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“Kunterbunt” Michelles neue CD

“Kunterbunt” Michelles neue CD

Ich mache jetzt ganz viel Sport, weil ich viel auf Veranstaltungen unterwegs bin, da muss ich was für die Fitness machen, fing Michel Schmidt, mit Künstlernamen ¨Michelle Nr.1¨, seine Erzählung an. ¨Ich habe mir Gewichte gekauft¨, außerdem fährt er viel Rollstuhl. ¨Ich lasse mich nicht mehr schieben, sondern fahre immer selber, das macht schon etwas aus¨, sagte der Biebertaler über sein neues Fitnessprogramm.

Das Leben des 22-Jährigen hat sich verändert. Seit einigen Monaten, seit er Auftrittsmöglichkeiten angenommen hat, fährt er fast jede Woche auf eine Veranstaltung.

Letzte Woche trat er in Marburg auf dem Stadtfest auf. Jetzt sind die Golden Oldies dran. ¨Die sind ja schon weltbekannt¨, freute er sich. Dort wird er ein Soloprogramm mit einer Mischung aus Pop-Rock und emotionalen Stücken anbieten. ¨Jeder soll etwas finden¨, wünscht er sich. Am 27. Juli, auf der Bühne in der Seestraße, ab 13 Uhr geht es los. ¨Ich bin schon aufgeregt, denn die Golden Oldie bedeuten schon etwas, wenn man wachsen will¨, sagt er. Michelle Nr.1 wird Coversongs singen, wie ¨Die große Liebe¨ von der bekannten Sängerin Michelle, ¨Ich liebe das Leben¨ von Andrea Berg oder ¨Phänomen¨ von Helene Fischer. Doch auch eigene Songs sollen geboten werden. Dazu gehören etwa ¨Nimm mich an¨ oder ¨Schau her, jetzt komm ich¨, die Michelle Nr. 1 selbst komponiert hat.

¨Das ganze Konzept in der Musik ist nicht mehr so emotional-lastig¨, erzählte er dann von seiner Entwicklung. ¨Ich singe nun eher Songs, aus dem Leben heraus. Zu denen kann man auch tanzen. Musik ist breit gefächert. Es gibt Leute, die mit der Musik etwas verarbeiten, es gibt aber auch Menschen, die einfach leicht durchs Leben gehen und diese Emotionen nicht brauchen. Mein Leben ist nun mal emotional, aber da habe ich auch weiter gelernt.¨

Ende August soll seine neue Produktion, eine Hörspiel-CD mit Geschichten und Kinderliedern herauskommen. Allerdings spricht und singt er nicht durchgängig selbst, sondern viele verschiedene Kinder gestalten mit. So heißt denn die CD auch ¨Kunterbunt¨.

Michelle Nr. 1 macht mehr Musik als bisher. Diese positiven Erfahrungen sollen sich, so findet er, in seiner Musik wiederspiegeln.

Der Rollstuhl, so erklärte er weiter, stand oft im Vordergrund. Das soll nicht mehr so sein. ¨Ich mache schließlich etwas, was auch Menschen machen, die laufen können. Die Stimme ist nicht mein Handicap. Der Rollstuhl ist nicht das, was mich ausmacht. Ich muss kämpfen wie jeder, der laufen kann. Ich habe keine Vorteile durch den Rollstuhl¨, erläutert er.

¨Ich will nicht, dass das Thema der Behinderung so stark auf die Musik projeziert wird. Es ist nicht wirklich etwas Bewunderungswürdiges, wenn man aus dem Rollstuhl heraus Musik macht. Es gibt tausende andere Behinderte, die auch ihr Leben leben¨, stellt er seine Sicht klar.

Zur Zeit versucht Michelle Nr. 1 sich auf die Musik zu konzentrieren. Zweimal in der Woche ist er im Kindergarten Sternschnuppen in Biebertal. ¨Ich lese vor, helfe beim Toilette gehen, reiche Essen an. Was man halt so machen muss¨

Ganz aktuell brachte er den Schulabschluss hinter sich und machte den qualifizierenden Hauptschulabschluss. ¨Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe¨, sagte er. An der Willy-Brandtschule ging er zur Schule und gab dort sogar einen Auftritt. Etwas empfand er dort als besonders schön: ¨Ich habe mich sofort integriert gefühlt¨, sagte er.

Übrigens, wer schon vorher Hörgenuss ¨naschen¨ will, kann dies unter www.schlagersaenger-michelle.de tun. Dort gibt es Hörproben. Und noch ein ¨Übrigens¨ – der Name Michelle stammt nicht von der Sängerin Michelle, sondern daher, dass seine Eltern sich nicht zwischen den Namen ¨Michel¨ und ¨Michelle¨ entscheiden konnten. Nun gibt es beide Versionen.
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