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The Who´s „Tommy“…Wer ? Tommy ????

Philipp Dietrich in der Hauptrolle als Tommy. (Foto: Stadttheater Bielefeld)
 
"Acid Queen" Brigitte Oelke. (Foto: Stadttheater Bielefeld)
Bielefeld: Theater | Einzigartige Rock-Oper im Stadttheater Bielefeld schlägt große Wellen

Schon vor der Premiere war die Nachfrage nach Eintrittskarten für dieses Stück so groß, dass gleich einige Termine noch nachgeschoben wurden .Für was? Für „Tommy“ ! Wer?? Für wen?
Boygroups sind keine Erfindungen der heutigen Zeit, auch in den 60er Jahren gab es sie schon. Die englische Rockband „The Who“ gehörte zu einer ganzen Generation, die geprägt war von der Hippie-Bewegung mit Flower-Power und dem Gegensatz dazu, den Rockern mit exzessiven Feten und großen Prügeleien. Egal, zu welcher Richtung man als Teenager tendierte, die Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens war in allen präsent. Und auch „The Who“- Bandmitglied Pete Townshend wurde durch indische Guru-Lehren inspiriert, danach zu suchen und dieses in eine einmalige Rock-Oper einfließen zu lassen. Mit der Platte „Tommy“ erschufen sie einen Prototyp von Konzeptalbum, der danach auch noch von anderen Bands aufgegriffen wurde. Für „The Who“ wurde es der absolute Durchbruch und außer den Konzerten , unter anderem auch in der Metropolitan Opera in New York, wurde „Tommy“ auch 1975 verfilmt.
Doch was ist der Inhalt von „Tommy“, ist ein Stück aus den Sechzigern denn heute noch aktuell? Ein Kind hat ein traumatisches Erlebnis, zieht sich daraufhin in sich selbst zurück und wirkt blind, taub, stumm und zeigt keine Reaktion mehr. Missbrauch durch die Verwandtschaft und Hohn und Spott Gleichaltriger kommen dazu. Doch durch Zufall kommt es zu der Sensation, dass Tommy am Flipperautomaten Höchstpunktzahlen erreicht, und das nicht nur als einmaligen Glücksfall. Aber auch als Flipperwunder können Ärzte und Psychiater nicht zu ihm durchdringen und ihn heilen. Doch dann kommt es zu einer „Wunderheilung“ und Tommy wird zum Teenie-Idol und Medienliebling. Dass er nun plötzlich eine Vorbild-Rolle für Tausende hat, ist ihm nicht bewusst. Erst nach einem Unfall beschließt Tommy, wieder zu seinen Wurzeln ins Elternhaus zurückzukehren. Nachdem Tommy seinen Anhängern erklärt, dass er eigentlich nur so normal sein will wie sie, wenden sie sich enttäuscht von ihrem Idol ab. Tommy wendet sich von seiner Familie ab und lässt damit auch die Vergangenheit hinter sich.
Das Stadttheater Bielefeld bringt in der Musical-Version von „Tommy“ die Themen kindliches Trauma, Kindesmissbrauch, Probleme im Elternhaus, Wunderheilung, Teenie-Idole und den Prozess des Heranwachsen eines Teenagers genial inszeniert unter einen Hut.
Newcomer Philipp Dietrich ist in der Titelrolle als Tommy sehr glaubhaft und eine auserlesene Wahl in der Besetzung. Neben dem bekannten und mehrfach bewährtem Ensemble des Stadttheaters steht mit Brigitte Oelke als „Acid Queen“ eine hochkarätige Musicalsängerin auf der Bühne. Carina Sandhaus und Alexander Franzen verkörpern als Eltern des Jungen Tommy erstrangig die Stimmungen der Angst, Verzweiflung und Hilflosigkeit um die Krankheit ihres Sohnes.
Auch wer sagt, das Gene Musical sei ihm zu sanft und fad, findet in dieser Inszenierung mehr die Energie eines Rockkonzertes wieder. Und eingefleischte Musical-Gänger werden staunen, was doch alles möglich ist!
Karten gibt es unter www.theater-bielefeld.de oder telefonisch unter 0521-515454.
Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stadttheaters Bielefeld.
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1 Kommentar
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Regina Tegeler aus Stadthagen | 17.10.2012 | 19:01  
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