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Die Bernburger Parkeisenbahn

Bernburg: Krumbholz | Aus Anlass des 20. Jahrestages der DDR beschloss der Rat der Stadt Bernburg das Gebiet zwischen Kurhaus und der Ausflugsgaststätte "Paradies" zum Naherholungsgebiet "Krumbholz" auszubauen. Der vorhandene Tierpark, zwei Sportplätze, der Kesslerturm und die Ausflugsgastätte Paradies sollten durch die Pioniereisenbahn verbunden werden. Als weitere Attraktion wurde an der Röße, einem alten Saalearm, ein Indianerdorf mit Gaststätte errichtet, das man über eine Holzbrücke von der Station Tierpark erreichte..

Neben den Großbetrieben beteiligten sich aber auch Schüler, Studenten und Angehörige der Sowjetischen Garnison Bernburg an dem Bau der 1,9 km langen und 600 mm breiten Strecke. Die erste Lokomotive bauten die Arbeiter des VEB Kali- und Steinsalzwerk Saale, Werk Bernburg, aus einer ausgemusterten Untertage-Diesellokomotive tschechischer Produktion. Die benötigten Wagen entstanden durch Umbauten aus ehemaligen Wagen der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn (MPSB), die noch in der Zuckerfabrik Dröbel vom Betrieb der ehemaligen Rübenbahn vorhanden waren. Die Fahrgestelle wurden im Bahnbetriebswerk Wernigerode Westerntor (HSB) umgebaut, die Aufbauten wurden durch die Lehrlinge des VEB Landmaschinenbau Bernburg hergestellt.

Nach nur sechs Monaten Bauzeit konnte die Pioniereisenbahn Bernburg am 1. Juni 1969 eröffnet werden. Sie erhielt den Namen "Drushba" , was in der russischen Sprache "Freundschaft" heißt.

Aufgrund der guten Resonanz bemerkte man bald, dass ein Zug nicht ausreichte, den Andrang an Fahrgästen am Wochenende zu bewältigen. Ein zweiter Zug sollte das Problem lösen. Dazu musste aber der Bahnhof "Sportforum" zu einem Kreuzungsbahnhof umgebaut werden. Die zweite Lokomotive wurde aus vorhandenen Ersatzteilen und einer vom VEB Ziegelwerke Magdeburg ausgemusterten Lokomotive im VEB Kaliwerk Bernburg aufgebaut.

Betrieben wurde die Pioniereisenbahn von Kindern und Jugendlichen unter Anleitung von erfahrenen Reichsbahnern. Aufgrund der Gesetzeslage in der Bundesrepublik entschloss man sich im Jahre 1990 den Betrieb ohne Kinder weiterzuführen.

1991/92 wurden die beiden Lokomotiven und das Streckennetz erneuert. Heute erfolgt der Betrieb der Parkeisenbahn mit der im März 1997 gelieferten Diesellok der Firma "Schöma". Der Betrieb erfolgt mit einem Zug, der Kreuzungspunkt am Sportforum ist wieder zu einem normalen Haltepunkt umgebaut worden.

Betrieben wird die Bahn von der Bernburger Freizeit GmbH.
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2 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 08.11.2010 | 14:30  
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Ronny Ullrich aus Laucha an der Unstrut | 08.11.2010 | 18:21  
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