen Temperaturen und Partystimmung viele Info-Stände der unterschiedlichsten Gruppen und natürlich die üblichen Festbuden sowie ein buntes Programm auf der Bühne, geleitet von Denny Öhlschläger, mit Musik von LesBenitas und die drei „Damen“ von Herzenslust, die Live-Bands Part oft the Art und Daniel Johnson und Diskussionen mit Politikern – was tut die Politik? Oliver W. Schulte übernahm dabei die Moderation. Zu Wort kamen alle Vertreter der anwesenden Parteien.

Auch hier eröffnete der OB Pit Clausen mit einer Rede die Abschlussfeier. Er betonte, die Verwirklichung einer freien Gesellschaft müsse endlich umgesetzt werden. Die Ehe für alle, also auch die gleichgeschlechtliche Ehe, sei längst überfällig. Gleichstellung bedeute auch Abbau von Schranken, gesellschaftlich Akzeptanz und Respekt und ein Eintreten gegen Homophobie.
Alle Redner_Innen erklärten im Detail was Gleichstellung jetzt! bedeute.

Von den GRÜNEN sprach sich Britta Haßelmann, MdB, für ein Selbstbestimmungsgesetz aus, das das bis heute nicht reformierte Transsexuellengesetz (TSG) von 1981 ablösen soll. Sie berichtete über die „parlamentarischen Spielchen“ der CDU im Bundestag, den Gesetzesentwurf seit 2014 zu blockieren, indem die CDU den Entwurf stets in den Rechtsausschuss des Bundestages verwies, um dort „Nichtbefassung“ zu beantragen.
Der Vertreter der CDU, Mike Krüger, wich gekonnt der Frage aus, weshalb die CDU ein Gesetz 'Ehe für alle' behindere. Er hoffe jedoch, dass so ein Gesetz einmal kommen werde.

Frau Dr. Wiebke Esdar, Mitglied des Stadtrates und seit März 2016 Vorsitzende der Bielefelder SPD, will für eine Gleichstellung ein breites Handlungsprogramm in der Stadtverwaltung implementieren. Dabei sollen u.a. auch in der VHS queere Themen ins Programm aufgenommen werden.

Friedrich Straetmanns, DIE LINKE, sprach u.a. die Beteiligung der Religionen an Gleichstellungsthemen an, die bislang LSBTIQ-feindlich aufträten.

Mit etwa 2000 Festbesuchern war der CSD dieses Jahr wieder gut besucht. Gut besucht war auch der Infostand des Frauenkulturzentrums Bielefeld e.V. (FraZe). Neben Informationen, Gedankenaustausch und Diskussionen gab es auch leckere Bratwürste, die gerne und reichlich angenommen wurden. Das FraZe lud zum Ausklang des CSD alle weiblichen (!) Besucher des Infostandes und auch alle Transfrauen zur After Pride Kneipe ins FraZe ein, um dort mit den Frauen weiterzufeiern.
Am 17. Juni findet ab 21:30 außerdem im Forum Bielefeld, Meller Str. 2, die offizielle CSD-Party mit Empfang statt.

So manche Besucher kamen zum Straßenfest in bunten, schrillen Kostümen. Der CSD Bielefeld 2017 hatte aber durchaus einen politischen Hintergrund. Der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Trans*Menschen sollte damit entgegengetreten werden. Seinen Ursprung hat der CSD in Vorfällen im Jahre 1969. Damals kam es in New York in der Christopfer Street zu einer Polizeirazzia und einer anschließenden Straßenschlacht. Alljährlich wird mit dem CSD an diesen Aufstand erinnert.

Gegen 19:00 traten die Live-Bands auf und kurz vor 20:00 die drei „Damen“ von Herzenslust. Die Veranstaltung dauerte noch bis 22:00 Uhr.
hff, myheimat.de
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3 Kommentare
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Heike F. FRANK aus Bielefeld | 11.06.2017 | 11:02  
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Rainer Bernhard aus Seelze | 07.08.2017 | 16:33  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 12.08.2017 | 05:10  
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